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Basels böse Cup-Erinnerung
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Man muss in der Schweizer Cup-Historie nicht weit zurückblättern, um auf eine Blamage des FC Basel zu stossen. Am 3. März 2011 erlitt der stolze Schweizer Meister in den Viertelfinals gegen den FC Biel Schiffbruch – 3:1 siegte der Unterklassige vor 6500 enthusiastischen Fans in seinem kleinen Heimstadion, und der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können. Von den Basler Stammspielern dieser Saison kamen damals Yann Sommer, Aleksandar Dragovic, Granit Xhaka, Alex Frei und Marco Streller zum Einsatz. Das Trio Dragovic/Frei/Streller allerdings erst in der Schlussphase. Die Niederlage war die Quittung dafür, dass der inzwischen beim Hamburger SV tätige FCB-Coach eine B-Auswahl auf den Rasen geschickt hatte.
Über 60 Prozent der Leser trauen dem FCW eine Überraschung zu
Gegen die Basler, die sich nach dem Höhenflug in der Champions League prunkvolle Arenen gewohnt sind, setzt auch der FC Winterthur auf den besonderen Geist, der in einem kleinen Stadion entstehen und auf die Mannschaft überspringen kann. «In Basel hätten wir schon vor dem Anpfiff verloren, auf der Schützenwiese können wir jeden schlagen», sagte FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli. Er verspricht sich eine Atmosphäre, die jener beim deutschen Kultverein FC St. Pauli ähnelt. 8500 Zuschauer, darunter 1800 aus Basel, werden am Sonntag zugegen sein, wenn der David aus der Challenge League den Goliath herausfordert. Für die Leser von DerBund.ch/Newsnet ist es übrigens gut vorstellbar, dass der FC Winterthur der mit Abstand besten Schweizer Mannschaft ein Bein stellen kann. Über 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Gastgebern eine Überraschung zutrauen.
Der Respekt der Basler
Auch in und um Basel nimmt man den Herausforderer aus dem Kanton Zürich durchaus ernst. Die «Basler Zeitung» widmete der Challenge-League-Partie des FCW gegen Wohlen am Donnerstag sogar einen recht ausführlichen Artikel unter dem Titel «Winterthurer Warnung an den FC Basel». «Wer die Partie in Wohlen gesehen hat, der weiss, wie der David, der in einem 4-1-4-1-System agiert, den Rotblauen gefährlich werden kann: Mit einem Bengondo im Sturm, der über ordentlich Super-League-Erfahrung verfügt, aber auch mit der Flügelzange, die Trainersohn Kristian Kuzmanovic und der ehemalige Concordia-Basel-Spieler Michel Sprunger bilden», ist dort zu lesen.
Als ein Schweinezüchter die Bayern blamierte
Gelingt dem FC Winterthur nach dem Achtelfinal-Erfolg über die Young Boys auch gegen den zweiten Krösus der Super League der grosse Coup, trägt er sich ins goldene Buch der Cup-Sensationen ein. Dort sind vor allem die Amateurclubs aus Deutschland prominent vertreten. Die Fans des FC Bayern bekommen noch immer Magenschmerzen, wenn sie an Weinheim und Vestenbergsgreuth denken. Die Weinheimer kegelten den Rekordmeister 1991 in der ersten Runde mit 1:0 aus dem DFB-Pokal, die Franken vier Jahre später mit dem gleichen Resultat.
Vestenbergsgreuth, inzwischen mit der SpVgg Fürth zu Greuther Fürth fusioniert, kostete den Triumph über Wochen genüsslich aus. Der Sponsor des Vereins brachte sogar einen 1:0-Tee auf den Markt, der seither im Fanshop erhältlich ist. Roland Stein, der Schütze des historischen Treffers gegen die Bayern, führt heute einen Schweinezuchtbetrieb und kann von sich behaupten, dass er dem italienischen Startrainer Giovanni Trapattoni den Namen des mittelfränkischen Marktfleckens für immer ins Gedächtnis eingebrannt hat. Der Pokal-Albtraum in der Provinz war Trapattonis erster Ernstkampf mit dem FC Bayern.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.04.2012, 12:25 Uhr
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