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Gelb-Schwarz in der Sinnkrise
Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 30.04.2012 4 Kommentare
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Die YB-Führung zieht die Reissleine. Nach zuletzt schwachen bis sehr schwachen Auftritten hat sie gestern Christian Gross entlassen. Sie traute dem Trainer mit grosser Vergangenheit bei GC und Basel nicht mehr zu, dass er die Wende zum Besseren schafft. Die Entscheidung ist nachvollziehbar, wenn man die Leistungskurve von YB in diesem Frühjahr betrachtet. Nach einem guten Rückrundenstart präsentiert sich die weitaus teuerste Mannschaft aller Zeiten zumeist als ideen-, hilf- und konzeptloser Haufen.
Doch ergibt es wirklich Sinn, den teuren Titeltrainer fünf Runden vor Meisterschaftsende zu entlassen? Immerhin belegt YB in der Tabelle immer noch Platz 3 und dürfte sich trotz Formkrise für die Europa League qualifizieren. Und haben nicht dieselben Personen, die Gross jetzt vorzeitig in die Wüste schicken, ihn vor einem Jahr als «die bestmögliche Variante» für den ebenfalls geschassten Vladimir Petkovic angepriesen?
Wie lässt sich der Blues vertreiben?
Der Gesinnungswandel ist exemplarisch für die Sinnkrise, in welcher der BSC YB steckt, seit er mit aller Gewalt den Fussball-Olymp erklimmen will. Titel müssen her, koste es, was es wolle. So das Leitmotiv der Stadionbesitzer Andy und Hans-Ueli Rihs sowie Benno Oertig. Der umtriebige wie charismatische Stadionchef Stefan Niedermaier musste dem Bundesliga-erprobten Fussballmanager Ilja Kaenzig Platz machen, weil er mit Oertig nicht klarkam und zu wenig Fussballsachverstand hatte. Kaenzig trieb eine millionenteure Vorwärtsstrategie voran. Erfolg war ihr bisher nicht beschieden. Im Gegenteil. YB hat in den letzten 12 Monaten Zuschauer, Saisonabo-Käufer, Sponsoren und viel Goodwill verloren.
Wie lässt sich der Blues vertreiben, der den Klub erfasst hat? Eine schwierige Frage. Wie wäre es, wenn sich YB weniger unter Druck und mehr auf eigenes Schaffen statt auf überteuerte Söldner setzen würde? Die Equipe muss zwar aus wirtschaftlichen Gründen an der Spitze der Super League mitspielen. Doch es ist vermessen, von ihr jedes Jahr einen Titel zu verlangen angesichts der Stärke von Ligakrösus Basel. (Der Bund)
Erstellt: 30.04.2012, 06:45 Uhr
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4 Kommentare
Wir Fans verlangen doch nicht 'um z verrecke' einen Titel! Aber eine Mannschaft, die kämpft und Herz zeigt. Wenn ein Trainer nicht wenigstens dieses Minimal-Ziel erreicht, dann ist subito ultimo! Die 'Darbietungen' der letzten Spiele waren von einer erschreckenden Blutlosigkeit. Dann noch Zeit für einen 'Aufbau' zu verlangen ist einfach nur eine Zumutung! Abfahre!!! Antworten
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