«Wirtschaft und Politik stecken in einem Vertrauenstief»
Von Fabian Renz. Aktualisiert am 08.03.2010 25 Kommentare
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Herr Bührer, drei von vier Stimmbürgern sagten Nein zur Senkung des Umwandlungssatzes. Haben Sie eine solche Abfuhr erwartet?
Vielleicht nicht in dieser Wucht. Aber wir gingen von einem deutlichen Nein aus. Für mich zeigt das Abstimmungsresultat das Vertrauenstief, in dem Wirtschaft und Politik wegen der Finanzmarktkrise stecken. Das Volk wollte einen Denkzettel verteilen.
Wenn Sie schon im Voraus mit einer Niederlage rechneten: Warum haben Sie dann einen so aufwendigen Abstimmungskampf geführt?
Wir mussten diesen Kampf führen, denn er war von der Sache her nötig. Übrigens haben wir für diese Kampagne weniger ausgegeben als zum Beispiel für die Personenfreizügigkeit.
Ihre Plakate mit den Kuchensujets waren offensichtlich ein Flop.
Bei einem knappen Nein hätte man die Schuld bei der Kampagne suchen können, aber nicht bei einem so deutlichen Resultat. In der Romandie haben wir zudem mit einem Sparschweinstatt mit dem Kuchensujet gearbeitet. Und dort ist die Ablehnung noch höher ausgefallen.
Plädieren Sie nun dafür, dass die Missstände im Versicherungswesen angepackt werden?
Zunächst einmal: Das Gros der Altersvorsorge wird nicht von den Versicherungen gestellt. Es trifft sicher zu, dass bezüglich Transparenz und Verwaltungskosten noch Verbesserungen erzielt werden müssen. Das wird aber die Probleme der Altersvorsorge nicht lösen.
Ein tieferer Umwandlungssatz ist also längerfristig unvermeidlich?
Die Alternative wären höhere Lohnbeiträge. Darunter würde unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit der Arbeitsmarkt leiden.
Und Sie glauben, dass eine Abstimmung bei besserer Wirtschaftslage Erfolg hätte?
Ich habe diesmal jedenfalls erlebt, wie unsere Gegner die herrschende Missstimmung gegenüber Managern bewirtschaftet haben, statt über Zahlen zu sprechen. Es braucht beides: eine bessere Wirtschaftslage und einen Abbau des Misstrauens. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.03.2010, 09:33 Uhr
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25 Kommentare
Rein rechnerisch hätte eine Senkung des Umwandlungssatzes Sinn gemacht. Wenn wir länger leben muss dieser Satz zwangsläufig sinken. Aber solange die Verwaltungskosten der PK's jedes Jahr munter steigen ist noch so viel Fett am System, das wir zuerst mal dort abspecken müssen bevor wir die Versicherten bluten lassen. Deshalb habe ich ein NEIN eingelegt. Antworten
wie soll man einem Herrn G. Bührer Vertrauen, wenn er das Volk vertreten sollte, aber die Interesse seines Sponsors, die Swisslife (ex Rentenanstalt) vertritt. Lügenbarone können lustig wirken, sind aber nicht vertrauenswürdig. Viele andere Abgeordnete sind auch in Verwaltungsräten der Wirtschaft, und so Interessenvertreter ihres Arbeitgebers, anstatt des Volkes. Antworten
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