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Ein Stinkefinger geht um die Welt
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 14.10.2012 41 Kommentare
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WM Qualifikation UEFA Grp. E
5. Runde
| 22.03. | Slowenien - Island | 1 : 2 |
| 22.03. | Norwegen - Albanien | 0 : 1 |
| 23.03. | Zypern - Schweiz | 0 : 0 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Schweiz | 5 | 3 | 2 | 0 | 7:1 | 11 |
| 2. | Island | 5 | 3 | 0 | 2 | 6:5 | 9 |
| 3. | Albanien | 5 | 3 | 0 | 2 | 6:5 | 9 |
| 4. | Norwegen | 5 | 2 | 1 | 2 | 6:6 | 7 |
| 5. | Zypern | 5 | 1 | 1 | 3 | 4:8 | 4 |
| 6. | Slowenien | 5 | 1 | 0 | 4 | 4:8 | 3 |
6. Runde
| 07.06. | Albanien - Norwegen | - : - |
| 07.06. | Island - Slowenien | - : - |
| 08.06. | Schweiz - Zypern | - : - |
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Er ist nicht irgendein Trainer. Er ist Ottmar Hitzfeld. Und dieser berühmte Coach mit grossen Erfolgen in seiner Karriere ist bekannt dafür, während der Ausübung seines Berufes an der Seitenlinie und auf der Bank Haltung und Fassung zu bewahren (obwohl es innerlich brodelt). Doch am Freitagabend in Bern liess sich der Schweizer Nationalcoach zu einer für ihn ungewohnt emotionalen Gestik hinreissen.
In diesem intensiven und aufwühlenden Kampf seiner Fussballer im Stade de Suisse gegen die langen und robusten norwegischen Wikinger zeigte der Lörracher zweimal den sogenannten Stinkefinger. Das ist bewiesen, Fotos und elektronische Bilder halten die Szenen fest. Nicht endgültig bewiesen ist jedoch, gegen wen Hitzfeld diese Gesten zeigte. Die Vermutung liegt nahe, dass die Handbewegungen gegen den spanischen Schiedsrichter gerichtet waren, der fürwahr nicht seinen besten Abend erwischte, um es elegant auszudrücken. Hitzfeld stellt diese Vermutung in Abrede und erklärt tags darauf im Camp in Feusisberg SZ: «Ich habe den Stinkefinger gegen mich selbst gerichtet.» Auf jeden Fall entschuldigt er sich. Der juristische Ball liegt nun bei der Disziplinarkommission der Fifa, die jetzt ermittelt und entscheiden muss, ob der Trainer der Schweizer Landesauswahl nach seinen Gesten in Bern gesperrt wird – oder nicht.
Nicht der erste Ausrutscher
Nicht nur der Weltfussballverband hat von der Sache Wind bekommen. Neben Schweizer Medien haben auch ausländische Titel die Gesten des berühmten Trainers zum Thema gemacht. «Zeigte Hitzfeld dem Schiedsrichter den Stinkefinger?», titelt Welt.de und bringt die Story recht gross. Natürlich widmet sich auch das deutsche Boulevardblatt Bild.de der Aktion ihres renommierten Landsmannes und platziert die Problematik auf der Frontseite. Auch andere Länder neben der Schweiz und Deutschland befassen sich mit den (gewiss unrühmlichen) Szenen von Bern. Überspitzt formuliert kann man sagen: Das sportliche Geschehen von Schweiz gegen Norwegen ist eigentlich den meisten Fans ausserhalb der Schweiz und Norwegen schnurz. Dafür geht Hitzfelds Stinkefinger rund um die Welt.
Fernández Borbalán ist indessen nicht der erste Schiedsrichter, der Hitzfelds Blut als Schweizer Nationalcoach in Wallung bringt. Die «Sportinformation» erinnert daran, dass an der WM in Südafrika die Schweiz gegen Chile nach einem umstrittenen Platzverweis gegen Valon Behrami rund 60 Minuten lang in Unterzahl spielen musste und 0:1 verlor. Nach der Partie schnaubte Hitzfeld über Ref Khalil Al Ghamdi aus Saudiarabien: «Die einen sollten auf dem Platz pfeifen und andere am Strand.» Voilà, ein starker verbaler Seitenhieb über die Leistung des arabischen Umpires.
Ein Ire pfeift in Island
Ganz klar: Hitzfelds Gesten in Bern sind nicht gentlemanlike, sie gehören nicht auf den Fussballplatz, liebe Junioren-Trainer zwischen Chiasso und Schaffhausen, zwischen St-Julien GE und Buchs SG. Aber etwas zeigt die Gemütsfassung des Schweizer Nationaltrainers eben auch: Er ist mit Leidenschaft dabei. Er fiebert mit seiner talentierten Equipe mit, gibt alles. So paradox das klingen mag: Hitzfelds emotionale Ausbrüche von Bern in der Form des Stinkefingers bringen diesen Mann, der für viele in unserem Land unnahbar wirkt, dem Schweizer Fussballvolk wieder näher.
Am Dienstag, im hohen Norden in Island, müssen sich Hitzfeld und seine Spieler wieder ganz auf den Fussball konzentrieren. Die Chancen, dass sie das auch tun werden, stehen nicht schlecht. Der Ref kommt weder aus Spanien noch aus Saudiarabien. Der Spielleiter heisst Alan Kelly, stammt aus Irland und trägt einen stinknormalen Namen.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.10.2012, 13:15 Uhr
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41 Kommentare
Ich frage mich ob sich auch irgendeine Komission innerhalb der vertatterten FIFA auch der Problematik annimmt, dass es Schiedsrichter mit spanischen Tomaten auf den Augen gibt (Penalty-Foul nicht gesehen, Corner erfunden etc).
Aber sicher ist eines, diese miserable Leistung geht nun in der Diskussion um Othmars Fingerchen unter und die Glückseligen am Zürichberg können weiter Cüpli schlürfen.
Antworten
Leider konnte ich das Spiel und das "Corpus delicti" nicht sehen. Ich las nur die total vernichtende Kritik die der Schiedsrichter bekam. Dass es dann einem so grossen Trainer UND GROSSEN MENSCHEN ! auch einmal "aushängen" kann, ist doch nur allzu verständlich und eben auch menschlich ! Ich habe noch nie erlebt, dass sich Herr Hitzfeld über "NICHTS" aufgeregt hat ! Reines FIFA-Theater ! Antworten
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