Startseite · Immobilien · Job · Dating · Auto
 

Schweiz

Wenn die CS ihre Aufpasser zum Gefecht auffordert

Eines kann man der Credit Suisse nicht vorwerfen: Dialogverweigerung. Das bewies die derzeit erfolgreiche Bank in Davos.

Hector Sants, Chef der englischen Finanzmarktaufsicht.

Hector Sants, Chef der englischen Finanzmarktaufsicht.

Laura D’Andrea Tyson, Beraterin Obamas.

Laura D’Andrea Tyson, Beraterin Obamas.

Philipp Hildebrand.

Philipp Hildebrand.

SwissquoteExklusiver Trading-Partner

[Alt-Text]

Gestern lud Paul Calello, Chef der CS-Investmentbank, mit Laura D'Andrea Tyson, Hector Sants und Philipp Hildebrand, Chef der Schweizer Nationalbank, gleich drei der schärfsten Regulatoren zu sich ins provisorische Davoser Hauptquartier. D'Andrea Tyson ist engagiert im Beraterteam von Barack Obama, das letzte Woche vorschlug, die Investmentbereiche der Grossbanken abzutrennen; Hector Sants, Chef der englischen Finanzmarktaufsicht (FSA), ist einer der Promotoren der Bonussteuer, die England kürzlich einführte: Philipp Hildebrand wiederum ist Präsident der mächtigsten Finanzinstitution in unserem Land, der Nationalbank.

Banken müssen herunterfahren

Hildebrand nützte denn auch die Gelegenheit, seine Botschaft an den Mann zu bringen. Die Grossbanken sind zu gross für die Schweiz und müssen deshalb kleiner werden und viel stärker kontrolliert werden. Verpackt war das in eine sanfte Drohung: «Wir müssen gemeinsam mit den Banken darum kämpfen, dass es bei einer marktgerechten Regulierung bleibt», sagte er.

Gemeint war damit die nicht ganz unrealistische Aussicht auf populistische Eingriffe ins Finanzsystem, auch bei uns. Dass aus dem Finanzministerium bisher keine griffigen Vorschläge kamen, die Hildebrands Position stützen, wurde zwar nicht explizit erwähnt. Hildebrand fand charmantere Worte: «Obamas Pläne mögen im Detail nicht ganz ausgereift sein. Aber es ist positiv, dass ein Politiker uns den Rücken stärkt. Es ist selten, dass sich politische Führer hinter die Regulatoren stellen.»

Boni unter Beschuss

Die Strasse hat Hildebrand sowieso hinter sich. Selbst am WEF stimmten in einer Konsultativabstimmung 50 Prozent der Anwesenden für massive Beschränkungen der Saläre. «Es darf nicht sein, dass die Banken ihre Gewinne, die sie nun wieder einfahren, gleich in Boni, Dividenden oder Aktienrückkäufe umwandeln», sagte Hildebrand. Pech für die Credit Suisse, (CSGN 23.91 1.14%) dass in zwei Monaten ein Bonusprogramm ausläuft, das den obersten Kader der Bank fast 2 Milliarden Franken aufs Konto spült. Im heutigen Umfeld wird es dafür Kritik hageln.

Doch nicht nur die Boni sind unter Beschuss, auch das Geschäftsgebaren in der Krise. Hildebrand zweifelte ganz offen die Qualität der Gewinne an. «Ich zögere, dies Zufallsgewinne zu nennen», meinte er. Zufallsgewinne deshalb, weil die Banken von der Nationalbank Geld zu ausserordentlich tiefen Zinsen erhalten, währenddem die Zinsen für Staatsanleihen in den USA immer mehr steigen. Darum machen in den Augen der Kritiker die Grossbanken in den USA ein praktisch risikoloses Geschäft, indem sie bei der Nationalbank Geld aufnehmen und in Staatsanleihen anlegen.

Banken haben nichts gelernt

Eine Darstellung, welche die Credit Suisse natürlich bestreitet. Offenbar nicht ganz zu Unrecht, denn Hildebrand sagte, die bisher eingeführten neuen Regulierungen hätten dazu geführt, dass weniger spekuliert werde, die Ausleihungen an Firmen hingegen seien nach wie vor auf demselben Niveau wie vor der Krise. Hildebrand: «In der Schweiz gibt es keine Kreditklemme.» Anders ist das in den USA und England, wo Firmen wie Private zunehmend lauter darüber klagen, dass ihnen die Banken trotz Staatshilfe kein Geld leihen. Ein Fakt, den D'Andrea Tyson anprangerte. Ein Fakt auch, der dazu führte, dass Obamas Popularität gesunken ist.

Hector Sants sprach den Banken die Lernfähigkeit ab: «Wenn die Banken wirklich kapiert haben, worum es geht, dann zeigen sie das nicht.» Eine direkte Antwort von der CS gab es nicht. Calello liess sich sein Mitagessen nicht verderben und bedankte sich höflich für die Ausführungen. Eine kleine Spitze gab es aber doch noch: Credit Suisse Präsident Hans-Ulrich Doerig stellte Hildebrand eine einzige Frage: «Was passiert eigentlich mit dem Regulator, wenn er falsch liegt?» Hildebrands Antwort: «Ich habe noch 20 Jahre bis zur Pensionierung, da werde ich noch lange an meinen Erfolgen gemessen.» Die 20 Jahre hat Doerig nicht mehr, er tritt nächstes Jahr altershalber ab.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.01.2010, 07:19 Uhr

Schweiz

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Medizinische Praxisassistentin, per 1. April 2012 (Arbeitspensum 100%) , Diepoldsau santémed Gesundheitszentren AG, Diepoldsau

Medizinische Praxisassistentin, ab 1. Februar 2012 (Arbeitspensum 100%), Rorschach santémed Gesundheitszentren AG, Rorschach

Entwicklungsingenieur Mechanik Runtime Services AG, Rheintal / GL / FL / Sarganserland


Emil Frey AG Autocenter Bern

Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie ein Wochenende am Blausee für 2 Personen...

Jobsuche

Jobs, in die man sofort wechseln will!