Ein Kanadier für YB
Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 20.01.2012 1 Kommentar
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Es vergeht im Moment kaum ein Tag, an dem YB nicht einen Transfer vermeldet. Nach den venezolanischen «Perspektivspielern» Josef Martínez und Alexander Gonzáles und dem langjährigen Servettien Matias Vitkieviez haben die Berner nun Josh Simpson verpflichtet. Der Kanadier unterschrieb einen bis Juni 2015 befristeten Vertrag. Gestern Vormittag flog der 28-Jährige mit seinen neuen Teamkollegen ins Trainingslager ins südspanische Cala de Míjas. Zuvor hatte er sich via YB-Fernsehen erstmals an die Fans gewandt. Der offensive Mittelfeldspieler hatte neben den üblichen Floskeln ein paar interessante Dinge zu erzählen: Er trage bei YB die Nummer 15, weil er am 15. Mai geboren worden sei und sein Vater die gleiche Nummer getragen habe. Dieser habe aber nicht etwa Fussball gespielt, sondern Eishockey, Kanadas Nationalsport.
Josh Simpson präsentiert sich in dem Kurzinterview als selbstbewusster Profisportler: Er sei «richtig schnell», liebe es zu dribbeln und schiesse regelmässig seine Tore. Seit er Profi ist, sind dem 42-fachen Internationalen für die Vereine Millwall (England), Kaiserslautern und Manisaspor (Türkei) insgesamt 33 Meisterschaftstreffer gelungen. Am erfolgreichsten war der Linksfuss in der vorletzten Saison bei Manisaspor (12 Tore).
Manisaspor droht Simpson
In der laufenden Spielzeit verging Simpson in Manisa die Freude. Der Süper-Lig-Verein geriet mit den Lohnzahlungen derart in Verzug, dass dem Kanadier irgendwann der Kragen platzte. Er liess den Markt sondieren und löste den Vertrag mit seinem türkischen Arbeitgeber auf, als sich die Gelegenheit ergab, sich den Berner Young Boys anzuschliessen. Die Verantwortlichen von Manisaspor haben gar kein Verständnis für den überstürzten Abgang des Mittelfeldspielers. Auf der klubeigenen Homepage künden sie an, den Weltfussballverband Fifa einzuschalten, weil Simpson Vertragsbruch begangen habe.
Ilja Kaenzig sind die Dissonanzen bekannt. Er mache sich keine Sorgen, dass Simpsons Übertritt scheitern könnte, sagt der YB-Chef. «Wir haben die Aktenlage geprüft. Aufgrund der uns vorliegenden Dokumente ist alles in Ordnung.» Er bezeichnet den ehemaligen Kaiserslautern-Spieler als extrovertierten Winnertypen. Auf die Frage, ob er Simpson eine dominante Rolle zutraue, äussert sich Kaenzig zurückhaltend: «Er bringt gute Voraussetzungen mit für die Super League. Doch einer allein kann den Karren nicht ziehen.»
Transferkarussell dreht weiter
Mit Simpsons Verpflichtung sind die Transferaktivitäten noch längst nicht abgeschlossen. YB will noch mindestens einen neuen Stürmer holen und sich von den Spielern Marco Schneuwly, Dudar und Lingani trennen. (Der Bund)
Erstellt: 19.01.2012, 09:13 Uhr
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