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Im Karriereherbst zu maximaler Reife

Von Oliver Gut. Aktualisiert am 22.04.2012 10 Kommentare

Alex Frei wird im Sommer 33-jährig – und spielt möglicherweise seine beste Saison als Profi-Fussballer. Mit dem FC Basel wird er seinen dritten Meistertitel in drei Jahren holen.

Der alte und neue Torschützenkönig der Super League: Alex Frei.

Der alte und neue Torschützenkönig der Super League: Alex Frei.
Bild: Keystone

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Super League

29. Runde

27.04.Grasshoppers - Thun0 : 2
28.04.Basel - Luzern0 : 3
28.04.Young Boys - Lausanne3 : 1
28.04.St.Gallen - FC Zürich1 : 2
22.05.Servette - Sion4 : 0
Stand: 22.05.2013 21:37

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel33199559:3066
2.Grasshoppers33179741:3060
3.St.Gallen33168949:3256
4.FC Zürich331471254:4249
5.Sion331291236:4945
6.Thun331281341:4244
7.Young Boys331191344:4342
8.Luzern338121335:4636
9.Lausanne33691825:4727
10.Servette33681928:5126
Stand: 22.05.2013 21:43

30. Runde

03.05.Lausanne - FC Zürich1 : 1
04.05.Grasshoppers - Servette2 : 0
04.05.St.Gallen - Young Boys3 : 1
05.05.Sion - Basel0 : 1
05.05.Thun - Luzern1 : 1
Stand: 05.05.2013 17:51

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Die Szene an der Muba hat was. Alex Frei sitzt hinter dem Tisch am Stand des FC Basel. In der Hand den Filzstift, fast wie ein Zepter. Vor sich die Autogrammkarten. Und davor die Menschenschlange, welche die Gelegenheit zur Audienz mit dem König wahrnimmt. König? Natürlich. Alex Frei beherrscht nicht Basel, er beherrscht nicht den FCB. Und doch ist der Titel angebracht. Nicht nur, weil er die Krone des besten Liga-Torschützen erfolgreich verteidigen wird. In dieser Stadt wird dem Stürmer, der jenseits des Juras bei vielen zwiespältige Gefühle weckt, beinahe uneingeschränkt gehuldigt. Seit er nach Basel zurückgekehrt ist, regiert der FCB wieder den Schweizer Fussball.

Alex Freis Reich ist der Strafraum. Kein anderer Super-League-Angreifer beherrscht diesen so wie der Biel-Benkenner. Und noch nie – so scheint es – hat Alex Frei selbst den Strafraum so beherrscht wie in dieser Saison. 27 Pflichtspiel-Tore erzielte er in seiner ersten Comeback-Saison in Rotblau. 33 in seiner zweiten Spielzeit. Nun steht er bei 28 Treffern in 36 Partien. Inklusive Cupfinal wird der FCB bis zur Sommerpause noch acht Spiele bestreiten – ist Frei stets dabei und hält er seine Quote, wird er am Ende 34 Tore erzielt haben – mehr als je zuvor für einen Club. Das ist erstaunlich. Denn Alex Frei feiert im Juli seinen 33. Geburtstag. Ein Alter, in dem ein Feldspieler seinen Zenith normalerweise klar überschritten hat. Der Baselbieter jedoch, der schon in Rennes Torschützenkönig der französischen Ligue 1 wurde und bei Borussia Dortmund (BVB 3.107 -1.83%) den zweiten Platz in der Skorerliste der Bundesliga belegte, überzeugt im Herbst seines fussballerischen Schaffens mit maximaler Reife.

Ruine und Routine

Ist der beste Alex Frei seiner Karriere am Werk? Der Stürmer verneint diese Frage nicht, bleibt nur die klare Antwort schuldig: «Ein Urteil ist – wenn überhaupt – erst möglich, wenn die Karriere hinter einem liegt.» Auf die Zahlen legt er keinen grossen Wert, auch wenn er betont, dass Statistiken nicht lügen. Vielmehr hebt er die Mannschaft hervor und sagt: «Ich habe sehr viel Hilfe von meinen Mitspielern erhalten.»

Das war auch in Rennes so. Bei den Bretonen wusste er – wie jetzt beim FCB mit Marco Streller – mit Olivier Monterrubio einen Angreifer an seiner Seite, mit dem er sich blind verstand. Und Rennes nennt Alex Frei, wenn es darum geht, die momentanen Leistungen zu vergleichen. Nie sei er so fit gewesen wie damals. «Nicht, wenn es um Testwerte geht oder um das Gefühl im Spiel – da stehe ich noch heute, wo ich damals stand.» Der Unterschied sei die Erholung. «Damals konnte ich nach einem Match bis um 5 Uhr in den Ausgang und war am anderen Tag munter. Mache ich das jetzt bei einer Meisterfeier, dann bin ich zwei Tage lang eine Ruine.»

Grösser als damals sei dafür die Routine. «Die hilft in den Spielen, aber auch dazwischen.» Er meint damit verschiedene Aspekte, vom Umgang mit der Öffentlichkeit bis zum Verhalten im Privaten, von der Ernährung bis zur Gestaltung der Erholungszeit. Grösser ist auch die Gelassenheit, des Mannes, bei dem viele Aussenstehende ein beinahe ungesundes Mass an Verbissenheit erkennen wollen. Frei sagt: «Der Ehrgeiz ist nicht kleiner, denn ich liebe meinen Beruf. Aber die Lockerheit, mit der dieser sich vermischt, ist grösser geworden. Das liegt primär daran, dass sich mein privates Leben verändert hat, ich geheiratet habe und Vater werde.»

Im Juni wird Alex Frei dieses private Highlight erleben. Schon vorher stehen sportliche Höhepunkte an. Der Cupfinal am 16. Mai und der Gewinn des Meistertitels, der bereits am nächsten Sonntag Tatsache werden könnte: Wenn der FC Basel heute in Sion gewinnt und in einer Woche zuhause Lausanne schlägt, ist ihm der Titel nicht mehr zu nehmen. Es wäre dies ein unglaublich früher Termin, der zu dieser herausragenden, durch die Champions-League-Kampagne veredelten, rotblauen Saison passt.

Mannschaft fürs eigene «Museum»

Es wäre auch der Moment, in dem sich ein Kreis schliesst: Als Alex Frei im Sommer 2009 mit einem Dreijahres-Vertrag nach Basel zurückkehrte, bestritt er auf dem Tourbillon seine erste Partie und erzielte in der 90. Minute den 2:1-Siegtreffer. An selber Stelle nun den dritten Meistertitel in drei Jahren und das erste Triple der Vereinsgeschichte zu vollenden, würde ziemlich gut ins Bild eines FC Basel passen, der seine eigenen Grenzen mit der Verpflichtung Alex Freis neu definiert hat.

Unabhängig davon, ob der Titel morgen bereits Realität wird, gilt: Was zwischen Sion 2009 und Sion 2012 liegt, ist eine einzige rotblaue Erfolgsgeschichte, die in dieser Saison ihre schönsten Kapitel schreibt. Es ist eine Mannschaft gewachsen, die sich in voller Pracht entfalten konnte. Das weiss auch Alex Frei. Er vermeidet den Begriff «Schweizer Jahrhunderteam» zwar, weil es nicht richtig sei, eine Equipe mit einer Mannschaft zu vergleichen, die vor vielen Jahrzehnten spielte. Er sagt aber auch: «In der jüngeren Geschichte ist das die beste Mannschaft.»

Dabei lobt er nicht nur die enorme Qualität, die darin versammelt ist, sondern auch die Stimmung. «Diese Kombination habe ich so wirklich noch nie erlebt, das ist einmalig.» Alex Frei hat sich einen Raum eingerichtet, in dem er im Stile eines Museums Erinnerungsstücke seiner Karriere aufbewahrt. Da hängen unzählige Trikots grosser Fussballer, gegen die er das eigene Leibchen eingetauscht hat. Es hat Pokale. Und es hat auch einige Bilder. Das Mannschaftsfoto des FC Basel, Ausgabe 2011/12 werde auf jeden Fall den Weg dorthin finden, sagt Frei. «Und das will etwas heissen.»

Aussicht und Einsicht

Wehmut verspürt Alex Frei keine, da er diese Worte spricht. Im Sommer wird diese Mannschaft Geschichte sein. Werden einige tragende Elemente den Club verlassen und wird es zum Umbruch kommen. «So ist das Geschäft», sagt der Angreifer und spricht davon, dass das, was folgt, für den FC Basel die anspruchsvollste Saison werde, die der Club seit seiner Rückkehr erlebt habe.

Alex Frei wird erneut gefordert sein. Als Leader und als Beherrscher des Strafraums. Sein Dreijahresvertrag hat sich aufgrund seiner zahlreichen Einsätze automatisch um eine weitere Saison verlängert. Schluss muss danach nicht sein. «Ich sehe mich schon noch zwei oder drei Jahre spielen», sagt der Baselbieter und gibt sich überzeugt, dass er zu jenen Profisportlern gehört, die selbst merken, wann die Zeit für den Rücktritt gekommen ist. Das Beispiel, das er dazu gibt, ist typisch für ihn: «Erzielt man irgendwann in einer halben Saison nur noch zwei Tore, dann kann das kein Zufall mehr sein.»

Davon scheint Alex Frei noch ein gutes Stück entfernt. Schliesslich geniesst er im Herbst seines fussballerischen Schaffens gerade seine maximale Reife. Und es bilden sich Schlangen, wenn der Beherrscher des Strafraums in der Muba zur Audienz bittet. (Basler Zeitung)

Erstellt: 22.04.2012, 12:33 Uhr

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10 Kommentare

Koni Sporadi

22.04.2012, 12:54 Uhr
Melden 51 Empfehlung 0

Als FCZ Fan, sage ich dem Alex Frei danke was Sie fuer den Schweizer Fussball getan haben. Auch neidlos gebe ich meine Anerkennung nach Basel. Was waere die Schweiz ohne FC Basel? Nichts ,noch weniger. Also auch danke FCB. Antworten


Walter Kunz

22.04.2012, 13:40 Uhr
Melden 19 Empfehlung 0

Eigenartiger Weise soll er, für unsere Nati jedoch, nicht mehr zu genügen? Antworten



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GP Monaco 2013 - Training 2
1:14.7591 Nico Rosberg
1:15.0772 Lewis Hamilton
1:15.1963 Fernando Alonso
Stand: 24.05.2013 03:36
NHL Playoffs
EndeOttawa Senators - Pittsburgh Penguins3:7
Stand: 23.05.2013 04:00
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NHL Playoffs
Live New York Rangers - Boston Bruins3:3
Live Detroit Red Wings - Chicago Blackhawks1:0
04:30Los Angeles Kings - San Jose Sharks
Stand: 24.05.2013 03:33
Super League
17:45Lausanne - Luzern
17:45Sion - Thun
Champions League Endrunde
20:45Borussia Dortmund - Bayern München
Stand: 12.04.2013 12:38
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GP Monaco
14:00Qualifikation
Stand: 24.05.2013 03:36
NHL Playoffs
01:30Pittsburgh Penguins - Ottawa Senators
23:30Boston Bruins - New York Rangers

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