Sport

Hauptsache, es wird ein Sieg

Von Peter Herzog. Aktualisiert am 28.07.2010

Die Young Boys wollen heute Abend gegen Fenerbahçe Istanbul im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League im Stade de Suisse vorlegen und die Türken mit einem Sieg unter Druck setzen.

Mit jedem Sieg zufrieden: Vladimir Petkovic und sein Assistent Erminio Piserchia.

Mit jedem Sieg zufrieden: Vladimir Petkovic und sein Assistent Erminio Piserchia.
Bild: Keystone

Anreise mit Reserve-Car

Mit drei Cars reiste gestern die Delegation von Fenerbahçe vom Flughafen Zürich-Kloten nach Bern. Zwei wurden für die Spieler und Delegation benötigt, der dritte fuhr leer nach Bern. «Der dritte Bus war der Ersatzbus, falls es eine Panne geben sollte. Man sei nicht bereit, eine Stunde auf einen Bus zu warten, sagte man uns», erzählte YB-Sportchef Alain Baumann. Um 19 Uhr trainierten die Türken auf dem für sie ungewohnten Kunstrasen im Stade de Suisse. Trainer Aykut Kocaman steht aus verschiedenen Gründen ein halbes Dutzend Stammspieler nicht zur Verfügung. Zu den Abwesenden gehört mit Uruguays WM-Teilnehmer Diego Lugano auch der Abwehrchef. Kocaman gab sich zuversichtlich. «Der Kunstrasen ist ein Vorteil für den Gegner und auch die Tatsache, dass er bereits in der Meisterschaft ist. Wenn wir unsere Möglichkeiten umsetzen, sollte es aber kein Problem sein, diese Runde zu überstehen.» (zog)

Vladimir Petkovic übt trotz dem wenig berauschenden Saisonstart der Young Boys vor dem Heimspiel gegen Fenerbahçe Istanbul in Zuversicht. «Wir wollen gegen diese europäische Topmannschaft nicht nur eine gute Figur machen, sondern die Runde überstehen und für die Qualifikation der Gruppenspiele der Champions League alle Möglichkeiten offenlassen», sagt der YB-Trainer. Dazu aber brauche es innert 7 Tagen zwei perfekte Spiele gegen den türkischen Traditionsklub. Gegenüber dem Saisonstart in Thun (1:1) hat Petkovic beim 1:1 gegen Luzern am Samstag Fortschritte ausgemacht. «Wir hatten gegen Luzern 63 Prozent Ballbesitz, das ist beachtlich.» Aber das mentale Loch, in das seine Mannschaft während 15 bis 20 Minuten nach der Pause gefallen sei, «als Luzern zu vier Möglichkeiten kam und auch das Tor erzielte», diesen Absturz dürfe man sich gegen Fenerbahçe nicht leisten.

Petkovic: Mit jedem Sieg zufrieden

Da die Saison in der Süper Lig erst Mitte August beginnt und Fenerbahçe noch nicht alle Transfers abgeschlossen hat, war es für die YB-Beobachter nicht einfach, aus den Vorbereitungsspielen der Türken konkrete Schlüsse zu ziehen.

«Ich wäre mit jedem Sieg zufrieden», meint Petkovic. «Auch wenn wir nur mit einem Tor Vorsprung nach Istanbul reisen würden, müsste Fenerbahçe offensiver spielen und das gäbe uns mehr Raum.» Aber auch der Trainer vermutet, dass die ganz grosse Bewährungsprobe YB in Istanbul «in diesem verrückten Stadion» beim Rückspiel am 4. August bevorstehen wird.

Heute im Stade de Suisse wird Petkovic 90 Minuten vor dem Spiel und bis 15 Minuten nach dem Spiel sich von seiner Mannschaft fernhalten müssen, da er von der Uefa mit einer Spielsperre belegt worden war. Beim letzten Europacup-Spiel gegen Bilbao vor einem Jahr protestierte Petkovic heftig gegen die Schiedsrichterleistung, was ihm diese Sanktion eintrug. Er habe mit Erminio Piserchia alle Möglichkeiten durchgesprochen, «zu 90 Prozent ist alles klar». Und er hege Vertrauen in seinen Assistenten, «Erminio kann selbstständig Entscheidungen im Coaching vornehmen.»

5000 bis 6000 Fenerbahçe-Fans

Bei den Young Boys rechnet man mit zwischen 22 000 bis 25 000 Zuschauern. «Wir gehen davon aus, dass es auch in Bezug auf die Zuschauer ein Heimspiel für YB geben wird», erklärt der Medienverantwortliche Albert Staudenmann. «Aufgrund der Informationen, die wir aus dem Vorverkauf haben, werden voraussichtlich 5000 bis 6000 Fenerbahçe-Fans im Stadion sein», sagt Staudenmann. Über die getroffenen Sicherheitsmassnahmen gibt YB verständlicherweise keine Details bekannt. «Aber seit wir wissen, dass Fenerbahçe kommt, sind diverse Massnahmen getroffen worden», so Staudenmann.

Aufstellungen: YB: Bürki; Affolter, Dudar, Raimondi; Sutter, Doubaï, Spycher, Degen; Costanzo; Marco Schneuwly/Regazzoni, Bienvenu. – Fenerbahçe: Volkan Demirel; Bekir, Bilica, Ilhan, André Santos; Baroni, Emre; Kazim Kazim, Alex, Stoch; Gökhan Ünal. (Der Bund)

Erstellt: 28.07.2010, 07:17 Uhr

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