Der VfB Stuttgart hatte Chancen zu einer klaren Führung - doch zum Schluss musste das Team von Christian Gross im Achtelfinal der Champions League gegen Barcelona mit dem 1:1 zufrieden sein.
Guter Auftritt: Das Gross-Team Stuttgart trotzte Titelverteidiger Barcelona ein 1:1 ab. Bild: Keystone
Die taktische Vorgabe von Gross, der die Schwaben in der Bundesliga aus der Abstiegszone geführt hat, basierte auf einer soliden, kompakten Defensive gekoppelt an ein dosiertes Risiko in der Offensive. Gross, topmodisch gekleidet mit einem eleganten schwarzen Wintermantel, war für den VfB so etwas wie der 12. Mann an der Linie. Der Zürcher gab lautstark taktische Anweisungen, applaudierte temperamentvoll jede gelungene Aktion seiner Spieler, munterte sie aber auch sofort auf, wenn ihnen mal ein Fehler unterlief.
In der 25. Minute jubelte Gross, sprang vor Freude in die Luft und ballte die legendäre Boris-Becker-Faust. Gebhart hatte eine Flanke zentimetergenau auf den Kopf von Cacau getimt, der den Ball schliesslich zum 1:0 einnickte. Barcelonas Abwehrchef Puyol, der spanische Europameister, der sonst für seine Kopfballstärke bekannt ist, hatte sich diesmal verschätzt.
Stuttgart vepasst klare Führung
Der deutsche Nationalstürmer Cacau, der am vergangenen Samstag beim 4:1-Sieg in Köln einen Hattrick und insgesamt vier Tore beigesteuert hatte, hätte noch einen zweiten oder sogar dritten Treffer nachlegen können. Doch kurz vor der Pause hatten die Platzherren auch Glück. Torhüter Lehmann hatte einen Schuss des kleinen Argentiniers Messi, den Weltfussballer des Jahres, an den Pfosten abgelenkt.
In der 52. Minute musste Lehmann aber doch kapitulieren. Nachdem er einen Schuss von Ibrahimovic aus nächster Nähe vorerst noch hatte mirakulös abwehren können, liess ihm der schwedische Nationalstürmer dann im Nachschuss keine Chance mehr - 1:1.
Ref verweigert Barcelona einen Elfmeter
In der Folge entwickelte sich das Spiel zu einem offenen Schlagabtausch mit einem kleinen Chancenplus für die Gäste. In der 69. Minute hatten die Stuttgarter wieder Glück. Der Italiener Molinaro, von Juventus Turin für den zum FC Zürich abgewanderten Schweizer Magnin ausgeliehen, hatte einen Schuss von Ibrahimovic auf der Linie mit dem Oberarm abgewehrt. Es hätte einen Elfmeter für Barcelona und einen Platzverweis gegen den Linksverteidiger geben müssen. Doch Ref Kuipers hatte den Regelverstoss nicht geahndet. Weshalb, bleibt sein Geheimnis.
Gross, der in der letzten Saison mit dem FC Basel ebenfalls in der Champions Leaguegegen Barcelona einen beachtlichen Punkt gewonnnen hatte, steht jetzt im Rückspiel mit Stuttgart vor einer sehr schweren Aufgabe, die nur schwer zu lösen sein wird. (DerBund.ch/Newsnet)