«Ist ja klar, dass wir Meister werden wollen»
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 04.05.2010 2 Kommentare
Sehr gelassen: YB-Torhüter Marco Wölfli träumt vom Meisterpokal, ist aber nicht nervös. (Andreas Blatter)
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Marco Wölfli, wir stellen uns als Schlagzeile dieses Interviews vor: «Wir werden Meister.»
Marco Wölfli (lacht): Es entspricht nicht meiner Art und auch nicht unseren Spielern und YB, solche Schlagzeilen zu liefern. Andere dürfen das gerne jede Woche erzählen. Wir konzentrieren uns auf unsere Spiele.
Die Ausgangslage ist aber jetzt wirklich sehr gut.
Wir waren fast die gesamte Saison Leader. Und es ist ja klar, dass wir Meister werden wollen. Wir haben drei Punkte mehr als Basel, wir haben noch zwei Heimspiele. Aber wir sind gut damit gefahren, nur an das nächste Spiel zu denken.
Nach den zwei Niederlagen bei GC (1:2) und Sion (1:4) herrschte bestimmt Redebedarf bei YB.
Natürlich, wir haben gesprochen, aber das machen wir immer. Wir wissen genau, wenn wir etwas schlecht gemacht haben. Es geht dann darum, sofort reagieren zu können. Der Druck auf uns war sehr hoch nach diesen Niederlagen, aber wir haben uns auf die Arbeit konzentriert und dann gegen Xamax und jetzt in Zürich gewonnen.
Welche Rolle spielen Sie als Captain in diesem Prozess?
Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Ich bin schon lange bei YB, und als Captain ist es meine Aufgabe, auch mal laut zu werden.
Spüren Sie die grosse Sehnsucht in Bern nach einem YB-Titel?
Selbstverständlich, die Erwartungen sind gross. Man wird oft angesprochen, es ist beeindruckend, wie die Leute mitfiebern. Und die SCB-Meisterfeier in der Stadt Bern hat Appetit gemacht, wir wollen auch ein solches Fest erleben. Die Videobotschaft des SCB hat uns sehr gefreut, das war beste Motivation.
Denken Sie manchmal daran, wie es sein könnte, als YB-Captain den Meisterpokal zuerst in Empfang nehmen zu können?
Wie gesagt, ich bin ein Mensch, der nicht zu weit in die Zukunft blickt. Aber natürlich träume ich davon, diesen Pokal nach dem Heimspiel gegen den FC Basel im Stade de Suisse in die Höhe strecken zu können. Doch das machen die FCB-Spieler auch.
Und wie oft hören Sie, YB würde entscheidende Partien verlieren?
Das ist vor allem etwas für die Medien, wir Spieler beschäftigen uns nicht damit. Und wir wären nicht drei Runden vor Saisonende immer noch an der Tabellenspitze, wenn wir wichtige Spiele nicht auch gewinnen würden.
Denken Sie im Spiel eigentlich daran, dass Sie bei der nächsten Verwarnung gesperrt sind?
Man hat das im Hinterkopf, aber ich stelle meine Spielweise nicht um. Und zum Glück bin ich nicht so oft in Zweikämpfe verwickelt wie die Feldspieler...
...wie YB-Abwehrchef Emiliano Dudar, der bei der nächsten Verwarnung ebenfalls gesperrt ist. Wäre es nicht besser, wenn Dudar im zweitletzten Spiel in Luzern fehlen würde und nicht plötzlich am Ende gegen Basel?
Das kann man nur bedingt steuern. Am besten wäre es, wenn Dudar gar nicht fehlen würde.
Wenn Dudar nicht dabei ist, wirkt die YB-Abwehr relativ anfällig. Finden Sie auch, in letzter Zeit hatten Sie eher viel zu tun?
Manchmal habe ich halt mehr zu tun, aber zum Beispiel bei der 1:4-Niederlage in Sion hatte ich kaum Arbeit, so komisch das klingen mag. Und ich bin ja da, um Schüsse abzuwehren.
Bald im Ausland? Viele Vereine sind an Ihnen interessiert.
Das beschäftigt mich derzeit nicht. Das Ausland ist ein Ziel für jeden Fussballer, doch jetzt zählt nur der Titelkampf. Und ich habe einen Vertrag bis 2012.
Wenn YB Meister wird, wäre die Champions League einfacher zu erreichen. Könnte das ein Argument sein, in Bern zu bleiben?
Ich habe immer gesagt, dass ich nicht einfach ins Ausland wechsle, um im Ausland gewesen zu sein. Es muss alles stimmen. Und bei YB gefällt es mir.
Und mit Christoph Spycher kommt ein Kollege von Ihnen.
Ich kenne ihn gut, er ist nicht nur ein Supertyp, sondern auch ein hervorragender, vielseitiger Fussballer. Mit seiner Erfahrung aus der Bundesliga und aus seinen vielen Länderspielen sowie mit seinen Führungsqualitäten ist Spycher ein grosser Gewinn. Und mich als Torhüter freut besonders, dass er auch eine Verstärkung für die Defensive ist.
Mit welchen Erwartungen gehen Sie an die WM nach Südafrika?
Ich muss ehrlich sagen, dass die WM für mich sehr weit weg ist. Wir haben drei wichtige Spiele zu bestreiten. Und dann hoffe ich, dass ich als Meister in die WM-Vorbereitung einrücke. (Berner Zeitung)
Erstellt: 04.05.2010, 07:39 Uhr
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2 Kommentare
Und wie singt jeweils an einem Spiel vom FC Basel im Joggeli die Muttenzer Kurve. Glaubet nicht an Geister, glaubete nicht an Geister, der FC B wird trotzdem Meister. Und es hat den Anschein, dass YB an Geister glaubt, Und wir werden es am Schluss ja sehen, ob es Geister gibt oder eben nicht gibt. Und so sage ich als ganz normaler Mensch, also nicht als Geist. Hopp FC B und nochmals Hopp FC B. Antworten
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