Sport
Favre: Leverkusen oder doch die Bayern?
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 10.05.2012
Bundesliga
34. Runde
| 18.05. | M'gladbach - Bayern München | 3 : 4 |
| 18.05. | SC Freiburg - Schalke 04 | 1 : 2 |
| 18.05. | Hamburger SV - Bayer Leverkusen | 0 : 1 |
| 18.05. | Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg | 2 : 2 |
| 18.05. | 1. FC Nürnberg - Werder Bremen | 3 : 2 |
| 18.05. | Borussia Dortmund - Hoffenheim | 1 : 2 |
| 18.05. | VfB Stuttgart - Mainz 05 | 2 : 2 |
| 18.05. | Augsburg - Greuther Fürth | 3 : 1 |
| 18.05. | Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf | 3 : 0 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Bayern München | 34 | 29 | 4 | 1 | 98:18 | 91 |
| 2. | Borussia Dortmund | 34 | 19 | 9 | 6 | 81:42 | 66 |
| 3. | Bayer Leverkusen | 34 | 19 | 8 | 7 | 65:39 | 65 |
| 4. | Schalke 04 | 34 | 16 | 7 | 11 | 58:50 | 55 |
| 5. | SC Freiburg | 34 | 14 | 9 | 11 | 45:40 | 51 |
| 6. | Eintracht Frankfurt | 34 | 14 | 9 | 11 | 49:46 | 51 |
| 7. | Hamburger SV | 34 | 14 | 6 | 14 | 42:53 | 48 |
| 8. | M'gladbach | 34 | 12 | 11 | 11 | 45:49 | 47 |
| 9. | Hannover 96 | 34 | 13 | 6 | 15 | 60:62 | 45 |
| 10. | 1. FC Nürnberg | 34 | 11 | 11 | 12 | 39:47 | 44 |
| 11. | VfL Wolfsburg | 34 | 10 | 13 | 11 | 47:52 | 43 |
| 12. | VfB Stuttgart | 34 | 12 | 7 | 15 | 37:55 | 43 |
| 13. | Mainz 05 | 34 | 10 | 12 | 12 | 42:44 | 42 |
| 14. | Werder Bremen | 34 | 8 | 10 | 16 | 50:66 | 34 |
| 15. | Augsburg | 34 | 8 | 9 | 17 | 33:51 | 33 |
| 16. | Hoffenheim | 34 | 8 | 7 | 19 | 42:67 | 31 |
| 17. | Fortuna Düsseldorf | 34 | 7 | 9 | 18 | 39:57 | 30 |
| 18. | Greuther Fürth | 34 | 4 | 9 | 21 | 26:60 | 21 |
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Diese Frage wird in Deutschland zurzeit heiss diskutiert. Deshalb laufen die Spekulationen auf Hochtouren. Alfred Draxler, stellvertretender Chefredakteur der einflussreichen und fast immer gut informierten «Bild»-Zeitung, schrieb in seiner Kolumne: «Die Treueschwüre in Gladbach für Trainer Lucien Favre werden so laut, dass es immer unverständlicher wird, warum der Schweizer beim Thema Vertragsverlängerung nach wie vor rumeiert. Es heisst, er flirte mit Bayer Leverkusen, wo er auf lange Sicht bessere Perspektiven als in Gladbach sehe.» Im «Doppelpass» des deutschen Senders Sport 1 wiederholte er sich: «Favre eiert herum und geht dann wohl zu Leverkusen.»
Dem widerspricht hingegen Gladbachs Manager Max Eberl vehement. In einem Interview mit «Bild» sagte Eberl auf die Frage, ob Favre auch in der kommenden Saison noch Trainer sei: «Ganz klar ja. Da gibt es keine andere Möglichkeit und auch keine zwei Meinungen.» Und wenn Bayern oder Bayer ihn haben wollen? «Auch dann nicht. Lucien wird seinen Vertrag bis 2013 definitiv erfüllen.» Eberl erklärte auch, dass das Verhältnis zum Schweizer Trainer nach wie vor gut sei, obwohl Favre den Vertrag bisher nicht vorzeitig verlängern wolle. «Bei uns beiden brennt und knistert es nicht, wie einige vermuten. Dann hätten wir nicht so eine überragende Saison hingelegt. Lucien ist halt, wie er ist.» Gladbachs Vizepräsident Rainer Bonhof hatte im «Doppelpass» erklärt: «Wir würden gerne den Vertrag mit Lucien Favre vorzeitig verlängern. Wir möchten langfristig mit ihm zusammenarbeiten.» Doch bisher zögert Favre, den Vertrag vorzeitig zu verlängern.
«Man muss Favre neue Perspektiven bieten»
«Es ist normal, dass ein Erfolgstrainer wie Lucien Favre nach so einer erfolgreichen Saison Angebote bekommt», sagt Experte Günter Netzer gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Und nach der erfolgreichen Saison mit dem Erreichen des vierten Tabellenranges müsse Gladbach dem Schweizer nach den Abgängen von Reus, Dante und Neustädter ansprechende Alternativen und somit neue Perspektiven bieten. «Diese namhaften Abgänge, die einen beträchtlichen Verlust an Qualität bedeuten, müssen kompensiert werden», fordert der ehemalige Spielmacher von Gladbach.
Die heutige Borussia gebe Vertrauen für die Zukunft. «Doch jetzt müssen das Management und der Trainer die guten Voraussetzungen nutzen und nicht wie in der Vergangenheit das Erreichte durch gravierende Fehlentscheidungen wieder infrage stellen», sagt Netzer. Denn die Borussia sei nach wie vor ein fragiles Gebilde. «Favre muss seine Wünsche klar definieren und die Vereinsleitung dem Trainer die Wünsche so gut wie möglich erfüllen.» Die Abgänge müssten mit Spielern kompensiert werden, die zumindest gleich oder sogar bessere Qualitäten versprechen. «In der kommenden Saison muss sich die Borussia auch auf internationaler Bühne präsentieren.» DerBund.ch/Newsnet hat aus gut informierter Quelle erfahren, dass zumindest ein Wunschspieler Favres kaum nach Gladbach kommt. Der FC Basel soll für den Internationalen Granit Xhaka, der sich mit Gladbach einig ist, gegen 15 Millionen Franken fordern. Gladbach ist jedoch nur bereit, gegen acht Millionen für den Schweizer zu investieren.
Favres Bewerbungsschreiben an die Bayern
Bleibt Favre in Gladbach, geht er zu Leverkusen oder doch zu den Bayern? Leverkusen ist nach der Entlassung von Robin Dutt auf Trainersuche. Und auch bei den Bayern könnte es dazu kommen. Trainer Jupp Heynckes hat zwar den Final der Champions League gegen Chelsea und das Endspiel im Pokal gegen Dortmund erreicht. Doch diese beiden Spiele muss er nach der an Dortmund verlorenen deutschen Meisterschaft gewinnen, sonst dürfte auch seine Zeit in München beendet sein. Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hat erst kürzlich gesagt, dass er sich Favre einmal als Trainer in München vorstellen könne.
Und Favre hat in dieser Saison gleich drei Bewerbungsschreiben an die Bayern abgeschickt. In der Meisterschaft gewann der Romand sowohl in München als auch in Gladbach und scheiterte im Pokal zu Hause nur unglücklich im Elfmeterschiessen an den Bayern. Der deutsche Rekordmeister, der den Titelgewinn erneut Dortmund überlassen musste, ist in der Bundesliga nicht zuletzt an Lucien Favre gescheitert. Und nicht unwesentlich an der ganzen Geschichte ist, dass Favre bei den Bayern noch einen Fürsprecher mit Gewicht hat. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der einst mit Favre bei Servette spielte, hält grosse Stücke auf den Schweizer. Das hat er schon mehrmals in der Öffentlichkeit kundgetan. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.05.2012, 10:22 Uhr
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