Gefängnisstrafe für muslimischen Vater

Ein Mann hat eine Haftstrafe bekommen, weil er seine Tochter nicht in den Schwimmunterricht schickt.

Teilnehmer des Wettbewerbs «De schnaellscht Zuerifisch».

Teilnehmer des Wettbewerbs «De schnaellscht Zuerifisch». Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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Ein in St. Margrethen wohnhafter Bosnier hat eine viermonatige, unbedingte Haftstrafe auferlegt bekommen, weil er seine Tochter nicht in den Schwimm­unterricht schickt. Sein Anwalt hat Berufung gegen das Urteil eingelegt, wie die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens gestern berichtete. Die Behörden hätten nie nach einer Lösung mit seinem Mandanten gesucht. Beim Bosnier handelt es sich um jenen Mann, der bis vor Bundesgericht ging, um seine Tochter mit einem Kopftuch in den Schulunterricht schicken zu können. Die Schulleitung hatte dies nicht akzeptiert. Von den Lausanner Richtern bekam der Vater indes recht.

Nächster Streitpunkt ist nun der Schwimmunterricht: Seine 14-jährige Tochter darf daran nicht teilnehmen. Sogar unter einem Ganzkörper-Badeanzug könne man ihre Linien sehen, was seinem Glauben widerspreche, begründet der Vater. Die St. Margrether Behörden betonen gemäss SRF, wiederholt das Gespräch gesucht zu haben. Der Vater wiederum sieht sich als Opfer: Seit er den Islam praktiziere, sei er in der Gemeinde nicht mehr akzeptiert. (TA)

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.03.2016, 23:50 Uhr

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