Sport

Ein Sieg vom grossen Glück entfernt

Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 15.05.2010

Bei den Young Boys bemüht man sich nach der 1:5-Schlappe gegen Luzern und vor der Finalissima gegen Basel, den Ball flach zu halten. YB-Trainer Petkovic: «Die Niederlage ist abgehakt. Jetzt schauen wir nur noch nach vorne!»

Morgen kommt es im Stade de Suisse zur Finalissima zwischen YB und Basel. Das letzte Gipfeltreffen zu Hause endete mit einem 2:0-Sieg von YB. (Keystone)

Morgen kommt es im Stade de Suisse zur Finalissima zwischen YB und Basel. Das letzte Gipfeltreffen zu Hause endete mit einem 2:0-Sieg von YB. (Keystone)

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Super League

36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

Gestern im Presseraum des Stade de Suisse: Dort stehen Petkovic sowie die Spieler Mario Raimondi, Marco Wölfli und Emiliano Dudar den Medien Red und Antwort. Wie er nach dem gestrigen Match geschlafen habe, wird Wölfli gefragt? «Gut, aber leider nur kurz», antwortet der Goalie träf. Wölfli pariert auch sonst jede Fangfrage geschickt. Wie das regendurchtränkte Terrain im Gersag gewesen sei? Wölfli: «Für uns war es zu tief.» Auf die zumindest diskutable Massnahme von Petkovic, den gelbbelasteten Dudar draussen zu lassen, sagt der YB-Captain nur ausweichend: «Wir haben gegen einen starken FC Luzern nicht verloren, weil Dudar nicht gespielt hat.»

Gesprächiger wird Wölfli erst, als sich die Fragen um die morgige Begegnung gegen den FC Basel drehen. Er freue sich sehr auf die zweite Finalissima innert zweier Jahre. «Einen solchen Match erlebst du als Spieler nur selten. Es ist wie ein Cupfinal.» Dass er selber schlechte Erfahrungen gemacht hat mit Cupfinals (Niederlagen 2006 und 2009 gegen den FC Sion), interessiert ihn nicht. «Das ist eine alte Geschichte. Am Sonntag wollen wir eine neue schreiben.»

Leidenschaft und Heimvorteil

Am Sonntagnachmittag also soll die oft geäusserte Behauptung, YB sei ein Team, welches in den entscheidenden Momenten das grosse Nervenflattern bekomme, widerlegt werden. Sie seien «fixiert» auf den Sieg, so Petkovic. Mit der Favoritenrolle, die Trainer in der Regel weit von sich weisen, hat der schweizerisch-kroatische Doppelbürger keine Probleme. «Wir haben 30 von 35 Runden die Tabelle angeführt, wir spielen im eigenen Stadion, und wir gehen mit mehr Leidenschaft in diese Partie.»

Petkovic weiss, jetzt ist nicht der Moment, irgendwelche Zweifel durchsickern zu lassen. Wie in der Endphase eines Playoff-Finals im Eishockey heisst es: die eigenen Stärken hervorzustreichen, Gelassenheit zu demonstrieren und gezielt mit den Emotionen zu spielen. «Wir haben im Stade de Suisse 25 000 Leute hinter uns. Sie werden die Rolle des 12. Mannes spielen und uns Kraft geben», verkündet Petkovic. Auch Wölfli vergisst nicht, den Fans explizit ein Kränzchen zu winden. Diese seien «genial» gewesen in dieser Saison und würden am Sonntag «bestimmt für eine Riesenstimmung sorgen».

Die Young Boys dürfen ihre Hoffnungen auch an der fast makellosen Heimbilanz in den letzten 21 Monaten festmachen. Seit dem 31. August 2008 (1:3 gegen GC) haben sie im Stade de Suisse kein Meisterschaftsspiel verloren. In dieser Zeit schafften sie in 26 von 30 Spielen, was sie auch am Sonntag benötigen: einen Sieg. Nur gerade viermal spielten sie unentschieden.

Doumbia angeschlagen

Petkovic hat vor dem Entscheidungsspiel nur eine Sorge: Seydou Doumbia. Der Ivorer plagt sich seit dem Auswärtsmatch gegen den FC Zürich mit Adduktorenbeschwerden herum. Der tiefe Boden im Gersag war Gift für die entzündete (oder gar gezerrte?) Muskulatur. Gestern trainierte Doumbia nur auf dem Hometrainer. Es ist aber davon auszugehen, dass der Topskorer der Liga gegen den FCB auflaufen wird.

Bei YB wird im Hinblick auf die Finalissima nichts an den Gewohnheiten geändert. Heute trifft sich die Mannschaft zu einer Trainingseinheit, danach gehen die Akteure nach Hause. Morgen Vormittag absolvieren sie ein leichtes Aufwärmtraining. Anschliessend disloziert der ganze Staff ins Hotel Bern in der Berner Innenstadt, wo gemeinsam getafelt wird vor der Fahrt ins Stadion. (Der Bund)

Erstellt: 15.05.2010, 15:41 Uhr

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