Die Neuen bringen YB den Sieg
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 06.02.2012 2 Kommentare
YB - Servette 3:1
Stade de Suisse: 14'375 Zuschauer. - SR Hänni.
Tore: 4. Vitkieviez (Bobadilla) 1:0. 28. Vitkieviez (Bobadilla) 2:0. 43. Bobadilla (Degen) 3:0. 86. Ruefli (Yartey) 3:1.
Young Boys: Wölfli; Zverotic, Nef, Veskovac, Spycher; Vitkieviez (77. Nuzzolo), Farnerud, Silberbauer, David Degen; Costanzo (18. Martinez), Bobadilla (83. Ben Khalifa).
Servette: Gonzalez; Ruefli, Routis, Diallo, Kouassi (45. Pont); Moubandje, Nater; De Azevedo, Yartey, Carlos Saleiro; Eudis (69. Karanovic).
Bemerkungen: Young Boys ohne Ojala (verletz) sowie Simpson (nicht spielberechtigt) und Mayuka (beim Afrika-Cup).
Servette ohne Pizzinat (gesperrt) sowie Esteban und Baumann (beide verletzt).
Verwarnungen: 31. Farnerud (Foul). 48. Ruefli (Foul). 74. Zverotic (Foul). 88. Nater (Foul).
Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
Stichworte
So hatte man sich das bei den Young Boys vorgestellt. Die in der Winterpause engagierten Matias Vitkieviez und Raúl Bobadilla sorgten bei ihrem Debüt mit YB gleich für die Differenz und erzielten alle drei Treffer beim ungefährdeten 3:1-Sieg gegen Servette.
In der Vorrunde hatte Vitkieviez (1:1 und 1:0 für Servette gegen YB) die Tore noch für die Genfer gebucht. Erst vor 18 Tagen ist er zu den Young Boys gestossen, und gestern brauchte er nur drei Minuten und einige Sekunden für sein erstes Tor für seinen neuen Arbeitgeber. Er verwertete ein Zuspiel von Bobadilla zur 1:0-Führung. Und die YB-Fans, die unter den gratis zur Verfügung gestellten Wolldecken schlotterten, hatten nach 28 Minuten ein zweites Mal Gelegenheit, die minus 10 Grad im Stadion zu vergessen. Degen lancierte auf der linken Seite Bobadilla, dieser spielte den Ball vor das Tor, der in Stellung gelaufene Degen verpasste – doch im Rückraum wartete Vitkieviez und es hiess 2:0.
Was hatte Trainer Christian Gross in der Vorrunde über die Abschlussschwäche seines Teams lamentiert – immer und immer wieder. Gestern sah das anders aus: Fünf Möglichkeiten benötigten die Berner vor der Pause, um drei Tore zu erzielen. In der 43. Minute riss Spycher mit einem Vorstoss auf der linken Seite die Servette-Abwehr auf, Degen leitete den Ball im Strafraum zu Bobadilla, der mit einer Körpertäuschung Servettes Diallo ins Leere laufen liess und zum 3:0 einschoss.
Nicht nur Vitkieviez und Bobadilla setzten zum Rückrundenauftakt Zeichen – sondern auch Gross: YB wird umgekrempelt. Sutter und Raimondi figurierten nicht einmal mehr im Aufgebot, und als Costanzo nach 18 Minuten mit Rückenbeschwerden vom Platz ging, erschien nicht der 20-jährige Ben Khalifa, sondern der 19-jährige Debütant Josef Martínez aus Venezuela. Ben Khalifa und Nuzzolo kamen erst in den Schlussminuten noch ins Spiel.
David Degen musste in der Starformation wie erwartet im rechten Mittelfeld Vitkieviez weichen – der Baselbieter bekam aber die Chance, sich auf der linken Seite zu beweisen. Und das zur Zufriedenheit des Trainers. «Er hat in taktischer Hinsicht ein gutes Spiel gezeigt und auch defensive Arbeit verrichtet», freute sich Gross. Wo Degen spielen wird, wenn für den Kanadier Josh Simpson einst die Spielberechtigung vorliegen sollte, ist eine spannende Frage. «Wir haben Konkurrenzkampf», sagte Trainer Gross zufrieden und zollte seinen Torschützen ein Sonderlob: «Matias Vitkieviez zeigte eine hervorragende erste Halbzeit und Raúl Bobadilla gefiel durch seine Dominanz».
YB fand die richtige Einstellung
Auf dem neuen Naturrasen, der auf der Seite der Haupttribüne allerdings gefroren war und laut Vitkieviez einer «Eisbahn glich», bekundeten beide Mannschaften Probleme. Die Young Boys aber fanden die richtige Einstellung zur Unterlage und zum Gegner, spielten einfach, aber mit Inspiration und waren in den Zweikämpfen präsent. Bis zum Gegentor in der Schlussphase geriet die YB-Abwehr kaum in Probleme, im Mittelfeld verrichtete der in der Vorrunde oft gescholtene Silberbauer wichtige Arbeit, besonders in der Phase der Balleroberung. Und mit Bobadilla in der Sturmspitze, der seine Zweikampfstärke einige Male demonstrierte und sich bei einer Szene wie ein Bulldozer durch die Servette-Abwehr pflügte, ehe er doch noch gestoppt werden konnte, und dem Opportunisten Vitkieviez bekommt auch Farnerud mehr Bewegungsfreiheit. YB wird für die Gegner nicht mehr so leicht auszurechnen sein.
Man tut allerdings gut daran, das Gebotene nach diesem ersten Spiel nicht überzubewerten. Der Gegner enttäuschte lange, und erst als die Partie längst entschieden war, raffte sich Servette auf, um wenigstens Schadenbegrenzung zu betreiben.
Doch dieser Auftakt macht aus Berner Sicht Lust auf mehr. Und wenn diese Kältefront dann irgendwann abzieht und Fussball wieder unter normalen Bedingungen gespielt wird, könnte es denn YB-Fans womöglich doch noch richtig warm ums Herz werden. (Der Bund)
Erstellt: 05.02.2012, 18:41 Uhr
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