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«Wir wissen, wie man Basel schlägt»
Interview: Thomas Niggl. Aktualisiert am 15.05.2012
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Wer gewinnt heute den Cup-Final?
FC Basel
FC Luzern
2288 Stimmen
Luzerns Trainer Murat Yakin. (Bild: Keystone )
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Murat Yakin, wann fahren Sie mit ihrer Mannschaft nach Bern?
Wir werden heute um 11 Uhr in Luzern noch trainieren und anschliessend nach Bern fahren.
Als Spieler standen Sie viermal in einem Cupfinal. Wie ist Ihre Bilanz?
Ich holte mit dem FC Basel zweimal und mit GC einmal den Cupsieg. Leider musste ich einmal als Verlierer vom Platz. 1993 unterlagen wir mit GC gegen Lugano.
Was bedeutet für Sie als Basler und ehemaliger FCB-Spieler eine Begegnung mit dem FC Basel?
Natürlich ist das für mich immer wieder eine spezielle Sache. Aber ein Cupfinal ist immer etwas sehr Spezielles. Für die Spieler, für die Fans, für den Verein, für das Umfeld schlechthin.
Spüren Sie diese Euphorie zurzeit in Luzern?
Und wie. Die Fans freuen sich unheimlich auf diese Partie. Die Anspannung ist riesig, es knistert. Unsere tollen Fans hätten es auch verdient, wenn wir den Cup nach Hause bringen würden. In den letzten Jahren hat der FCL keine Titel mehr gewonnen. Es wäre also an der Zeit.
Sie steigen gegen Meister Basel als Aussenseiter in diese Partie.
Mag sein. Aber wir haben in dieser Saison bewiesen, dass wir gegen den FC Basel bestehen können. Wir haben in Basel in der Meisterschaft zwar zweimal verloren, zu Hause aber ein Remis und einen Sieg eingefahren (lacht).
Weshalb lachen Sie?
Der FC Basel hat am Samstag gegen GC einen Rekord aufgestellt und in den letzten 26 Spielen nicht mehr verloren. Die letzte Niederlage haben wir dem FCB mit Luzern zugefügt. Wir siegten mit 3:1.
Sie denken, das ist ein gutes Omen?
Ich hoffe es. Wir wissen jedenfalls, wie und dass wir den FC Basel besiegen können. Wir brauchen uns vor diesem Team nicht zu verstecken. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir den Halbfinal in Sion gewonnen haben.
Weshalb sind Sie immer so optimistisch?
Ich bin es aus meiner Zeit als Spieler gewohnt, Titel zu holen. Diese Winnermentalität will ich auch meinen Spielern vermitteln.
Der FC Basel ist gespickt mit ehemaligen oder aktuellen Nationalspielern. Wie kann man Frei, Shaqiri, Streller, Xhaka, Stocker und Co. überhaupt stoppen?
Wir dürfen uns nicht auf den Gegner fokussieren. Wir müssen uns auf unsere Qualitäten, die absolut vorhanden sind, besinnen und unsere Stärken ausspielen.
Wie werden Sie das umsetzen?
Der Cupfinal entscheidet sich nur im Kopf. Und das gilt auch für meine taktische Marschroute, die ich ausgeben werde. Ich erwarte, dass meine Spieler meine Ideen konsequent umsetzen.
Wie wird Ihr taktisches Konzept aussehen?
Dazu möchte ich noch nicht viel verraten. Ich werde auch die Aufstellung erst kurz vor Spielbeginn bekannt geben. Da könnte es schon noch die eine oder andere Überraschung geben.
Was ist das Entscheidende in einem Cupfinal?
Wie gesagt, es ist reine Kopfsache. Die Spieler dürfen eine gesunde Anspannung haben, aber nicht hypernervös oder übermotiviert sein. Wir müssen cool bleiben, die Fehlerquote auf ein Minimum reduzieren und auch mutig sein. Wir dürfen nicht nur reagieren, wir müssen auch agieren. Wir müssen vor allem als Team funktionieren und in den Schlüsselszenen kältschnäuzig sein.
Während Sie mit Ihrer Mannschaft der Vizemeisterschaft entgegensteuern und im Cupfinal stehen, ist ihr einstiger Lehrmeister Christian Gross seinen Job schon wieder los. Hätten Sie nicht erwartet, dass man ihm bei YB etwas mehr Zeit als nur zehn Monate lässt?
Machen wir uns doch nichts vor, in diesem Geschäft hat ein Trainer keine Zeit. Das geht mir in Luzern genauso. Natürlich ist hier die Erwartungshaltung nicht ganz so gross wie in Bern. Aber trotzdem immer noch sehr hoch.
Sie werden bei YB als Nachfolger von Christian Gross gehandelt. In gewissen Medien wurde gar behauptet, Sie hätten mit Benno Oertig, dem starken Mann im Verein, sogar schon Golf gespielt. Stimmt das und haben Sie Kontakt zu YB?
Erstens habe ich mit Herrn Oertig noch nie Golf gespielt. Zweitens habe ich zu YB überhaupt keinen Kontakt. Das interessiert mich auch nicht. Ich habe in Luzern noch einen Vertrag bis 2013. Und diese Arbeit will ich auch zu Ende führen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.05.2012, 11:26 Uhr
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