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Ein Plädoyer für Marco Streller

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 12.10.2010 14 Kommentare

Kaum ein Fussballer polarisiert so sehr wie der schlaksige Basler. Der Stürmer ist zugleich Hoffnungsträger und notorischer Sündenbock. Vor dem kapitalen Match gegen Wales nimmt er sich selbst in die Verantwortung.

«Im Nationalteam ist der Wurm drin»: Marco Streller mit seinem Basler Klubkollegen Alex Frei.

«Im Nationalteam ist der Wurm drin»: Marco Streller mit seinem Basler Klubkollegen Alex Frei.
Bild: Keystone

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Schweiz - Wales im Live-Ticker

DerBund.ch/Newsnet berichtet ab 20.30 Uhr über das EM-Qualifikationsspiel im Basler St. Jakob-Park.

Das Penaltyschiessen im WM-Achtelfinal 2006 gegen die Ukraine hat das öffentliche Bild von Marco Streller weit stärker geprägt als alle elf Tore, die der Basler für das Nationalteam erzielt hat. Die Zungenakrobatik vor seinem Fehlschuss stempelte den 1,95 Meter grossen Stürmer phasenweise gar zur Witzfigur. Ohne Strellers entscheidenden Treffer in der WM-Barrage gegen die Türkei wäre die Schweiz an der Endrunde aber erst gar nicht dabei gewesen. Dass davon damals keiner sprach, zeigt, wie festgefahren der Mensch bisweilen ist.

Heute Abend steht im Basler St. Jakob-Park wieder eine wegweisende Partie an. Der «Blick» schrieb gar vom «Spiel der Ehre», und Streller versucht erst gar nicht, sich aus der Verantwortung zu stehlen. «Die erfahrenen Spieler müssen jetzt absolut in die Verantwortung gehen, da zähle ich mich auch dazu», sagte er in der «Sportlounge» des Schweizer Fernsehens. «Wir müssen vorneweg gehen, auch wenn das kein einfaches Spiel wird. Wir wissen, dass das Publikum sehr unzufrieden ist.» Es gehe nun darum, die Fans so schnell wie möglich zurückzugewinnen.

Im Klub trifft Streller das Tor

Dass das Publikum durchaus einen positiven Einfluss auf eine Mannschaft haben kann, zeigt das Beispiel der Deutschen an der Heim-WM 2006. Mit wenig Kredit und einer miserablen EM 2004 im Gepäck gestartet, trug die positive Stimmung die DFB-Elf regelrecht in den Halbfinal. Auch bei den Franzosen ist seit der Amtsübernahme des neuen Nationaltrainers Laurent Blanc eine ähnliche Entwicklung festzustellen.

Streller spricht davon, dass sich jeder bewusst werden müsse, wie gut er eigentlich ist: «Wir können ja Fussball spielen und haben das auch schon mehrfach bewiesen.» Diese Einschätzung trifft bei ihm und seinem Stürmerkollegen Alex Frei zurzeit jedoch nur zu, wenn sie das Trikot des FC Basel tragen. FCB-Trainer Thorsten Fink weiss ganz offensichtlich, wie er Streller (5 Saisontore) und Frei (11 Treffer) anpacken muss. Warum aber klappt es in der Nati nicht? «Es ist oft so, dass man verkrampft, wenn man unbedingt gewinnen muss. In der Nati ist irgendwie der Wurm drin», meint Fink im «Blick».

«Wenn wir verlieren, sieht es ganz schlecht aus»

Seine Leistung beim 0:1 in Montenegro schätzt Streller realistisch ein: «Ich war schlecht, das war mir schon auf dem Feld bewusst. Man hat gemerkt, dass das Selbstvertrauen bei vielen fehlt.» Er sei aber nicht zuletzt durch die heftige Kritik, die ihn immer wieder traf, in der Lage, das Negative wegzuschieben. Das wird auch nötig sein, wenn er und seine Kollegen gegen die ersatzgeschwächten Waliser den dringend benötigten Heimsieg holen wollen. Auch die Gäste spielen schon um ihre letzte Chance. Der Ernst der Lage ist Streller durchaus bewusst. «Wenn wir dieses Spiel verlieren, sieht es ganz schlecht aus», so sein lapidarer Kommentar. Ein Sieg aber könne der EM-Kampagne noch einmal richtig Schub verleihen.

Was ein Scheitern für Streller persönlich bedeuten würde, liegt auf der Hand: Die Stimmen, die seinen Abschied aus der Nationalmannschaft fordern, würden wieder lauter. Nach dem starken Auftritt des früheren GC-Stürmers und heutigen Wolfsburg-Reservisten Nassim Ben Khalifa in der erfolgreichen EM-Barrage der Schweizer U-21-Auswahl erst recht. Der 18-jährige Ben Khalifa erzielte am Montag gegen Schweden das erlösende 1:1 und empfahl sich auch sonst für höhere Aufgaben. Zudem geniesst er als U-17-Weltmeister einen Bonus bei den nicht immer ganz objektiven Fussballkonsumenten. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.10.2010, 14:44 Uhr

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14 Kommentare

Theo Zehnder

12.10.2010, 16:31 Uhr
Melden

Wenn es in der Offensive mehr Spieler von Qualität gäbe...ja dann würde ein Streller oder Frei längst kein Thema mehr sein ! Antworten


Peter Müller

12.10.2010, 16:07 Uhr
Melden

Meine Herren "Rücktritt" ist das so schwer. Schlimmer kann es nicht mehr kommen!!! Come on Wales, it is possible. Antworten



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