Sport
Farnerud will wieder siegen
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 27.04.2012
Artikel zum Thema
Artikel zum Thema
Die YB-Fans sind frustriert, das Management ist unzufrieden, der Trainer ist enttäuscht. Sehnen Sie das Saisonende herbei?
Es ist keine einfache Zeit. Es läuft nicht. Es ist schwierig, die Lösung zu finden, aber man muss gegen diese Frustration ankämpfen. Wir müssen schauen, dass wir in den verbleibenden sechs Spielen Platz 2 noch schaffen. Das ist durchaus möglich, davon bin ich fest überzeugt. Das bedeutet aber auch, dass wir am Samstag gegen Servette zum Siegen zurückkehren müssen.
Trainer Christian Gross steht bei den Medien in der Kritik. Registrieren Sie das?
Eigentlich nicht. Ich lese kaum Zeitungen. Das bedeutet nicht, dass ich mich nicht für die Super League interessiere. Jeder Spieler stellt sich natürlich Fragen, weshalb es nicht läuft.
Weshalb läuft es nicht?
Es gibt verschiedene Gründe. Wir haben viele neue Spieler, es braucht einfach Zeit, um als Mannschaft optimal abgestimmt zu sein. Der Trainerwechsel von Petkovic zu Gross brachte in taktischer Hinsicht neue Situationen, auf die man sich einstellen muss. Wir erhalten zu viele Tore, das ist ein Fakt. Wir spielen oft gegen Teams, die sich hinten reinstellen. Da müssen wir uns mehr bewegen, Räume aufmachen, versuchen, die Bälle direkter auf die Sturmspitzen zu spielen.
Das 0:1 gegen Servette am 6. November beim letzten Auftritt in Genf war ein solches Spiel.
Ja, das war ein typisches YB-Spiel dieser Saison. Wir hatten Möglichkeiten, machten das Tor nicht und wurden letztlich ausgekontert. Und in der Schlussphase wurde uns mit einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung ein Tor aberkannt. Aber es hilft alles nichts. Wir haben so viel Qualität in der Mannschaft, dass wir Wege finden müssen, um solche Spiele zu gewinnen.
Die Mannschaft wirkt oft seltsam gehemmt. Setzt der Trainer die Spieler zu stark unter Druck?
Ich komme klar mit der Situation. Wie die anderen Spieler das empfinden, weiss ich nicht. Es ist schwer zu sagen, wie sie denken, was sie fühlen.
Sind Sie den beiden Hauptaktionären von YB, Andy Rihs und Hans-Ueli Rihs, schon mal begegnet?
Ja, sie sind mir vorgestellt worden.
Hat Andy Rihs zur Mannschaft gesprochen, sie kritisiert?
Nein, da ist nichts passiert. Ich habe mich mit ihm unterhalten, es war ein privates Gespräch. So war das.
Wie beurteilen Sie Ihre Leistung in dieser Saison?
Meine Leistung in dieser Saison entspricht jener der Mannschaft, es ist ein Auf und Ab. Wir hatten einen guten Saisonstart, danach gerieten wir in ein Tief. Das neue Jahr begann gut, und dann kam wieder das Tief, in dem wir jetzt noch ein bisschen drinstecken. Und so verläuft auch meine Leistungskurve. Wenn es nicht läuft, hinterfragt man alles. Und wenn man dann versucht, mehr alleine zu machen, kommt es selten gut, weil man blockiert. Ich sehe trotz aller Kritik einen Leistungstrend nach oben. Gegen GC spielten wir trotz des 2:2 besser als in den vergangenen Spielen. Wir standen defensiv besser, aber machten immer noch zu viele entscheidende Fehler, die zu den beiden Gegentoren führten.
Sie hatten im Herbst eine schwere Zeit mit dem Tod Ihres Vaters. Wie geht es Ihnen nun?
Es ist hart. Ich habe meinen Vater bei jedem Spiel bei mir, so versuche ich, seinen Tod zu verarbeiten. Ich habe ihm so viel zu verdanken. Alles, was ich als Fussballer kann, hat er mir beigebracht. Als ich sechs Jahre alt war, brachte er mich zum Fussball, er war immer mein grosser Rückhalt. Leider hat er mich in Bern nicht mehr besuchen können, er war damals schon zu geschwächt. So hat er mich nie mit YB spielen sehen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2012, 09:47 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:

Bitte warten




Sportbilder der Woche















