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Derdiyoks Antwort auf Hitzfelds Kritik

Ottmar Hitzfeld hat erstmals öffentlich Kritik an seinen Spielern geübt. Im Fokus des Nationaltrainers steht auch Torjäger Eren Derdiyok. Der Leverkusener nimmt gegenüber DerBund.ch/Newsnet Stellung.

1/11 Ist nach seinen Leistungen in der Nati nachdenklich: Eren Derdiyok.
Bild: Keystone

   

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Hitzfelds Kritik, Lichtsteiner nimmt Stellung.

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Hitzfeld über das Resultat Englands.

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Derdiyok sieht sich nach der 1:3-Niederlage gegen England mit schonungsloser Kritik des Nationaltrainers konfrontiert. Derdiyok würde sich zu wenig freilaufen und sei deshalb nicht integriert. Er mache während eines Spiels zu viele Pausen. Er müsse sich in der Bundesliga weiterentwickeln. Im Klartext: Derdiyok muss ab sofort um seinen Stammplatz bangen.

«Ich bin mir natürlich absolut bewusst, dass meine Leistung gegen England ungenügend war», gibt sich Derdiyok gegenüber DerBund.ch/Newsnet selbstkritisch. Er sei auch mit seiner Bilanz von zwei Toren in 26 Länderspielen überhaupt nicht zufrieden. Bei der Ursachenforschung wirkt Derdiyok allerdings verunsichert.

Derdiyoks Stolz, für die Schweiz spielen zu dürfen

Er sucht aber keine Ausreden. Dass ihm der Vorwurf gemacht wird, er würde sich zu wenig engagieren und sich nicht in den Dienst der Mannschaft stellen, kann er nachvollziehen. «Von aussen mag es vielleicht tatsächlich so aussehen, weil ich bei der Nationalmannschaft zurzeit einfach nicht richtig ins Spiel finde», sagt Derdiyok. Er sei jedes Mal immer wieder topmotiviert und stolz, für die Schweiz spielen zu dürfen.

«Vielleicht ist es eine Art Übermotivation, die dann zu einer gewissen Verkrampfung führt», mutmasst er. In der persönlichen Analyse und in der Aufarbeitung seiner Leistungen wolle er auch das herausfinden. «Ich mache mir täglich, ja stündlich Gedanken, an was es liegen könnte», sagt Derdiyok. Er zermartere sich darüber schon fast den Kopf. Er wolle sich auch mental stets weiterentwickeln, versichert der 23-Jährige, der noch eine lange Karriere vor sich hat.

Derdiyoks Körpersprache wird verschieden interpretiert

«Ich versuche immer alles und nur das Beste für die Mannschaft zu geben», betont er immer wieder. Er sei ein Teamplayer, der Kollektivgedanke sei ihm eminent wichtig. Derdiyok muss sich immer öfter auch den Vorwurf einer negativen Körpersprache gefallen lassen. Auch dessen ist er sich bewusst. «Wenn ich mal nach einer missglückten Aktion die Hände verwerfe oder den Kopf schüttle, ist das überhaupt kein Vorwurf an einen Mitspieler, sondern vielmehr Ausdruck der Enttäuschung über den eigenen Fehler», versichert er.

Er würde sich niemals anmassen, einen Mitspieler auf dem Feld zu kritisieren. Er gesteht sich auch ein, dass eine negative Körpersprache auch als Arroganz interpretiert werden könnte. «Ich bin keineswegs arrogant, eher schüchtern», entgegnet er. Dass Ottmar Hitzfeld seine Spieler jetzt auch öffentlich erstmals in die Pflicht nimmt, wertet er als Signal. «Ich denke, dass wir Spieler untereinander mehr kommunizieren müssten», regt er an. «Wir sollten vermehrt miteinander den konstruktiven Dialog suchen», sagt er.

In der Bundesliga ist Derdiyok in Form

Die Frage steht im Raum. Weshalb kann Derdiyok sein riesiges Potenzial in der Nationalmannschaft nicht abrufen? In der Bundesliga hat er sich bei Leverkusen bereits durchgesetzt. Fussball-Experte Jörg Stiel hat den Stürmer bei seinem letzten Meisterschaftsspiel gegen Gladbach live im Stadion gesehen. «Auch wenn Leverkusen das Spiel mit 3:6 verloren hat, machte Eren ein absolut überzeugendes Spiel», sagt Stiel gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Derdiyok sei an allen gefährlichen Situationen beteiligt gewesen und habe erst noch ein Tor geschossen. «Eigentlich ist er in Topform», sagt Stiel. Es sei ihm ein Rätsel, weshalb es in der Nationalmannschaft mit Derdiyok zurzeit nicht wie gewünscht funktioniere. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.09.2010, 14:07 Uhr

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