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«Der nächste Höhepunkt in meiner Karriere»
«Ich bin gereift, um drei Jahre erfahrener und habe immer hart an mir gearbeitet – jetzt gehen die Schüsse eben rein.»: Admir Mehmedi. (Bild: Keystone )
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Admir Mehmedi, waren das zwei Tore mit der Wut im Bauch, nachdem Sie im zweiten Gruppenspiel nur Ersatz gewesen waren?
Ich war natürlich enttäuscht gewesen, das ist jeder Spieler, wenn er nicht spielt. Aber ich musste mich der Mannschaft unterordnen, und wie man sieht, hat es sich ausbezahlt. Wir haben das zweite Spiel gewonnen und das dritte auch – der Trainer hat alles richtig gemacht.
Wie beurteilen Sie Ihre Leistung gegen Weissrussland?
Als Stürmer werde ich an Toren gemessen, also heisst es wohl: Job erfüllt. Aber ich bin ja dazu da, um Tore zu schiessen. Daneben hatte ich allerdings nicht besonders grossen Einfluss aufs Spiel, hatte vorne einen schweren Stand.
Vor nicht langer Zeit war Ihnen das Etikett als Chancentod angehangen. Nun treffen Sie mit dem Innenrist cool von der Strafraumgrenze aus.
Viele Leute vergessen, dass ich beim FCZ mit 17 in die erste Mannschaft gekommen war, und es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein 19-Jähriger in einer Saison zehn Tore schiesst. Ich bin gereift, um drei Jahre erfahrener, ich habe immer hart an mir gearbeitet – und jetzt gehen die Schüsse eben rein. Für mich ist das eine Belohnung. Als Chancentod habe ich mich nie gesehen.
Sind Sie selbstsicherer geworden?
Wenn man so viele Spiele in der Super League macht wie ich (66 sind es bisher) und Stammspieler wird bei einem Verein, der um den Titel mitspielt, hat man automatisch Selbstvertrauen. Ich denke, das sieht man mir auf dem Spielfeld an.
Welche Rolle spielt FCZ-Trainer Urs Fischer dabei?
Eine tragende Rolle. Er hat mir stets das Vertrauen gegeben; selbst wenn ich einmal über längere Zeit nicht getroffen habe, stand ich trotzdem in der Startformation. Er hat oft mit mir gesprochen und mich ordentlich drangenommen.
Wie meinen Sie das?
Urs Fischer ist gradlinig. Wenn ich nicht gut spiele, sagt er mir die Meinung. Das ist nicht immer einfach. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass er es ja gut meint und mich weiterbringen will.
Was kritisierte er besonders häufig?
Ein Punkt war sicher die Effizienz. Das hat sich anscheinend gelohnt.
In einem einzigen Jahr sind Sie zum Stammspieler beim FCZ gereift und A-Nationalspieler geworden –welchen Stellenwert hat da nochein Halbfinal einer U-21-EM?
Ich war mit der U-17 und der U-19 an der EM, in einem Halbfinal stand ich jedoch nie. Das hier ist ein Turnier mit Stars aus den grössten Vereinen. Es ist der nächste Höhepunkt in meiner Karriere.
Besteht keine Gefahr, dass das Team nach drei Siegen übermütig wird?
Wir schätzen die Situation realistisch ein, das hat man im dritten Spiel gesehen. Nach zwei Siegen sind wir im dritten Spiel genauso konzentriert geblieben und haben wieder ohne Gegentor gewonnen. Niemandem von uns genügt, was wir bis jetzt erreicht haben. Wir wollen die Serie bis zuletzt durchziehen. (Aufgezeichnet: David Wiederkehr)
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 20.06.2011, 10:01 Uhr
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