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Bricht jetzt die goldene Schweizer Fussballzeit an?

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 23.06.2011 45 Kommentare

Die Erfolge der Schweizer an der U-21-EM begeistern das ganze Land. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass auf die glorreiche Gegenwart eine meisterliche Zukunft folgt?

Der WM-Pokal bleibt wohl ein Traum – doch der U-21-EM-Final ist dank Shaqiri Tatsache.

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Bild: Keystone

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Der Schweizer Höhenflug geht weiter

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Mit Yann Sommer, Fabian Lustenberger, Xherdan Shaqiri und Admir Mehmedi trägt eine ganze Reihe der besten Spieler an der EM in Dänemark das Trikot des Schweizerischen Fussballverbands. Dass die Schweiz im europäischen Fussball eine Hauptrolle spielen wird, wenn Shaqiri und seine U-21-Teamkollegen in ein paar Jahren zu fertigen Spielern gereift sind, ist aber alles andere als selbstverständlich. Zu sehr weichen die Anforderungen, die an eine A-Nationalmannschaft gestellt werden, von jenen ab, die eine Junioren-Equipe erfüllen muss.

Der gewichtigste Unterschied betrifft dabei nicht die Füsse, sondern den Kopf. Während sich ein A-Nationalspieler schnell einmal harscher Kritik ausgesetzt sieht, ist einem U-21-Junior kaum jemand ernsthaft böse, wenn er sein Potenzial in einem Match nicht abrufen kann. Dass es eine gehörige Portion technisches Können und taktisches Verständnis braucht, um einen U-21-EM-Final zu erreichen, ist unbestritten, für starke Auftritte an einem Turnier der Grossen braucht es aber auch noch starke Nerven.

Der Druck kann aus Könnern Clowns machen

Der Druck, das ist eine traurige Tatsache im Sport, hat schon so manchen Könner in den entscheidenden Momenten gehemmt oder gar zum Clown gemacht. Man denke nur an die regelmässigen Goalie-Flops der Engländer, die nicht zuletzt mit der immensen Erwartungshaltung im Mutterland des Fussballs zu tun haben. Ein weiteres Beispiel für grosse Erfolge bei den Junioren und enttäuschte Hoffnungen bei den Grossen ist Portugal, das mit seiner viel beschworenen «goldenen Generation» um Luis Figo nach eindrücklichen Triumphen an den U-20-Weltmeisterschaften von 1989 und 1991 im Männerbereich ohne Titel blieb. Die grösste Gelegenheit verpassten die Portugiesen 2004 an der EM im eigenen Land, als sie im Final den spielerisch limitierten, aber von Otto Rehhagel grossartig eingestellten Griechen unterlagen. Wieder siegten Nervenstärke und Disziplin über Technik und Spielkunst.

Deutschland, Italien und Holland nicht an der U-21-EM

Meriten an U-21-Europameisterschaften oder U-20-Weltmeisterschaften sind für jeden Verband eine schöne Sache, der Fokus der dominierenden Nationen liegt aber unbestritten auf den A-Nationalmannschaften. Sonst müssten in Deutschland, Italien, Frankreich und Holland die Alarmglocken schrillen. Alle diese Länder haben nämlich den Sprung an die Endrunde in Dänemark verpasst. Die Deutschen, die als Titelhalter in die Qualifikation gegangen waren, verzichteten wiederholt auf die Dienste von Stars wie Thomas Müller vom FC Bayern. Vor dem Amtsantritt von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer im Frühling 2006 war der Stellenwert des Nachwuchs-Fussballs in Deutschland noch geringer. Dennoch war die DFB-Elf bei den Männern bei grossen Turnieren fast immer zur Stelle.

Ein guter Jahrgang macht viel mehr aus als im Männerbereich

An Nachwuchsturnieren wirkt sich ein starker Jahrgang zudem bedeutend stärker aus als im Bereich der A-Nationalteams. Dort spielt das Alter eines Spielers erst dann eine Rolle, wenn sein Körper nicht mehr mit Technik und taktischem Verständnis mithalten kann. Ob der Star einer Equipe nun 33 oder erst 20 Jahre alt ist, hat dagegen keinen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg.

Man tut als Schweizer Fussball-Fan also gut daran, sich einfach über die herrlichen Spielzüge und die bewegenden Erfolge der U-21-Nationalmannschaft in Dänemark zu freuen. Und warum sollte man eigentlich schon in die Zukunft blicken, wenn die Gegenwart doch so schön ist. Deshalb: Daumen drücken für den Final vom Samstagabend gegen die Spanier und nicht zu viel nachdenken. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.06.2011, 15:15 Uhr

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45 Kommentare

Bojan Antonovic

23.06.2011, 16:22 Uhr
Melden 50 Empfehlung

Die Erfolgsträger sind hauptsächlich Secondos. Das sollte man bedenken, bevor man wieder auf Secondos (verbal) einprügeln will! Aber auch hier wird die SVP was zu Nörgeln haben! Antworten


Richard Rabelbauer

23.06.2011, 15:39 Uhr
Melden 27 Empfehlung

Bis goldene Zeiten anbrechen braucht es noch einiges, auch Glück (wie oft haben schon schwere Verletzungen grosse Talente zurückgebunden). Doch sind gute Voraussetzungen für eine erfreuliche Zukunft geschaffen worden. Ein Dankeschön daher allen Verantwortlichen im Nachwuchsbereich, die dies ermöglicht haben. Antworten



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