Schwimmen ist Schulstoff

Der Fall ist klar, das Urteil richtig: Religion darf den Schwimmunterricht nicht behindern.

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Es geht gerne vergessen, aber: Es sind auch unsere Menschenrechte. Fremde und Schweizer Richter sind deshalb sehr häufig gleicher Meinung. Etwa in Fragen des Schwimmunterrichts: Die Schweiz habe korrekt gehandelt, als sie von zwei türkischstämmigen Eltern aus Basel verlangte, die Töchter in den gemischtgeschlechtlichen obligatorischen Schwimmkurs der Volksschule zu schicken. Dies befand der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Eine «Verletzung» der Religionsfreiheit sei nicht gegeben, die «soziale Integration» der Kinder habe Vorrang.

Das Urteil ist – wie bereits die harte Haltung der Schweizer Behörden – uneingeschränkt richtig. In der Schweiz lernen die Kinder gemeinsam schwimmen, Zuzüger haben sich anzupassen, Religion darf dabei nicht behindern. Wer ein Problem mit zu viel Nacktheit hat, kann dem Nachwuchs einen Burkini oder ähnliches anziehen; Basel hat das im konkreten Fall angeboten. So muss das sein: Die Volksschule stellt sicher, dass Mädchen wie Buben schwimmen lernen, aber wie die Kinder dabei aussehen, ob sie Bikini oder Einteiler mit Kapuze tragen, ist ihr egal.

Wir stecken mitten in harten Debatten darüber, wie sich die Demokratien Europas gegen den radikalislamischen Terror wehren können, ohne dabei die Freiheit zu gefährden, die sie schützen wollen. Dürfen sie Verdächtige präventiv einsperren, Jihad-Sympathisanten ausbürgern? Das wird die Richter lange beschäftigen. Wäre doch alles ein so klarer Fall wie das Schulschwimmen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.01.2017, 18:00 Uhr

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