Sport
Gross: «YB fehlt noch immer der Killerinstinkt»
Von Jonathan Spirig, Bern. Aktualisiert am 30.04.2012 49 Kommentare
Die Erklärungen nach dem Abgang: Christian Gross äussert sich zu seiner Entlassung. (Video: Adrian Kammer)
(DerBund.ch/Newsnet)
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Zusammenfassung
Rund 24 Stunden nach seiner Entlassung bei YB präsentiert sich Christian Gross in Bern den Medien. Der Zürcher nimmt Stellung zu seinem Scheitern.
Nach nur zehn Monaten ist die Zeit von Christian Gross als YB-Trainer vorbei. Der Zürcher erfuhr am Sonntagabend im Stade de Suisse von seiner Entlassung. CEO Ilja Kaenzig und der Technische Direktor Hansruedi Hasler haben sie ihm mitgeteilt. «Danach habe ich eine sehr schlechte Nacht verbracht», so Gross. In seiner neu bezogenen Wohnung in Bern-Muri suchte er nicht den Schlaf, sondern die Fehler, die ihn scheitern liessen. Gross gibt zu, Fehler gemacht zu haben. Aber vor allem ist er enttäuscht, dass er nicht mehr Zeit erhielt, um sein Projekt in Bern weiterzuführen, denn «die Leute wussten, dass ich ein Mann bin, der längerfristig plant».
Gross wurde bei YB vor knapp einem Jahr als Titeltrainer und Erfolgsgarant vorgestellt. Mit ihm wollte YB die Phase 3 starten, die Phase der Titelgewinne. Logisch, geht die Entlassung nach nur zehn Monaten nicht spurlos am Zürcher vorbei. «Ich bin enttäuscht. Sehr enttäuscht sogar. Meiner Meinung nach wurde das Projekt zu früh gestoppt», sagte Gross. «Es ist mir nicht gelungen, bei YB eine absolute Winner-Mentalität einzupflanzen. Zudem haben wir im Herbst gerade in den Heimspielen auf dem Kunstrasen vielleicht zu offensiv gespielt. Aber ob das ein Fehler war? Ich liess den Fussball spielen, der mir entspricht. Ich bin ein mutiger, offensiver Mensch.»
Gross übte sich nicht nur in Selbstkritik, sondern nahm auch sein (ehemaliges) Personal in die Verantwortung. «Viele Leistungsträger haben ihre Führungsrolle nicht so interpretiert, wie ich mir das wünschte.»
Um seine Zukunft als Trainer macht sich Gross keine allzu grossen Sorgen. «Ich habe immer bewiesen, dass ich eine Mannschaft aufbauen kann. Bei Tottenham und in Stuttgart gelang es mir, Teams vor dem Abstieg zu retten. Ich kann auch eine Nachwuchsmannschaft trainieren.» (si) -
Schnitt zu früh gemacht
Alle die mich verpflichten wollten wussten, dass ich ein Mann bin, der längerfristig denkt, betont Gross noch einmal. Der Schnitt sei zu früh gemacht worden. «Ich dachte ich sei bei YB erst am Anfang, aber es war schon das Ende.»
Er wünsche der Mannschaft aber nur das Beste. -
Degen liess Konsequenz vermissen
David Degen habe in den letzten Spielen die Konsequenz vermissen lassen. Die sei schon so, seit klar wurde, das sein Zwillingsbruder nicht zu YB wechselt.
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Zweitweise auf Augenhöhe mit Basel
Christian Gross hat Spiele gesehen, in denen man auf Augenhöhe mit dem FC Basel war. Die Konstanz habe aber gefehlt. Er glaubt, das YB in drei Jahren so weit ist um Basel hinter sich zu lassen.
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Naturrasen
Der Naturrasen sei nie eine Bedingung gewesen, die er vor seiner Anstellung gestellt habe. Das sei schon vorher geplant gewesen.
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Gross lobt die Investoren
Man muss den Investoren ein Kränzchen winden, dass sie in YB investiert haben, sagt Gross. Die Frage, ob die Vereinsverantwortlichen zuwenig Mut bewiesen haben, beantwortet er nicht eindeutig.
Er stellt aber klar, dass die Investoren stets auf ein ausgeglichenes Budget geachtet haben. So sei auch der Transfer von Bienvenu zu erklären. -
Generelles Problem?
Man muss als Trainer kritikresistent sein, ist sich Gross bewusst. Er findet aber, dass die Trainer in der Schweiz zu schnell wechselt und auch die Medienberichterstattung oft zu negativ ist.
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Wie weiter mit Gross?
Auf die Frage, ob er in Zukunft auch einen Verein ohne Titelambitionen trainieren würde, gibt Gross eine ausweichende Antwort. Er wolle dort sein, wo es um etwas geht.
«Ich habe immer Mannschaften aufgebaut und versucht dort hinzukommen, wo es spannend ist.» Er könne aber problemlos auch eine Nachwuchsmannschaft trainieren. «Ich bin mit Begeisterung Fussballtrainer.» -
Nachwuchs macht Fortschritte
Gross betont, dass es wichtig war, viele neue Spieler zu verpflichten, weil das Niveau des YB-Nachwuchs noch nicht hoch genug sei. Er ist aber überzeugt, dass auch hier Fortschritte gemacht wurden. «Die Nachwuchsabteilung ist auf dem besten Weg, das sie mit Basel und dem FC Zürich mithalten kann.»
Man könne einen Xhaka und einen Shaqiri aber nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln, stellt Gross klar. -
Mut hätte sich ausbezahlt
Es sei ihm nicht gelungen, die Winnermentalität einzuimpfen, gibt Gross zu. Zudem habe man in einigen Spielen zu offensiv gespielt. «Ich bin vom Typus her ein mutiger Mensch und dies hätte sich auch bei YB ausbezahlt.»
Er baue sehr gerne Mannschaft auf, die ziel- und leistungsorientiert sind. Dies sei ihm in den letzten Monaten nicht immer gelungen.
Gross würde im Nachhinein einige Sachen langsamer angehen. Er kritisiert aber auch, dass Bienvenu abgegeben wurde. -
Prozess erst am Anfang
«Ich bin überzeugt, dass ich auf die Siegerstrasse zurückgekommen wäre. Wir hatten in den letzten Spielen viel Pech. Der Prozess war erst am Anfang und wurde vorzeitig beendet.»
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3. Phase
Gross betont, dass die Phase 3 nicht von ihm postuliert worden sei. Mann könne im Fussball den Erfolg nicht kaufen. Neue Spieler brauchen ihre Zeit um sich einzuleben.
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Nicht genug Zeit
Der Ex-Trainer kritisiert die mangelende Geduld bei YB. Er habe nicht genug Zeit gehabt um das Team umzubauen.
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Grosse Zukunft
Gross ist sich bewusst, dass die Resultate nicht gepasst haben in jüngerer Vergangenheit. Zudem hätten die Leistungsträger ihre Führungsrolle nicht so interpretiert, wie er sich dies gewünscht hätte.
Er glaubt aber, dass YB eine grosse Zukunft bevorsteht. Er erwähnt die vielen jungen Spieler die YB mittlerweile im Kader hat. Momentan fehle YB aber noch immer der Killerinstinkt. -
Grosse Enttäuschung
«Ich bin enttäuscht», stellt Gross klar. Seiner Meinung nach habe man das Arbeitsverhältnis zu früh beendet. Er habe gerne in Bern gearbeitet und wollte weitermachen.
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Auf Wunsch des Ex-Trainers
Christian Gross habe den heutigen Medientermin gewünscht, erklärt Mediensprecher Albert Staudemann.
Er habe von Anfang an gewusst, dass die Aufgabe in Bern immens schwierig wird, erklärt der Zürcher. -
Los gehts
Christian Gross hat soeben den Raum betreten. Die Konferenz beginnt in wenigen Augenblicken.
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Grosses Medieninteresse
Etwa 40 Medienschaffende werden den Worten von Christian Gross lauschen. Auch mehrere Fernsehteams sind vor Ort.
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Zuerst Gross, dann Kaenzig und Piserchia
Am Tag nach seiner Entlassung stellt sich Christian Gross den Medien. Ab 12.30 Uhr wird er sich im Stade de Suisse zu seiner Situation äussern.
Ab 13.45 Uhr kommen dann auch noch Ilja Kaenzig, Hansruedi Hasler, Erminio Piserchia, Thomas Häberli und Paolo Collaviti zu Wort.
Erstellt: 30.04.2012, 12:31 Uhr
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49 Kommentare
Ein grosser Fehler Gross zu entlassen. Er hätte YB zum Erfolg geführt, dafür hätte er mehr Zeit benötigt sowie auch mehr Vertrauen vom VR. Der VR hat schon wieder versagt, nicht eben Intelligent immer die gleichen Fehler zu machen. YB wird so nie Erfolg haben! Antworten
Nein, Herr Gross. Das was man in den letzten Spielen gesehen hat, hatte nichts mehr mit Pech zu tun. Da reden Sie sich was ein! Alle ausser Spycher spielen, seit Sie hier sind, unter ihrem Potenzial und von Woche zu Woche verschlimmerte sich dies. Farnerud, einst ein Top-Spieler ist völlig von der Rolle, um nur 1 Beispiel zu nennen. Welche Indizien gab es denn, dass sich dies ändert? Nichts... Antworten
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