Schweiz

Zuppiger rechnet mit baldigem Strafverfahren

Aktualisiert am 03.01.2012

Schon im Januar soll die Justiz mit der Untersuchung beginnen. Ein offizielles Verfahren könnte die politische Existenz des gescheiterten SVP-Bundesratskandidaten vollends zunichte machen.

Steht im Fokus der Justiz: Bruno Zuppiger tritt am Tag der Bundesratswahl aus dem Nationalratssaal. (14. Dezember 2011)

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Bild: Keystone

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Zuppiger stolpert, Walter springt ein

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Der aussichtsreiche SVP-Bundesratskandidat Bruno Zuppiger stolpert über eine alte Affäre.

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Bruno Zuppiger rechnet laut einem Bericht der «Sonntagszeitung» damit, dass schon bald ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet wird: Auf Anfrage habe der SVP-Politiker berichtet, dass die Zürcher Justiz gemäss seinen Informationen demnächst mit der Strafuntersuchung beginnen werde. «Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, dass sie die Vorwürfe ab Januar 2012 untersuchen will», habe Zuppiger der «Sonntagszeitung» schriftlich mitgeteilt. Der Hinwiler hat sich bereits für einen Prozess gerüstet – er hat mittlerweile einen Anwalt engagiert, der sich nun um die Angelegenheit kümmert.

Der Zürcher Oberstaatsanwalt Andreas Brunner will Zuppigers Informationen weder bestätigen noch dementieren; seine Sprecherin Corinne Bouvard macht lediglich transparent, dass die Staatsanwaltschaft «im Verlauf des Januars» per Communiqué informieren werde, ob sie formell das Verfahren gegen den Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger eröffnet. Bereits Anfang Dezember begann die Justiz mit der Voruntersuchung – nun steht der Entscheid offenbar fest.

Fraktionsausschluss möglich

Für Zuppiger würde eine offizielle Verfahrenseröffnung seine politische Existenz gefährden: Der Zürcher Kantonalpräsident Alfred Heer hat mehrfach erklärt, seine Partei werde bei einem Strafverfahren «ernsthaft» mit Zuppiger reden müssen; ein Veruntreuungsprozess gegen ein prominentes SVP-Mitglied würde das Ansehen der Partei schädigen, die sich als Anwalt der Anständigen inszeniert und Missbrauchsfälle hart anprangert.

Hinter vorgehaltener Hand bringen namhafte SVP-Parlamentarier bereits das Szenario eines Fraktionsausschlusses ins Spiel.

Bereits tun wichtige Exponenten der Partei ihren Unmut über Zuppiger auch öffentlich kund: «Es macht wenig Sinn, wenn er im Nationalrat verbleibt», sagte Roger Liebi, Stadtzürcher SVP-Präsident und Mitglied der kantonalen Paerteileitung, am Rande der traditionellen Jahresend-Medienkonferenz der Stadtzürcher SVP. Zuppigers Glaubwürdigkeit sei mehr als nur angekratzt. Liebi befürchtet, dass Zuppiger zu einer Hypothek für die Partei werden könnte.

Zuppiger beharrlich

Zuppiger wurde im Oktober als Nationalrat wiedergewählt. Von dem Amt kann er nur selbst zurücktreten. Bisher beharrte Zuppiger jedoch ausdrücklich auf seinem Amt. In der Folge der Affäre um seine Person hat Zuppiger bereits sein Mandat als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes niedergelegt.

Bruno Zuppiger war im Dezember als aussichtsreicher Bundesratskandidat von seiner Vergangenheit eingeholt worden. Ein Artikel in der «Weltwoche» hatte schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben. Zuppiger soll in seiner Funktion als Treuhänder versucht haben, einen sechsstelligen Betrag aus einer ihm anvertrauten Erbschaft zu veruntreuen. (ami)

Erstellt: 02.01.2012, 13:05 Uhr

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