«Das war peinlich vom Publikum»
Von Sascha Rhyner, St. Gallen. Aktualisiert am 03.09.2010
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Auf grosse Gegenliebe durfte Alex Frei in St. Gallen nicht hoffen, das wurde von der ersten Minuten an in der mit 14'660 Zuschauern gut gefüllten AFG-Arena klar. Seinem anonymen Sturmpartner Eren Derdiyok verzieh das Publikum in St. Gallen mehr Fehler und ausladende Gesten. Zum Bruch zwischen Frei und dem Publikum kam es nach einer Stunde.
David Degen hatte für die Schweiz einen Penalty herausgeholt, Alex Frei schnappte sich den Ball und setzte ihn auf den Elfmeterpunkt. «Schwarzer wusste, in welche Ecke ich normalerweise schiesse, nachdem ich vor einem Jahr gegen Fulham getroffen hatte. Ich wechselte deshalb die Ecke und verkürzte auch meinen Anlauf. Das hätte ich wohl besser nicht gemacht. Das wird mir gegen England nicht mehr passieren. Besser jetzt, als am Dienstag», erklärte Frei seinen Fehlschuss.
«Überlegen, wo wir unsere Heimspiele austragen»
Für den scheinbar nonchalanten Anlauf und den verschossenen Penalty hatte das Publikum kein Verständnis. Es gab für den Captain und Rekordtorschützen ein gnadenloses Pfeifkonzert. Auch als der Basler später zum Freistoss oder Corner Anlauf holte, wurde dies von Pfiffen begleitet. «Das war peinlich, wie sich das Publikum in St. Gallen verhielt», enervierte sich Trainer Ottmar Hitzfeld danach an der Medienkonferenz.
«Er ist unser Captain und übernimmt Verantwortung. Und er hat für die Schweiz schon viele wichtige Elfmeter verwandelt und hat grosse Verdienste. Das war deshalb total unfair», so Hitzfeld weiter. «Kein Verständnis» habe er. Und auf die Frage, ob die Schweiz auch weiterhin in St. Gallen Länderspiele austragen soll, antwortete Hitzfeld vielsagend: «Wir sollten jetzt keine Schnellschüsse machen. Aber wir müssen uns gut überlegen, wo wir in Zukunft unsere Heimspiele austragen.» Vor der EM im eigenen Land war in der AFG-Arena Marco Streller ausgepfiffen worden. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.09.2010, 23:34 Uhr


