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Der Erfolgstrainer sucht die Erfolgsformel
Von Ruedi Kunz. Aktualisiert am 29.08.2011 5 Kommentare
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Vor etwas mehr als einem Jahr kam es im Stade de Suisse zu einer Palastrevolution. Betriebsleiter Stefan Niedermaier musste das Büro räumen. Seinen Platz übernahm Ilja Kaenzig, der sich seine Sporen im Fussballgeschäft bei GC, Leverkusen und Hannover abverdient hatte. Mit ihm kehrte ein frischer, rauerer Wind ein. Sobald sich der gebürtige Luzerner einen Überblick verschafft hatte, begann er, wichtige Positionen mit neuen Leuten zu besetzen. Hansruedi Hasler ernannte er zum technischen Direktor, Ingo Winter verstärkte die Scoutingabteilung, Thomas Gurtner wurde Stadionchef.
Der Umbruch erforderte auch etliche Opfer: Sportchef Alain Baumann wurde in der Winterpause verabschiedet, Trainer Vladimir Petkovic vier Runden vor Meisterschaftsende. Tags darauf präsentierte die YB-Führung bereits Petkovics Nachfolger Christian Gross. Der erfolgsgewohnte Zürcher (11 nationale Titel mit GC und Basel) soll das Puzzleteilchen sein, welches YB den ersten Titel seit 1987 beschert. «Gross ist der richtige Mann für die letzten 10 Meter, die unerhört beschwerlich sind», verkündete Kaenzig nach dessen Engagement.
Mittlerweile ist der viel gelobte Coach über 70 Tage im Amt. 11 Wettbewerbsspiele hat YB unter seiner Führung bestritten. Die Resultatbilanz fällt zwiespältig aus: In der Meisterschaft holten die Berner aus sieben Spielen magere neun Punkte; das ergibt in der Tabelle Rang 6. Zum Vergleich: Vor Jahresfrist belegte YB nach sieben Runden mit acht Punkten Rang 8. Der Stuhl des damaligen Trainers Petkovic wackelte nur deshalb nicht, weil er sich mit seinem Team nach starken Auftritten in der CL-Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert hatte. Das haben die Berner unter Gross verpasst. Dennoch muss er vorerst nicht befürchten, dass seine Arbeit von der Clubleitung grundsätzlich infrage gestellt wird. Sie wird ihrem Wunschtrainer noch etwas Zeit lassen, um eine schlagkräftige und erfolgreiche Gruppe zu formen.
Bislang ist noch nicht klar ersichtlich, was Gross mit YB genau vorhat. Er pröbelt fleissig an der Aufstellung herum. Mayuka spielte mehrmals im rechten Mittelfeld, obwohl er sich im Angriff sichtlich wohler fühlt. Costanzo beorderte er vom Zentrum auf die Seite. Nuzzolo kam mal links zum Zug, dann wieder rechts. Insgesamt hat Gross bereits 21 Spieler eingesetzt in Ernstkämpfen. Das zeigt, dass er seine Wunschformation noch nicht gefunden hat. Auch scheint er sich nicht schlüssig zu sein, wie stark er auf dem Kunstrasen auf lange Bälle setzen soll. Sinnigerweise spielte YB in der Auftaktspartie gegen Basel am besten, als sie vorwiegend das Kurzpassspiel pflegten.
Der ernüchternde Start unter Gross hat die Klubführung nervös gemacht. Nach dem Ausscheiden gegen Braga hat Kaenzig seinem Ärger Luft gemacht. Ihm will es nicht in den Kopf, wieso YB die Portugiesen nicht besiegen konnte. Seine Nervosität kommt daher, dass er selber unter Druck steht, hat er doch die Vorwärtsstrategie zu verantworten. Mittlerweile kostet der Profibetrieb 25 bis 30 Millionen Franken – ein Betrag, der zum Erfolg verpflichtet. (Der Bund)
Erstellt: 29.08.2011, 09:27 Uhr
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5 Kommentare
Da gibt es einfach keine Erfolgsformel... YB kann man schlicht nicht ernst nehmen! Sobald dieser "Club" wieder in irgendeinem Zeitungsartikel mit einem Titel assoziert wird, schmunzelt jeder der sich mit Schweizer Fussball auch nur ein kleines wenig befasst und nicht gerade ein naiver YB Fan ist. YB besteht aus fettigen, in kochendem Wasser zubereitete Würste! Vom Vorstand bis zu den Junioren! Antworten
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