«Wir können genau überprüfen, wofür das Geld ausgegeben wird»
Von Benedict Rüttimann. Aktualisiert am 18.08.2010 2 Kommentare
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Priska Spörri leitet die Kommunikation der Glückskette.
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Wie ist der Stand der Spenden?
Wir sind vor dem Glückskette-Tag bei gut 3 Millionen Franken angelangt.
In den letzten Tagen war zu hören, die Schweizer würden für die Flutopfer viel weniger spenden als zum Beispiel nach dem Erdbeben in Haiti im Januar. Stimmt der Eindruck?
Man kann diese Katastrophen nicht miteinander vergleichen. Bei einem Erdbeben oder einem Tsunami ist das ganze Ausmass sofort ersichtlich, es wird breit darüber berichtet, die Glückskette sammelt. Im Fall von Pakistan haben wir schon zwei Tage nach dem ersten Monsun ein Konto eingerichtet, aber erst letzte Woche einen verstärkten Aufruf lanciert. Danach begannen dann auch die Spenden zu fliessen.
In jedem zweiten Satz über Pakistan ist die Rede von Korruption und Terrorismus. Welche Rolle spielt das schlechte Image des Landes?
Bei jeder Sammelaktion spielen die Gefühle der Leute eine Rolle. Nur wenige kennen Pakistan aus eigener Erfahrung, und wenn jemand etwas über das Land gehört hat, dann meist etwas Negatives. Ich stelle aber auch fest, dass es vielen Leuten egal ist, wo eine Katastrophe passiert ist. Sie sehen die Bilder, sind betroffen und möchten helfen.
Wie können Sie garantieren, dass die Spendengelder nicht in den Taschen korrupter Politiker landen?
Unsere Hilfswerke arbeiten nicht direkt mit der Regierung zusammen, sondern mit lokalen Partnern vor Ort. Sie kennen das Umfeld, weil sie schon früher in Pakistan gearbeitet haben.
Verlangen Sie nach einer gewissen Zeit eine detaillierte Abrechnung?
Wir kontrollieren immer. Jetzt läuft die Nothilfe, die wir dann später rückfinanzieren. Wir können also genau überprüfen, wofür das Geld wirklich ausgegeben worden ist.
Fliesst das Geld auch in langfristige Hilfsprojekte?
Rund 80 Prozent der Spenden gehen in langfristige Projekte. Die Hilfswerke können Projekte einreichen, die dann von einer Expertenkommission geprüft werden. Es gibt auch schwarze Listen von lokalen Unternehmern, mit denen schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Zudem überweisen wir nicht den Gesamtbetrag für ein Projekt, sondern in Raten. So können wir bei Unregelmässigkeiten sofort eingreifen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.08.2010, 23:08 Uhr
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Keine Korruption im Spiel? Wer's glaubt! Jedes Drittweltland ist korrupt, von den Behörden über die NGOs bis zu den lokalen "freiwilligen" helfern. Keine "Experten" können dies verhindern; die sind auf ihre Art auch alle in die Korruption verstrickt. Sobald Bargeld die Hand wechselt, ist immer auch Korruption im Spiel. Das fängt hier in der Schweiz bei den Administrativkosten der Gutmenschen an. Antworten
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