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Ein 2:2, welches fast niemanden interessierte

Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 13.09.2010 1 Kommentar

Resultat und Torschützen waren nach der Partie zwischen den grossen Rivalen YB und Basel für einmal Nebensache. Vielmehr beschäftigte Dudars Unfall.

Young Boys - Basel 2:2 (2:1)

Stade de Suisse. – 25 772 Zuschauer. – SR Studer. – Tore: 4. Jemal (Bienvenu) 1:0. 23. Degen (Costanzo) 2:0. 39. Frei (Freistoss). 74. Chipperfield (Streller) 2:2. Young Boys: Wölfli; Sutter, Affolter, Dudar (38. Nef), Jemal; Doubai, Spycher; Lulic (68. Hochstrasser), Moreno Costanzo (63. Raimondi), Degen; Bienvenu.
Basel: Franco Costanzo; Inkoom, Abraham, Cagdas, Safari (89. Cabral); Tembo (71. Chipperfield), Huggel, Yapi, Shaqiri; Frei (92. Almerares); Streller.
Bemerkungen: YB ohne Lingani (verletzt), Regazzoni (nicht im Aufgebot), De Pierro (U-21), FCB ohne Stocker, Kusunga, Zoua (alle verletzt). Verwarnungen: 13. Lulic (Schwalbe), 31. Huggel (Reklamieren), 50. Inkoom (Unsportlichkeit), 67. Tembo, 82. Shaqiri und Degen (alle Foul). Studer schickte die Teams in der 38. Minute zur Pause in die Kabine, weil der verletzte Dudar auf dem Platz medizinisch erstversorgt wurde.

Zwischen YB und Basel herrscht seit einigen Jahren eine grosse Rivalität. Nie jubeln die YB-Fans lauter, als wenn Gelb-Schwarz den FCB besiegt hat. Nie pfeifen sie lauter, als wenn Frei, Streller oder neuerdings Yapi den Ball berühren. Nie gibt es mehr Schmährufe und schnellen mehr Mittelfinger in die Höhe, als wenn die Nummer eins der Schweiz im Stade de Suisse zu Gast ist. Das war auch gestern nicht anders bis zu dem verhängnisvollen Zusammenstoss zwischen Dudar und Affolter. Als Berner und Basler Spieler geschockt auf dem Rasen herumstanden und sich mit ernsten Mienen austauschten, dämmerte auch dem fanatischsten Zuschauer, dass etwas Besorgniserregendes passiert sein musste mit dem YB-Abwehrchef. Entsprechend angeregt wurde in der unüblich langen Pause über den Unfall diskutiert auf den Rängen.

Zwei verschiedene Spiele

Als die beiden Teams den Rasen nach über einer halben Stunde endlich wieder betraten, begann erwartungsgemäss ein komplett neuer Match. Basel, welches nach 23 Minuten 0:2 im Rückstand gelegen hatte und von den Young Boys phasenweise vorgeführt worden war, bestimmte nun gegen die teilweise wie gelähmt wirkenden Gastgeber die Gangart. Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff zirkelte Frei einen Freistoss ins Lattenkreuz. YB taumelte auch dann weiter, als kurze Zeit später die Seiten gewechselt wurden. Der für Dudar in die Partie gekommene Nef tat sich auf der für ihn ungewohnten linken Abwehrseite schwer, Degen stand überall, nur nicht bei seinem Gegenspieler. Jemal war in der Innenverteidigung ein Risikofaktor. Costanzo verlor reihenweise Bälle. Der Basler Ausgleich lag mehrmals in der Luft. Erst als der zaudernde Petkovic zwei Auswechslungen vornahm und Nef auf seine bevorzugte Position beorderte, kam wieder etwas mehr Ordnung ins Berner Spiel. Dennoch war es keine Überraschung, dass der FCB den Ausgleich schaffte und dem Sieg insgesamt eher näher stand.

«Alle waren durcheinander»

Hinterher waren sich alle einig, dass der Match nicht mit dem üblichen Massstab beurteilt werden konnte. David Degen war zwar mit einem recht guten Gefühl auf den Rasen zurückgekehrt, «weil der Arzt uns zuvor gesagt hatte, Emiliano Dudar gehe es den Umständen entsprechend gut». Doch als die Partie wieder lief, merkte er rasch einmal, dass sich er und seine Teamkollegen in einem anderen Film befanden. «Wir haben aufgehört zu spielen», bedauerte der Basler. «Nach Dudars Unfall waren alle durcheinander», sagte YB-Chef Ilja Kaenzig. Vladimir Petkovic, der Dudar nahesteht, sei sehr aufgewühlt gewesen. Kaenzig hofft, «dass die Spieler den Kopf rasch wieder freibekommen nach diesem Schock». Sein Blick war in diesem Moment schon in die nahe Zukunft gerichtet. Diese heisst Europa League, wo am Donnerstag das erste Spiel gegen den VfB Stuttgart auf dem Programm steht. Die Reise ins Schwabenland wird YB mit Bestimmtheit ohne Emiliano Dudar antreten müssen. Der italienisch-argentinische Doppelbürger hatte schon die Playoff-Spiele für die Champions League gegen Tottenham Hotspur wegen einer Knöchelverletzung verpasst. (Der Bund)

Erstellt: 13.09.2010, 07:34 Uhr

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1 Kommentar

Nicole Meier

13.09.2010, 07:37 Uhr
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Gute Besserung und hoffentlich bleiben keine Schäden zurück. Antworten



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