«Jetzt braucht Shaqiri einen guten Anwalt»
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 08.09.2011 18 Kommentare
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Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
EM Qualifikation Grp. G
10. Runde
| 11.10. | Bulgarien - Wales | 0 : 1 |
| 11.10. | Schweiz - Montenegro | 2 : 0 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | England | 8 | 5 | 3 | 0 | 17:5 | 18 |
| 2. | Montenegro | 8 | 3 | 3 | 2 | 7:7 | 12 |
| 3. | Schweiz | 8 | 3 | 2 | 3 | 12:10 | 11 |
| 4. | Wales | 8 | 3 | 0 | 5 | 6:10 | 9 |
| 5. | Bulgarien | 8 | 1 | 2 | 5 | 3:13 | 5 |
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Erich Vogel, Experte bei Teleclub, spricht nicht nur von einem absoluten Ausnahmekönner am Ball. «Shaqiri ist für sein Alter schon sehr weit», sagt der Zürcher. Shaqiri wisse beispielsweise um den schlechten Ruf der Kosovaren in der Schweiz. «In einem Interview hat er sich dazu sehr klug geäussert», so Vogel. Er wolle als Fussballer mit kosovarischen Wurzeln deshalb umso mehr eine Vorbildfunktion ausüben. Vogel imponiert auch, dass Shaqiri sich entschieden hat, trotz vieler verlockender Angebote beim FC Basel zu bleiben. Das sei ein weiser Entscheid. «Er kann in der Champions League spielen und hat beim FCB ein hervorragendes Umfeld», sagt der ehemalige Sportchef des FC Basel. Auch Trainer Thorsten Fink verstehe es ausgezeichnet, Shaqiri richtig zu führen und behutsam aufzubauen. «Fink holt ihn sofort wieder auf den Teppich, wenn er mal nachlässt.»
«Dort wäre er sofort wieder der kleine Schweizer»
Vogel bewundert die fussballerischen Qualitäten des Internationalen. «Im Spiel eins gegen eins hat er verschiedene Varianten auf Lager», sagt Vogel. Es gebe Spieler, die vorwiegend mit einem einzigen Rush am Gegenspieler vorbeiziehen würden. Und es gebe Spieler, die mit Haken und Dribblings arbeiteten. «Shaqiri kann beides und das macht ihn noch viel unberechenbarer», sagt der ehemalige Trainer von GC und Xamax. Vogel ist der Ansicht, dass jetzt auch europäische Topklubs wie die Bayern oder Manchester United sich mit dem Basler Stürmer beschäftigen müssten. «Ich würde ihm aber vorerst noch raten, in Basel zu bleiben», sagt Vogel.
«Er müsste gleich zu einem Topverein gehen»
In Basel habe er sich einen Status erarbeitet, der ihm im Spiel auch alle Freiheiten lasse. «Das ist gut für seine Entwicklung und vor allem für seine Kreativität», sagt der Experte. Bei einem grossen Klub müsste sich Shaqiri unterordnen. «Dort wäre er sofort wieder der kleine Schweizer und müsste sich in der Hierarchie der Mannschaft wieder hochboxen», gibt Vogel zu bedenken. Und das sei für einen 20-Jährigen extrem schwierig. «In einem europäischen Topklub müsste Shaqiri auf Anhieb funktionieren.
«Wenn man in einem solchen Verein zweimal den gleichen Fehler macht, dann ist man schnell wieder weg vom Fenster», sagt Vogel, der den Marktwert Shaqiris mittlerweile auf mindestens 15 Millionen Franken schätzt. Im Übrigen würde Vogel Shaqiri empfehlen, sich nicht bei einem Verein der europäischen zweiten Klasse zu verpflichten. «Wenn, dann müsste er gleich bei einem absoluten Spitzenverein einsteigen.»
Shaqiris einziger Fehler ist, dass er nicht beim FCZ spielt
Auch FCZ-Sportchef Fredy Bickel traut Shaqiri den grossen Durchbruch im Ausland zu. «Er ist ein wunderbarer Spieler. Er hat alle Qualitäten, die es für einen grossen Stürmer braucht», lobt der Zürcher. Shaqiri mache ihm auch charakterlich einen vernünftigen Eindruck. «Er ist bodenständig, bescheiden und sympathisch», sagt er. Shaqiri habe auch ein stabiles Umfeld. Deshalb mache er sich um ihn keine Sorgen. Shaqiri habe nur einen Fehler, «dass er nicht beim FCZ spielt».
Die Basler Fussballlegende Karli Odermatt schwärmt von einem grandiosen Fussballer. «Er ist der Robben des FC Basel», lobt der ehemalige Nationalspieler. Shaqiri sei auch im Erfolg bescheiden geblieben. «Die Komplimente gibt er gleich an die Mannschaft weiter», sagt Odermatt. Shaqiri sei ein Individualist, der sich dem Kollektiv unterordne. Shaqiri sei in einem gesunden Umfeld auch behutsam aufgehoben. «Nach dem Schlusspfiff gegen die Bulgaren ist er zu seinem Mami gerannt und hat sie geherzt», beobachtet Odermatt. Das sei eine wunderbare Szene gewesen. Shaqiri habe eine tolle Familie und ein gesundes Umfeld.
«10 Millionen? Vielleicht ist er schon das Doppelte wert»
Mit seinen drei Toren habe Shaqiri seinen Marktwert noch einmal in die Höhe schnellen lassen. «Man sprach bisher von zehn Millionen Franken, aber mittlerweile dürfte es gegen das Doppelte sein», mutmasst er. Odermatt rät Shaqiri bei diesen finanziellen Dimensionen, einen Anwalt zu nehmen. «Die Verträge werden immer komplizierter und lukrativer», sagt Odermatt und spricht von einem Millionenbusiness.
Da sei ein Profifussballer bei einem Anwalt am besten aufgehoben. «Der regelt für ihn die finanziellen Dinge, macht die Verträge und berät ihn am besten und am seriösesten», glaubt Odermatt. Shaqiri dürfe sich einzig und alleine nur um seinen Job auf dem Rasen kümmern. «Alles andere muss man weit von ihm fernhalten.» Auch Odermatt sagt, dass es für die Entwicklung Shaqiris besser sei, wenn er noch ein oder zwei Jahre beim FCB bleiben würde.
«Hoffentlich verliert er seine Spontaneität nicht»
Der ehemalige Internationale Raimondo Ponte war einst ein Spieler wie Shaqiri. Schnell, trickreich, unberechenbar. Der Trainer des FC Chiasso hat die grosse Stärke Shaqiris ausgemacht. «Er spricht so, wie er spielt. Unbekümmert, frech, spontan», so Ponte. «Shaq war auch der einzige Schweizer, der gegen die Bulgaren auch wirklich etwas riskiert hat», sagt der einstige Stürmer. «Er hat gegen zehnmal aufs Tor geschossen und wurde dafür prompt mit drei Toren belohnt.» Die jugendliche Unbekümmertheit sei noch Shaqiris grosses Plus. «Je älter man wird, desto mehr fängt man an zu studieren», sagt Ponte. Er hoffe nicht, dass Shaqiri seine Spontaneität verliere.
Bei der 1:3-Niederlage in Luzern wurden Shaqiri für einmal auch die Grenzen aufgezeigt. «Ich kenne ihn schon seit Jahren und deshalb auch seine Laufwege im Spiel», sagt Luzerns Trainer Murat Yakin. Trotzdem sei Shaqiri eines der grössten Talente, das die Schweiz je herausgebracht habe. «Er bring fast alles mit, was es für einen grossen Stürmer braucht», sagt Yakin. Das «fast» erklärt der ehemalige Nationalspieler so. «Vielleicht täusche ich mich, aber ich kann mich an kein Kopfballtor Shaqiris erinnern.»
«Die Familie ist Shaqiris grosser Rückhalt»
Yakin erklärt, was Shaqiri so gefährlich macht. «Er trifft im Spiel die richtigen Entscheidungen», sagt er. Das hange mit Shaqiris grosser Spielintelligenz zusammen. Er sei der Spieler, der den Unterschied ausmache. Ansonsten macht sich Yakin keine Sorgen um den bulligen Basler. «Er hat ein intaktes Umfeld und kann auf seine Familie zählen», sagt Yakin. Sie sei sein grosser Rückhalt. Auch Yakin konnte immer auf seine Familie zählen. «Das hat mich und meinen Bruder Haki stets beflügelt», sagt der Leader-Trainer des FC Luzern, der auch als Spieler eine grosse Karriere machte.
Auch für Urs Schönenberger, der einst mit dem FC Thun die Champions League gestürmt hatte, ist Shaqiri jetzt schon ein Grosser des Schweizer Fussballs. «Trotz des Rummels um seine Person macht er mir einen vernünftigen Eindruck», sagt der Trainer des FC Wohlen. «Shaqiri ist kein Traumtänzer, das hat er mit seinem Bekenntnis zum FC Basel bewiesen», so Schönenberger. Das sei ein Indiz dafür, dass Shaqiri seine Karriere behutsam und intelligent plane. Shaqiri habe in Basel ein hervorragendes Umfeld. Seine Familie gebe ihm viel Kraft. Und in der Mannschaft habe es erfahrene Spieler wie Alex Frei, Marco Streller oder Beni Huggel. «Ich nehme an, dass Shaqiri von diesem enormen Know-how profitiert und den Rat der Ältesten nicht einfach ignoriert.» (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.09.2011, 13:16 Uhr
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18 Kommentare
Fredy Bickel, seien Sie unbesorgt. Würde Shaqiri wirklich beim FCZ spielen hätte Ihr Präsident schon dafür gesorgt dass er längstens das Weite gesucht hätte. Auch Abdi war einmal ein Ausnahmetalent, aber nicht jeder Verein weiss mit jungen Spielern oder deren Agenten umzugehen. Shaqiri hat mit dem FCB das in der Schweiz bestmöglichste Umfeld. Antworten
Eine Fliege macht noch keinen Sommer, auch wenn ich von diesem Ausnahmetalent ueberzeugt bin.
Schade, dass er unvernünftigerweise die gelbe Karte provoziert hat. Könnte ggfl noch die EM Teilnahme vermiesen, wenns spitz wird und er nicht spielen kann... Aber eben noch jung und unbedacht...
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