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Die Hierarchie bleibt bestehen
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Young Boys - Thun 4:0 (2:0)
Stade de Suisse Wankdorf. - 23'736 Zuschauer. - SR Studer. - Tore: 31. Spycher (Penalty/Foul Schindelholz an Bobadilla) 1:0. 43. Bobadilla (Martinez) 2:0. 82. Degen 3:0. 91. Mayuka 4:0.
Young Boys: Wölfli; Gonzalez, Nef, Ojala, Spycher; Vitkieviez (66. Mayuka), Doubaï, Costanzo, Degen; Bobadilla (79. Lecjaks), Martinez (84. Ben Khalifa).
Thun: Da Costa; Bigler, Matic, Schindelholz, Demiri; Schirinzi (83. Volina), Hediger, Bättig (57. Schneider), Witter; Christian Schneuwly; Marco Schneuwly.
Bemerkungen: Young Boys ohne Silberbauer, Simpson, Zverotic (alle gesperrt), Farnerud (krank) und Veskovac (verletzt). Thun ohne Ghezal, Lüthi, Reinmann, Siegfried (alle verletzt) und Rama (nicht im Aufgebot). 20. Lattenschuss Degen. 60. Pfostenschuss Wittwer. 88. Pfostenschuss Marco Schneuwly. - Verwarnungen: 33. Degen (Unsportlichkeit). 37. Schirinzi (Foul). 63. Schneider (Foul).
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Im Fussball verschieben sich die Gefühlswelten manchmal schnell. Am letzten Wochenende flogen im Letzigrund Bierbecher, als sich die YB-Spieler von den mitgereisten Anhängern verabschiedeten. Gestern, als sich das Berner Derby dem Ende entgegenneigte, war die Welt für den YB-Anhang wieder in Ordnung. Er liess Mayuka hochleben, nachdem er das 4:0 mit ein paar spektakulären Überschlägen und einem Salto abgerundet hatte. Kurze Zeit später verabschiedete er die Sieger mit einem warmen Applaus.
Zufrieden war auch Chiara Bühlmann, der im Rahmen des Kids Day die Ehre zufiel, Moreno Costanzo zu befragen fürs Stadionfernsehen. «Hast du gut gespielt, oder hast du viele Fehler gemacht», fragte das Mädchen aus Goldiswil bei Interlaken keck. Der verschwitzte Spielmacher nahm es mit Humor: «Es war sicher kein perfektes Spiel.»
YB kam unbeschadet davon
Das konnte nach den Ergebnissen der letzten Wochen niemand ernsthaft erwarten. Zumal kurzfristig auch noch der unbestrittene Chef auf dem Platz, Alexander Farnerud, krankheitshalber ausfiel. Seinen Job übernahm Costanzo. Sekundiert wurde er vom jungen Pascal Doubaï. Die zwei machten ihre Sache wie der erstmals von Beginn weg eingesetzte González ganz ordentlich. Zumindest eine Halbzeit lang. Danach gerieten sie wie die ganze Mannschaft in ein rund 25-minütiges Zwischentief. Es war die Phase, in der die frecher, mutiger und schneller spielenden Gäste den Ton angaben. Weil ihnen im Strafraum die Effizienz und in der einen oder anderen Situation auch die fussballerische Klasse fehlte, kam YB unbeschadet davon.
Ab der 70. Minute machten wieder die Gastgeber die Musik. Der junge González, der seinem Trainer in gewissen Situationen zu ungestüm nach vorne stürmte, scheiterte an Da Costa (71.). Bobadilla und Mayuka konnten den starken Thuner-Hüter ebenfalls nicht überwinden. Geschlagen geben musste er sich erst in der 82. Minute, als Degen von einem Schindelholz-Aussetzer profitierte. Er war die tragische Figur des Derbys. Nach einer halben Stunde hatte er im Strafraum Bobadilla ungeschickt von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter verwertete Spycher. Und unmittelbar vor der Pause schaute Schindelholz zu, wie Bobadilla eine hohe Flanke von Martínez ins Tor beförderte.
Bobadilla meldet sich zurück.
Ein starkes Lebenszeichen gab der zuletzt stark kritisierte Bobadilla von sich. Kaum war die Partie angepfiffen, hatte er Da Costa im Thuner Tor schon ein erstes Mal geprüft. Es folgten etliche weitere Abschlussversuche des leicht grippegeschwächten Argentiniers, bis er nach 80 Minuten seinen Arbeitstag vorzeitig beenden durfte. Bevor Bobadilla zur Dopingkontrolle eilte, strich er die Willensleistung hervor. Jeder Spieler, der auf dem Platz gestanden sei, habe mit viel Herz gekämpft. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist für eine Equipe, die sehr gut entlöhnt wird.
Christian Gross freute sich, dass sein Team aus dem Tunnel gefunden hatte. «Wir sind auf dem Weg zur Besserung.» Gleichzeitig hob der Coach den Warnfinger: Es gebe keinen Grund, nach dem klaren Sieg «alles über den Klee zu loben». Mangelhaft fand er die Angriffsauslösung und das Zweikampfverhalten nach der Pause. Thun-Coach Bernard Challandes ärgerte sich über die Geschenke, die seine Mannschaft den krisengeschüttelten Young Boys gemacht hatte in der ersten Hälfte. (Der Bund)
Erstellt: 25.03.2012, 18:21 Uhr
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