Hitzfeld trauert den Alten nach und brüskiert die Jungen
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 06.06.2011 101 Kommentare
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Der Deutsche wird nach der hervorragenden Leistung seiner neuen Mannschaft vielerorts für den Umbruch gelobt. Doch den Umbruch eingeleitet hat nicht Hitzfeld, sondern jene Spieler, die den Rücktritt erklärt hatten: in erster Linie die beiden Basler Stürmer Alex Frei und Marco Streller. Und jetzt trauert Hitzfeld ausgerechnet diesem Duo nach, das ihn im Stich gelassen hatte.
Kurz nach der Partie im Londoner Wembley-Stadion überraschte Hitzfeld auf SF mit seinen Äusserungen die Experten. «Wir haben ja einige junge Spieler, und wir müssen ja auch die Lücke schliessen von Alex Frei und Marco Streller im Angriffsbereich, was nicht so einfach wird für uns. Und wir müssen in den nächsten Monaten oder vielleicht auch Jahren erst mal erkennen, welche grossartigen Leistungen die beiden Spieler gebracht haben», meinte Hitzfeld. Hitzfeld denkt nicht, dass man den Umbruch hätte früher einleiten müssen. «Ich wäre auch gegen England gerne mit Alex Frei und Marco Streller angetreten», sagte er. Mit dieser Analyse brüskiert Hitzfeld seine junge Mannschaft, die ohne Frei und Streller in London vielleicht das beste Spiel seit dem 1:0-Sieg an der Weltmeisterschaft vor einem Jahr in Südafrika über den späteren Titelgewinner Spanien absolviert hat.
«Ich bin total erstaunt, dass Hitzfeld so etwas überhaupt von sich geben konnte», sagt Jörg Stiel, der ehemalige Captain der Schweizer Nationalmannschaft, gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Die junge Schweizer Mannschaft habe in Wembley einen super Job verrichtet. «Wenn Derdiyok gehört hat, was Hitzfeld sagte, dürfte ihm das zu denken geben», mutmasst Stiel. Derdiyok habe ein hervorragendes Spiel abgeliefert. «Er hat gefightet wie ein Berserker und bis zur totalen Erschöpfung. Er hat Chancen vorbereitet und hat sich einige auch selbst erarbeitet. Derdiyok ist dort hingegangen, wo es auch richtig wehtut», sagt Stiel. Auch die anderen Jungen wie Shaqiri, Xhaka, Mehmedi oder Emeghara hätten sich glänzend eingefügt. «Mehmedi hatte nach Vorarbeit von Emeghara sogar den Matchball auf dem Fuss», so Stiel.
Auch Bickel wundert sich über Hitzfeld
Derdiyok habe in Winkelried-Manier die Löcher in der englischen Abwehr aufgerissen. Stiel kann nicht nachvollziehen, dass Hitzfeld den Zurückgetretenen auch noch nachtrauert. «Ich glaube nicht, dass man noch über Spieler reden sollte, die nicht mehr dabei sind», sagt der Aargauer. Frei und Streller hätten ihren Rücktritt erklärt, was auch legal sei. «Aber dabei sollte man es nun wirklich bewenden lassen und das Kapitel abschliessen.»
Auch FCZ-Sportchef Fredy Bickel findet Hitzfelds Äusserungen seltsam. «Ich finde das unglücklich», sagt der Zürcher gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Frei und Streller würden der Vergangenheit angehören. Geärgert hat sich Bickel über eine Aussage, die Hitzfeld im Sportpanorama am Sonntag gemacht hat. Gast war der Basler Internationale Xherdan Shaqiri. In einer Einspielung lobte Hitzfeld den jungen Spieler und erklärte auch, dass Shaqiri beim FC Basel im besten Verein der Schweiz spiele. «Auch das fand ich eher unglücklich», sagt Bickel. Es gebe noch andere Schweizer Klubs, die auf die Jugend setzen und glänzende Nachwuchsarbeit abliefern würden. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.06.2011, 13:26 Uhr
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101 Kommentare
Da kann man jetzt schreiben was man will. Ohne Frei hat die Mannschaft seit langem mal wieder "frei" aufgespielt, erfrischenden und mutigen Fussball gezeigt. Niemand der der Ball unter allen Umständen fordert. Der der "frei" stand bekam den Ball, auch ohne "Frei" zu heissen. Es war wirklich Ziet das Diva Frei den Hut genommen hat. Hitzfeld ist einfach nur höflich, aber auch dankbar. Antworten
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