Gross und der Trainerfluch von Stuttgart
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 31.08.2010
| Die 33. Runde |
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Ratlos: Christian Gross
Der VfB hatte das erste Saisonspiel in Mainz mit 0:2 verloren. Am Sonntag folgte die 1:3-Blamage zu Hause gegen Dortmund, das ebenfalls mit einer Niederlage in die neue Saison gestartet war. Während Gross nach der Niederlage in Mainz noch von einer schweren Enttäuschung gesprochen hatte, räumt er nach der 1:3-Heimblamage gegen Dortmund sogar eigene Fehler ein. «Wir sind im Moment glücklos, das gefällt mir überhaupt nicht», sagt Gross in «Bild». Er versuche stets die beste Mannschaft aufzustellen. «Aber das ist mir nicht gelungen», gibt er zu.
Am vergangenen Donnerstag hatte DerBund.ch/Newsnet die Probleme von Gross in Stuttgart aufgezeichnet. Sollte Gross weiter zögern, den 2011 auslaufenden Vertrag zu verlängern, habe der neue Sportchef Fredi Bobic mit Intimus Krassimir Balakow bereits einen Nachfolger in der Hinterhand. Bobic und Balakow sind seit Jahren eng befreundet. Sie bildeten als Profis einst beim VfB das magische Trio mit Elber, Balakow und Bobic. Nach der peinlichen 1:3-Blamage gegen Dortmund schlug Bobic erstmals kritische Töne an. «Das ist mir unerklärlich. Es sah aus, als wären wir nicht eingespielt.» Im Klartext: Bobic stellt Gross kein gutes Zeugnis aus.
Auch die Gross-Vorgänger Veh und Babbel mussten vorzeitig gehen
Gross, der ehemalige Meistermacher von GC und Basel, hatte den VfB in der letzten Saison aus der Abstiegszone noch sensationell in die Europa League geführt. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Stuttgarter nach guten Rückrunden zum Start in die darauffolgende Saison dann förmlich versagen. Armin Veh hatte 2007 mit Stuttgart den ersten Meistertitel nach 15 Jahren gewonnen. Im November 2008 wurde er mit einem Schnitt von nur 1,2 Punkten pro Spiel entlassen.
Auch Markus Babbel, dem Vorgänger von Gross, erging es nicht besser. Er führte vor zwei Jahren den VfB von Rang 11 noch auf Platz 3. Doch dann ging es auch für ihn nur noch bergab. Babbel gewann 2009 in der Hinrunde sogar nur noch 0,8 Punkte pro Spiel und wurde entlassen. Ereilt Gross in Stuttgart schon bald das gleiche Schicksal? Über den Trainern, die in Stuttgart auf Anhieb Erfolg haben, hängt offenbar ein böser Fluch.
Wegen der EM-Qualifikation hat die Bundesliga jetzt zweieinhalb Wochen Pause. Dann steigt das Derby zwischen Freiburg und Stuttgart. Gross kann sich eine weitere Niederlage kaum erlauben. Er hat seinen Kredit nämlich bereits aufgebraucht. Die Bundesliga ist ein schnelllebiges Geschäft. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 31.08.2010, 09:59 Uhr
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