Sport
Hoeness, Daum und das Pulver im Kaffee
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 31.03.2011
Bei einem Gespräch im Rahmen des Kulturforums der Düsseldorfer Stadtsparkasse kritisierte Hoeness Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Dieser hatte Michael Skibbe in der vergangenen Woche entlassen und dafür Daum als neuen Trainer des Schweizers Pirmin Schwegler verpflichtet. «Ich habe mich schon gewundert, dass Heribert, den ich als sehr behutsamen und bedächtigen Mann mit konservativer Neigung und nachhaltigen Manager kennengelernt habe, so eine Aktion startet», sagte Hoeness. Das habe er nicht für möglich gehalten.
«Da muss irgendwie ein Pulver im Kaffee der Bundesliga gewesen sein. Und er hat vielleicht auch etwas da drin gehabt», sagt Hoeness. Ein Schelm ist, wer sich dabei etwas Böses denkt. Daum war in seiner Zeit als Trainer von Leverkusen des Kokain-Konsums überführt und verurteilt worden. Vor seinem Engagement in Frankfurt hatte Daum zuletzt in der Türkei bei Fenerbahçe Istanbul gearbeitet. Er ist von der erneuten Attacke von Hoeness überrascht. «Es ist für mich immer wieder enttäuschend nach all den Begegnungen, die wir gehabt haben. Ich werde nicht sagen, wie es in mir aussieht», sagt Daum in «Bild». Er wolle sich einzig und allein auf die Arbeit bei Eintracht Frankfurt fokussieren.
Hoeness kritisiert Testländerspiele
Im Gespräch bei der Düsseldorfer Stadtkasse ging Hoeness auch auf den Deutschen Fussballbund los. Er hat die Ansetzung des Testländerspieles der Deutschen gegen Australien als Geldmacherei verurteilt. «Das Spiel kann man sich schenken. Das wird ja auch nicht gemacht, um zu testen. Sondern da gibt es fünf Millionen Euro für den DFB», poltert Hoeness. Der DFB würde dann den siebten Silo (gemeint ist ein Geldspeicher) bauen, aber nicht einmal Gäste zur Grundsteinlegung einladen. In der entscheidenden Phase der Bundesliga müsse ein Testspiel gegen Australien nicht sein. In der Liga gehe es schliesslich «um Meisterschaft und Existenzen».
Hoeness zweifelt generell den Wert solcher Testspiele an. «Da kann man überhaupt nichts testen», behauptet er. Die Bundesliga sei auf dem Weg, die beste Liga der Welt zu werden. «Ein Trainingsspiel bei Bayern, Team A gegen Team B, ist besser bestückt als das Spiel gegen Australien», ist Hoeness überzeugt. Ansonsten hält der Bayern-Chef viel von der deutschen Nationalmannschaft. «Ich denke, dass Deutschland und Spanien das Nonplusultra in Europa sind und nächstes Jahr den Titel unter sich ausmachen werden», lobt er. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.03.2011, 16:04 Uhr
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