Sport

Hitzfeld zieht Bunjaku dem 18-jährigen Ben Khalifa als Streller-Ersatz vor

Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 27.05.2010 18 Kommentare

Der Schweizer Nati-Trainer setzt auf die Routine des Bundesliga-Stürmers. DerBund.ch/Newsnet berichtete live von der Medienkonferenz.

Bunjaku statt Ben Khalifa: Ottmar Hitzfeld entschied sich für den routinierteren Angreifer als Ersatz von Marco Streller.

Bunjaku statt Ben Khalifa: Ottmar Hitzfeld entschied sich für den routinierteren Angreifer als Ersatz von Marco Streller.
Bild: Keystone

(DerBund.ch/Newsnet)

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    Nach dem Vormittags-Training wird Ottmar Hitzfeld (voraussichtlich) sagen, ob Nassim Ben Khalifa oder Albert Bunjaku für den verletzten Marco Streller ins Nati-Camp einrücken wird. In einer Umfrage von DerBund.ch/Newsnet stimmten 68 Prozent der Leser, die am Voting teilnahmen, für den 18-jährigen GC-Junior. Auf den zwölffachen Torschützen in der Bundesliga Albert Bunjaku fielen entsprechend nur 32 Prozent. Es gibt auch Anzeichen, dass Hitzfeld auf die Karte Jugend setzen wird. Er hatte ohnehin vor, Ben Khalifa im ersten EM-Qualifikationsspiel zumindest einzuwechseln, um ihn so an die Schweiz zu binden. Der U-17-Weltmeister hat auch die tunesische Staatsbürgerschaft.

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    Auch Marco Streller ist anwesend.

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    Hitzfeld: «Jetzt haben wir diesen Schock, dass Marco wieder verletzt ist. Das ist für uns alle eine Enttäuschung. Er hatte seine beste Saison beim FC Basel. Wir müssen nach vorne vorne blicken. Für Marco ist es wichtig, dass er sich schnell erholt.»

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    Hitzfeld: «Ich habe mir Gedanken gemacht, wie wir diesen Ausfall kompensieren können. Ich habe mich entschieden, Albert Bunjaku nachzunominieren.»

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    Hitzfeld: «Bunjaku kann auch auf der Seite spielen. Jetzt wird eher Derdiyok im Zentrum spielen, und Bunjaku auf der Seite nachrücken.»

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    Hitzfeld: «Wir haben noch einige angeschlagene Spieler, aber Barnetta, Von Bergen und Behrami sind keine Probleme. Wir wollen hier einfach dosieren.»

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    Hitzfeld: «Ich hätte mich auch für Ben Khalifa entscheiden können, aber ich setzte hier mehr auf die Routine. Ich habe mich nicht spontan entschieden. Ben Khailfa ist ein anderer Typ. Er ist ein Strafraumspieler wie Marco. Er hat bei GC einige Spiele gemacht und spielt U-21. Aber er hat keine internationale Erfahrung. Ich habe versucht, ihn noch anzurufen, ihn dann aber nicht erreicht. Ich schrieb ihm dann ein SMS, und er hat mir schon geantwortet. Er hat sich gefreut, dass ich über ihn nachgedacht habe. Aber will für die Schweiz spielen, hat er mir erklärt.»

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    Jetzt Marco Streller mit versteinerter Miene: «Es geht mir nicht besonders gut. Es ist immer wieder hart, dass ich an solch wichtigen Anlässen immer wieder absagen muss. Es war mir schon auf dem Feld klar, was passiert ist. Deshalb begann für mich schon nach dem Training die Phase der Verarbeitung.»

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    Streller: «Ich brauche jetzt ein paar Tage, um das zu verarbeiten. Ich fahre heute Nachmittag zurück nach Basel und werde mich mit den Physiotherapeuten unterhalten. Ich weiss noch nicht, ob ich zuerst Ferien mache oder direkt mit der Reha beginne.»

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    Streller: «Meine Karriere ist ein Auf und Ab. Ich hätte der Schweiz gerne den wahren Marco Streller gezeigt. Jetzt werde ich nur als Zuschauer vor dem TV dabei sein und der Mannschaft die Daumen drücken.»

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    Streller zur Rücktritts-Frage: «Das wäre schon das dritte Mal, das will ich jetzt nicht machen.»

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    Streller: «Die Verletzung ist Pech. Ich bin schmerzfrei eingerückt, Wir haben alle möglichen Tests gemacht, und die habe ich alle bestanden. Ich bin ein ehrlicher Spieler, der gesagt hätte, wenn es nicht gegangen wäre. Ein Schuss im Training, und dann habe ich gemerkt, dass etwas ist. Und wenn man zweimal an der gleichen Stelle etwas hat, dann ist es beim zweiten Mal meistens schlimmer.»

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    Streller: «Ich habe mich extrem seriös vorbereitet. Im athletischen Bereich und im Ernährungsbereich. Das sind vermutlich Folgeverletzungen der Fibula-Verletzung. Danach hat die Seuche wieder angefangen. Ich versuche, da wieder gestärkt rauszukommen. Dass es mich so häufig trifft ist schon hart. Ich wünsche aber Albert Bunjaku alles Gute. Er ist ein feiner Kerl. Des einen Pech ist des andern Glück.»

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    Ganz bitter für Streller. Ein Journalist fragt Streller nach den Aussichten der Schweiz für Südafrika. Er wird abgewimmelt.

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    Jetzt kommt der Auftritt der spanischen Journalistin, die sich erkundigt, ob Casillas oder Valdes der gefährlichere Torhüter wäre. Beides seien Weltklassegoalies, aber Diego Benaglio sei der beste Torhüter des Turniers.

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    «Warum immer ich? Habe mich das sehr häufig gefragt, aber rausgekommen ist nichts. Habe mit Vereinstrainer gesprochen, mit der Familie, mit Freunden und auch mit den Teamkollegen. Diese Gespräche haben mir sehr gut getan. Das zeigt, wie viel Klasse in dieser Mannschaft steckt.»

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    Vergleich zu Deutschland 2006: «Vor vier Jahren hatten wir die erfahrenere Mannschaft, aber jetzt haben wir eine junge, hungrige Mannschaft. Von der Qualität der Einzelspieler ist diese Mannschaft stärker als vor vier Jahren.»

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    Das war also die Medienkonferenz mit Ottmar Hitzfeld und dem unglücklichen Marco Streller.

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    Der verletzte Marco Streller wird an der WM in Südafrika durch Albert Bunjaku ersetzt. Der 26-jährige Nürnberg-Stürmer wird am Donnerstag Abend ins Camp der Schweizer in Crans-Montana einrücken.

    Nach dem Out des Baslers war klar, dass sich Ottmar Hitzfeld entweder für Bunjaku oder Nassim Ben Khalifa (18) von GC entscheiden würde. Der Nationalcoach zog den Bundesliga-Profi dem vergleichsweise unerfahrenen U-17-Weltmeister vor.

    Bunjaku hat sich in seiner ersten Bundesliga-Saison mit zwölf Treffern einen Namen geschaffen. Der Club stieg vor allem dank ihm nicht wieder ab. Vor seinem Wechsel nach Deutschland (Paderborn, später Erfurt) hatte er den Tritt in der höchsten Schweizer Liga bei Schaffhausen nicht gefunden.

    Sein Debüt im Nationalteam liegt lediglich ein paar Monate zurück. Am 14. November trug er gegen Norwegen (0:1) erstmals das SFV-Shirt. Nun gehört der gebürtige Kosovare zum Kreis der besten 23 - zwei Jahre nach seiner Jokerrolle in der dritten Liga Deutschlands.

Erstellt: 27.05.2010, 11:57 Uhr

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18 Kommentare

sandro hartmann

27.05.2010, 12:59 Uhr
Melden

Der Hitzfeld ist def. nicht ein Fan von Nachwuchshoffnungen Antworten


Bea Gerber

27.05.2010, 12:53 Uhr
Melden

Es hätte mich sehr überrascht wenn Herr Hitzfeld Ban Khalifa aufgeboten hätte. Da hätte mit der Argumentation - sich gegen Valentin Stocker zu entscheiden - etwas nicht gestimmt....Schade nur, dass Herr Hitzfeld nicht das tut was er bei seinem Amtsantritt gesagt hat: Es spielen keine Spieler die bei ihrem Club auf der Bank sitzen.... Antworten



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