Sport
Ein Spiel mit doppeltem Anreiz
Artikel zum Thema
In letzter Zeit werden die Stimmen lauter, die eine Rückkehr von Christian Schneuwly zu den Young Boys fordern. Kein Wunder, der an Thun ausgeliehene Spielmacher spielt die stärkste Saison seiner Karriere. «Es ist auch meine wichtigste Saison», betont Schneuwly. «Hier in Thun kann ich unter Beweis stellen, was ich kann. Persönlich weiss ich jetzt, dass ich auf dem richtigen Weg bin, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat. Und immer noch lohnt.»
Der 24-Jährige kam im letzten Sommer nach Thun und konnte sein Talent von Anfang an unter Beweis stellen – was ihm bei YB vorher verwehrt blieb, weil er sich gegen die teuren Stars im YB-Mittelfeld nicht durchsetzen konnte. Bei Thun musste, oder durfte, er von Anfang an Verantwortung übernehmen, spielte viele Partien durch und ist trotz längerer Knieverletzung einer der wichtigsten Faktoren des Thuner Erfolgs. Er erzielte bisher bereits acht Saisontore – gleich viele wie die Millionenspieler Xherdan Shaqiri oder YBs Stürmer Emmanuel Mayuka. Auch deshalb ist Schneuwlys Saisonfazit, obwohl es noch drei Spiele zu bestreiten gibt, bereits gezogen: «Es war eine gute Saison.»
Schneuwly, der boden- und anständige Fussballer aus dem freiburgischen Wünnewil, hat in Thun eigentlich sein Glück gefunden. Seit der Winterpause spielt auch sein älterer Bruder Marco erfolgreich im Oberland. Doch im Gegensatz zu Marco, der fix zum FC Thun wechselte, ist Christian ausgeliehen, sein Vertrag bei den Young Boys läuft bis im Sommer 2013. Wo er nächste Saison spielen wird, ist noch offen.
Beide Szenarien denkbar
Für Schneuwly haben alle Optionen ihren Reiz. «Es wäre natürlich schön, in Thun zu bleiben und diese gute Saison zu bestätigen. Besonders, wenn wir noch die Europa-League-Qualifikation schaffen.» Aber auch eine Rückkehr nach Bern kann sich der Techniker vorstellen. «Es wäre auch reizvoll, sich bei YB durchsetzen zu müssen und an der Konkurrenz zu wachsen», sagt er. Und er betont, dass ihm YB das alles überhaupt erst ermöglicht habe, auch den Wechsel auf Leihbasis zu Thun und die damit verbundene Entwicklung. Im Wissen, dass er sich im Moment diplomatisch verhalten muss. Wichtig bei einer allfälligen Rückkehr nach Bern ist allerdings, wer nächste Saison auf der Trainerbank der Stadtberner Platz nehmen wird. «Es müsste natürlich für alle Beteiligten stimmen», sagt Schneuwly. «Der neue Trainer müsste schon auf mich setzen. Sonst macht es keinen Sinn, und ich glaube auch, dass mir YB andernfalls keine Steine in den Weg legen würde.»
Bis jetzt hat Christian Schneuwly von den Young Boys keine konkrete Anfrage erhalten. Doch in den nächsten Wochen soll sich die Personalie YB-Trainer klären und damit auch die Frage, wohin Christian Schneuwlys Weg führt – für ihn wird es sowieso der richtige sein. «Ich bin positiv eingestellt, schliesslich wird sich eine gute Lösung finden.» Das ist nicht eine leere Worthülse, sondern eine komfortable Situation, in die er sich mit Talent und harter Arbeit selbst gebracht hat.
Ziel bleibt die Europa League
Am Sonntag kann oder muss Christian Schneuwly wieder einmal zeigen, wie stark er in diesem letzten Jahr geworden ist. YB reist zum Berner Derby ins Oberland. Die Schneuwlys haben noch eine Rechnung offen. Denn das erste Spiel zwischen dem FC Thun mit den Brüdern Schneuwly und YB ist gar nicht nach Wunsch der beiden verlaufen. Am 25.März setzte es im Stade de Suisse für Thun eine 0:4-Niederlage ab. Obwohl das Resultat zu hoch ausfiel, hatte der Aussenseiter für einmal keine grossen Siegeschancen. Es war die erste Derby-Niederlage für die Oberländer seit ihrem Wiederaufstieg. Vorher gab es in sechs Spielen vier Unentschieden und zwei Siege für Thun, beide auswärts in der Bundesstadt erzielt.
In Thun wurden die Punkte bisher immer geteilt. Das soll diesmal anders sein, sagt Schneuwly. «Wir wollen unbedingt noch auf den vierten Platz vorrücken und damit die Europa-League-Qualifikationsspiele erreichen. Das ist uns sehr wichtig.» Aktuell haben die Thuner bei einem Spiel weniger drei Punkte Rückstand auf das viertplatzierte Servette. Den ersten Schritt Richtung Europa League wollen Christian Schneuwly und der FC Thun am Muttertag gegen YB machen. (Der Bund)
Erstellt: 11.05.2012, 10:15 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
Sport
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Bitte warten




Sportbilder der Woche
















