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Der Technische Direktor zieht die Notbremse

Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 11.07.2012

Hansruedi Hasler hat sein Arbeitspensum bei YB auf 50 Prozent reduziert. Die Schwierigkeiten der letzten Saison haben dem bald 65-Jährigen gesundheitlich zugesetzt.

Neue Rollenverteilung bei YB: CEO Ilja Kaenzig bleibt für das Profiteam zuständig, Hansruedi Hasler reduziert das Pensum und übernimmt als TK-Chef andere Aufgaben.

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YB-Spieler Saison 2012/2013

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Gut gelauntes YB vor dem Saisonstart

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Am Sonntag startet YB in St. Gallen in die neue Saison. Die Stimmung am Fotoshooting fürs Mannschaftsfoto ist gut. An der Vorsaison-Medienkonferenz werden die Erwartungen tief gehalten.

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Die Bombe platzte an der Vorsaison-Medienkonferenz des BSC Young Boys vom Montag. Hansruedi Hasler, Technischer Direktor des Berner Klubs, hat sich weitgehend aus dem Umfeld der ersten Mannschaft zurückgezogen. Seit Anfang Juli sei er nur noch zu 50 Prozent bei YB angestellt, erklärte CEO Ilja Kaenzig. Hasler kümmert sich nun um die Dossiers, die seit seinem Arbeitsbeginn im Januar 2011 meistens liegen geblieben waren wegen der Ressourcen, die das YB-Fanionteam beanspruchte.

Namentlich handelt es sich um die Nachwuchsförderung, die Trainingsinfrastruktur, den Frauenfussball sowie die Beziehungspflege von Vereinen in der Region Bern und den städtischen Behörden. Von einer Zurückstufung oder einer Trennung in Raten kann laut Kaenzig nicht die Rede sein. «Hansruedi Hasler bleibt unser Technischer Direktor – ohne Wenn und Aber.» Die Frage ist, ob ein Direktor, der nur ein Teilzeitmandat innehat, noch genügend Einfluss nehmen kann auf das Tagesgeschäft. Kaenzig wischt solcherlei Bedenken vom Tisch. Hasler werde immer noch an fünf von sieben Wochentagen für YB unterwegs sein. «Eine 50-Prozent-Anstellung im Fussball entspricht einem Fulltime-Job.»

Kräfteraubendes Tagesgeschäft

Hansruedi Hasler gönnt sich inskünftig mehr Auszeiten. Die freien Tage Dienstag und Mittwoch will er nutzen, um abseits von Fussballplätzen Energie zu tanken und abzuschalten. Etwas, was in der vergangenen Saison nicht mehr möglich war. Das Projekt mit Christian Gross als Trainer absorbierte Hasler weit stärker, als er sich das vorgestellt hatte. «Die Belastung war sehr hoch. Und ich konnte mich auch nicht so abgrenzen, wie ich mir das gewünscht hätte.» Der Technische Direktor litt, wurde zusehends grantig und dünnhäutig. «Ich habe die Dynamik des Tagesgeschäftes unterschätzt», sagt Hasler selbstkritisch.

Die zwiespältigen Erlebnisse der letzten Monate haben Haslers Freude am Fussball getrübt, doch der Leidenschaft für diesen Sport haben sie nichts anhaben können. Er sei voll motiviert, bei YB etwas zu bewegen, sagt er. Sein Vorgesetzter Kaenzig hört solche Worte gerne. Denn er ist nach wie vor überzeugt, dass Hasler eine wichtige Rolle spielen kann bei der Weiterentwicklung des ambitionierten Stadtberner Klubs.

Europa League ein Muss

Für die Belange der ersten Mannschaft ist nach Haslers Rückzug ins zweite Glied Kaenzig zuständig. Der CEO war auch gestern bemüht, die Erwartungen hinsichtlich der übermorgen Freitag beginnenden Saison tief zu halten. Er wünscht sich ein Team, welches attraktiven Fussball spielt. Nur so könne man das Publikum zurückgewinnen, das sich zuletzt abgewandt hat vom Klub.

YB braucht ein sehr gut gefülltes Stadion, um finanziell einigermassen auf festem Boden zu stehen. Die durchschnittlich fast 21'500 Zuschauerinnen und Zuschauer, die in der Saison 2011/12 ins Stade de Suisse kamen, reichen mehr schlecht als recht aus, damit sich YB das aktuelle Kader leisten kann. «Wir brauchen die Einnahmen aus den Gruppenspielen der Europa League.» Womit gleichzeitig das einzige klar definierte Ziel formuliert wäre, welches Gelb-Schwarz unter dem neuen Trainer Martin Rueda erreichen soll. (Der Bund)

Erstellt: 11.07.2012, 07:08 Uhr

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