Sport
An Fink scheiden sich die Geister
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 29.03.2012 31 Kommentare
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- Finks Spieler sollen für Gegentore bezahlen
- «Das schlimmste Foul seit Cantona»
- «Bayern ist der Favorit, das ist die Realität»
Bundesliga
34. Runde
| 18.05. | M'gladbach - Bayern München | 3 : 4 |
| 18.05. | SC Freiburg - Schalke 04 | 1 : 2 |
| 18.05. | Hamburger SV - Bayer Leverkusen | 0 : 1 |
| 18.05. | Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg | 2 : 2 |
| 18.05. | 1. FC Nürnberg - Werder Bremen | 3 : 2 |
| 18.05. | Borussia Dortmund - Hoffenheim | 1 : 2 |
| 18.05. | VfB Stuttgart - Mainz 05 | 2 : 2 |
| 18.05. | Augsburg - Greuther Fürth | 3 : 1 |
| 18.05. | Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf | 3 : 0 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Bayern München | 34 | 29 | 4 | 1 | 98:18 | 91 |
| 2. | Borussia Dortmund | 34 | 19 | 9 | 6 | 81:42 | 66 |
| 3. | Bayer Leverkusen | 34 | 19 | 8 | 7 | 65:39 | 65 |
| 4. | Schalke 04 | 34 | 16 | 7 | 11 | 58:50 | 55 |
| 5. | SC Freiburg | 34 | 14 | 9 | 11 | 45:40 | 51 |
| 6. | Eintracht Frankfurt | 34 | 14 | 9 | 11 | 49:46 | 51 |
| 7. | Hamburger SV | 34 | 14 | 6 | 14 | 42:53 | 48 |
| 8. | M'gladbach | 34 | 12 | 11 | 11 | 45:49 | 47 |
| 9. | Hannover 96 | 34 | 13 | 6 | 15 | 60:62 | 45 |
| 10. | 1. FC Nürnberg | 34 | 11 | 11 | 12 | 39:47 | 44 |
| 11. | VfL Wolfsburg | 34 | 10 | 13 | 11 | 47:52 | 43 |
| 12. | VfB Stuttgart | 34 | 12 | 7 | 15 | 37:55 | 43 |
| 13. | Mainz 05 | 34 | 10 | 12 | 12 | 42:44 | 42 |
| 14. | Werder Bremen | 34 | 8 | 10 | 16 | 50:66 | 34 |
| 15. | Augsburg | 34 | 8 | 9 | 17 | 33:51 | 33 |
| 16. | Hoffenheim | 34 | 8 | 7 | 19 | 42:67 | 31 |
| 17. | Fortuna Düsseldorf | 34 | 7 | 9 | 18 | 39:57 | 30 |
| 18. | Greuther Fürth | 34 | 4 | 9 | 21 | 26:60 | 21 |
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Thorsten Fink hat eine rabenschwarze Woche hinter sich. Während der HSV in der letzten Runde mit 1:2 in Wolfsburg verlor, konnten Hertha BSC, Freiburg und Augsburg punkten. Fink, der den HSV bei seinem Amtsantritt auf dem letzten Tabellenrang übernommen hatte, führte den Verein zwischenzeitlich ins gesicherte Mittelfeld. Doch nach vier Niederlagen in Serie ist das Team sieben Runden vor Schluss auf Rang 16 abgerutscht und liegt nur noch einen Zähler von einem direkten Abstiegsplatz entfernt. Am kommenden Wochenende muss der HSV beim Tabellenletzten Kaiserslautern antreten. Für Fink kommt es in den letzten sieben Runden in jeder Partie zu einem Endspiel.
«Wir schaffen die Wende»
Doch Thorsten Fink bleibt auch in der Niederlage Optimist. «Unser Auftritt war sehr gut und engagiert. Ich bin zuversichtlich, dass wir da rauskommen. Von der Spielanlage her war ich zufrieden», sagte er nach der Niederlage in Wolfsburg an der Pressekonferenz. Sportchef Frank Arnesen pflichtet seinem Trainer bei: «Wenn wir so weiterspielen, schaffen wir die Wende.» HSV-Idol Uwe Seeler teilt diese fast schon grenzenlose Zuversicht hingegen überhaupt nicht. «So, wie zuletzt gespielt wurde, gewinnen wir kein Spiel mehr.» Auch das deutsche Boulevardblatt «Bild» hat sich mittlerweile auf Thorsten Fink eingeschossen und wartete jüngst mit der Schlagzeile «Super-Verlierer HSV – und Fink merkt nichts» auf.
«Mit dieser Denkweise sind schon andere abgestiegen»
Experte Günter Netzer, der als Manager den HSV einst zum Meistertitel und zum Gewinn des Europacups der Meister, der heutigen Champions League, geführt hatte, macht sich grosse Sorgen um jenen Verein, der seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 noch nie abgestiegen ist. «Es fällt mir schwer, daran zu denken, dass der HSV absteigen könnte», sagt der deutsche Weltmeister. Dieser Gedanke sei ihm völlig fremd. Allerdings seien mit dieser Denkweise schon ganz andere Vereine abgestiegen. Netzer kann es nicht nachvollziehen, dass HSV-Trainer Thorsten Fink und Sportchef Frank Arnesen auch nach einer Serie von vier Niederlagen immer noch einen ungebrochenen Daueroptimismus ausstrahlen.
«Schönreden hilft im Abstiegskampf nichts»
«Mir geht der von ihnen verbreitete Optimismus eindeutig zu weit. Ich erachte es geradezu als absurd und fahrlässig, wenn man den jetzigen Tabellenplatz positiv verkauft und darauf hinweist, Fink habe den HSV ja auf dem letzten Tabellenplatz übernommen», so Netzer. Die Hamburger dürften mit ihrer spielerischen Substanz eigentlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. «Schönreden und Durchhalteparolen helfen im Abstiegskampf rein gar nichts. Sie sind gefährlich.» Netzer stellt sich auch die Frage, ob Finks Spieler diese sanfte Tour überhaupt wert seien. «Fink und Arnesen verfolgten eine Philosophie des positiven Denkens und der Nachsicht. Aber beide sollten sich immer wieder hinterfragen, ob man in diesem hartgesottenen Geschäft mit den Spielern tatsächlich so umgehen darf.» Es sei gefährlich, wenn sich dieses Denken, dass man zu gut sei für den Abstieg, unterschwellig in den Köpfen der Spieler einniste. «Das hat viele Teams schon absteigen lassen. Fink darf dies nicht zulassen.»
«Thorsten hat schon als Spieler nie aufgegeben»
Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld sieht es etwas anders als Netzer. «Thorsten stärkt den Spielern den Rücken. Er versucht, auch in der Niederlage das Positive zu sehen und es herauszustreichen», sagt der Experte. Es bringe nichts, wenn man in einer so schwierigen Situation auf Spielern, die am Boden liegen, herumtrample. Hitzfeld kennt Fink aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Bayern München. «Thorsten hat auch als Spieler nie aufgegeben und ist immer wieder aufgestanden», erinnert sich Hitzfeld. Er habe nie den Glauben an sich und die Mannschaft verloren. Das gehöre zu seinem Selbstbewusstsein und seinem Charakter.
«Thorsten braucht keine Alibis»
«Thorsten gehörte bei den Bayern nicht immer zur Stammelf. Aber trotzdem ist er immer ein positiver Mensch geblieben. Er war ein absoluter Teamplayer und hat sich stets in den Dienst der Gruppe und des Kollektivs gestellt.» Hitzfeld ist sich sicher, ja er garantiert es sogar, dass der HSV nicht absteigt. «Thorsten glaubt an diese Mannschaft. Er stellt sich stets jeder Situation. Er braucht keine Alibis», erklärt Hitzfeld. Fink sei auch ein grossartiger Motivator, sagt sein Lehrmeister. «Dass in Deutschland vor allem die Boulevardmedien jetzt ihre Schlagzeilen kreierten, gehört zum Geschäft. Das weiss Thorsten aus eigener Erfahrung. Das überrascht ihn überhaupt nicht, damit kann er leben und sehr wohl umgehen.»
«Fink ist kein Träumer»
Dass der HSV den Ligaerhalt schafft, glaubt auch Jörg Stiel, der ehemalige Torhüter, Captain und Berater von Borussia Mönchengladbach. «Thorsten Fink hätte ja beim FC Basel in der geruhsamen Schweiz im gemachten Bett bleiben können.» Er habe beim FCB auch nach zwei Meistertiteln alles im Griff gehabt. «Doch Fink wollte diese Chance in der Bundesliga unbedingt wahrnehmen. Fink ist kein Träumer. Er hat diese Aufgabe nur angenommen, weil er felsenfest von dieser Mannschaft überzeugt ist. Zudem ist Fink ein Kind der Bundesliga. Er sei ein absoluter Fachmann und ein absoluter Profi. «Als er in die Schweiz kam, hat er den Journalisten auch schon mal den Tarif durchgegeben. Dabei hat er sich manchmal vor laufender Kamera mit SF-Reporter Rainer-Maria Salzgeber gezofft.»
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.03.2012, 10:54 Uhr
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31 Kommentare
Seit seinem Abgang in die Bundesliga ist für mich Fink unglaubwürdig geworden, was in dieser Situation für den HSV kaum hilft: Ein unglaubwürdiger Trainer; was hat doch Fink seinen Stars Shaq, Sommer etc immer vorgepredigt: Nicht voreilig in die BULI wechseln... und er selber??? Antworten
Je länger ich dem FCB unter Vogel so zuschaue, zweifle ich über Finks Anteil an den Basler Erfolgen in den letzten Jahren. Vogel hatte wohl bereits als Assistent einen beträchtlichen Einfluss! Das selbe Phänomen gab es übrigens auch mit Löw und Klinsmann bei der deutschen Nationalmannschaft zu beobachten. Antworten
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