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Segel kaputt und Backenzahn gebrochen
Voller Einsatz: Bernard Stamm musste am Wochenende sein Segel flicken.
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Kaum hatte Bernard Stamm das Kap der Guten Hoffnung hinter sich gelassen, setzte er zu einem furiosen Ritt an und preschte von Rang vier bis auf Platz eins vor. Zumindest für einige Stunden konnte sich der 51-jährige Genfer als Leader der härtesten Segelregatta der Welt mit breiter Brust über den Bug lehnen, ehe das Unheil seinen Lauf nahm. Nach ein paar wenigen Stunden an der Spitze musste Stamm am Wochenende wahrhaftig die Segel streichen. Einige Querstangen, die das Segel stramm halten, waren wegen der heftigen Winde zerborsten. «Was für ein Jammer! Ich habe zwei Tage als Handwerker verloren», setzte Stamm per Videobotschaft zum Klagelied an.
An Schlaf war während der Reparaturarbeiten nicht zu denken; erst recht nicht, als ihm auch noch ein Stück eines Backenzahns verloren ging. «Mir fehlt ein Drittel des Zahns, der Stumpf liegt offen», funkte Stamm an Jean-Yves Chauve, den Physio der Vendée Globe. Weil Stamm an jenem Zahn vor Jahren schon einmal eine Wurzelbehandlung über sich ergehen lassen musste, hielten sich die Schmerzen in Grenzen. «Eine Entzündung kann ausgeschlossen werden, allerdings besteht die Gefahr, dass er sich mit der Zunge an der scharfen Kante des Zahns verletzt», berichtet Jean-Yves Chauve. Er hat Stamm angewiesen, den spitzen Stumpf mit einer Feile aus dem Dental-Notfallset ein wenig zu glätten.
Orkan Claudia im Anzug
Als hätte Bernard Stamm, der wieder auf Rang vier zurückgefallen ist, nicht schon genug Probleme, erwartet den tapferen Wellenbrecher in den kommenden Tagen ein heftiger Sturm. Orkan Claudia wütet zwischen Mauritius und Australien und könnte das bereits arg dezimierte Feld regelrecht durcheinanderwirbeln. Sieben Segler mussten in den vergangenen vier Wochen – seit dem Start an der französischen Ostküste – aufgeben.
Einer, der wie Bernard Stamm noch dabei ist, heisst Dominique Wavre und ist ebenfalls Schweizer. Der 57-jährige Genfer liegt momentan auf Platz neun. Trotz seiner bisher konservativen Route, kann auch er sich dem anbrausenden Sturm nicht entziehen. «Die Wolken werden immer dicker und dunkler. Es wird wohl bald regnen, der Wind wird auf jeden Fall immer stärker und stärker.»
Verfolgen Sie das Rennen live auf: http://tracking2012.vendeeglobe.org/fr/ (sr)
Erstellt: 11.12.2012, 16:56 Uhr




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