Schweiz

«Wo sind die strengen Regeln des Schweizer Fernsehens?»

Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 28.10.2011

In zwölf Kantonen stehen noch zweite Wahlgänge für den Ständerat an. Aber das Schweizer Fernsehen habe am Donnerstagabend mit einem DOK-Film Werbung für die SVP gemacht, kritisieren die Vertreter anderer Parteien.

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Der Ärger der Parteien über die Hochrechnungen des Schweizer Fernsehens am Wahltag ist noch nicht verflogen, da ärgern Politiker sich bereits wieder über die TV-Macher: Heute Abend will das Schweizer Fernsehen zur besten Sendezeit den DOK-Film «Die SVP-Schweiz» ausstrahlen. Das Schweizer Fernsehen habe ein Jahr Rechtskonservative begleitet, heisst es in der Ankündigung, und «über die Hälfte der Schweizer Stimmbürger» stehe inzwischen hinter der restriktiven Ausländerpolitik der SVP. Das Fernsehen wolle die «Überzeugungstäter an der Basis » zeigen.

SP-Generalsekretär Thomas Christen hält diesen Film für problematisch, weil in zwölf Kantonen noch Wahlkämpfe für den Ständerat stattfinden. Zum Beispiel in den Kantonen Bern, Schwyz, Zürich oder St. Gallen. Hier kämpfen überall auch SVP-Politiker um einen Sitz im Ständerat. «Der Film ist beste Werbung für die SVP», findet Christen. Er könne die Ständeratswahlen zugunsten der SVP-Kandidaten beeinflussen. Starker Tobak ist für den Parteimanager jedoch, dass im Titel die Schweiz sozusagen zum SVP-Land deklariert wird. Die SVP repräsentiere seit den letzten Wahlen aber nur etwas mehr als einen Viertel der Schweizer Wähler.

Kritik kommt aber auch von der CVP. Informationschefin Marianne Binder meint, die SVP habe Macht, und das verführe. «Dieser Macht kann sich das Fernsehen offenbar nicht entziehen», so Binder weiter. «Gefährlich ist es einfach, wenn das Wahlverhalten beeinflusst wird.» Einen DOK-Film zu senden, der dazu noch diesen Titel trage, komme einer Huldigung des Schweizer Fernsehens an die SVP gleich: «Egal, was er enthält.» Dass er vor dem zweiten Wahlgang gezeigt werde, sei unverständlich. «Wo sind die strengen Regeln, welche sich die SRG angeblich auferlegt?»

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.10.2011, 16:50 Uhr

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