Schweiz
«Was gegenwärtig abläuft, ist höchst imageschädigend»
Von Mirko Plüss. Aktualisiert am 25.04.2012 504 Kommentare
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SVP-Nationalrätin Natalie Rickli fordert eine Ventilklausel für Deutsche und UBS-Chef Sergio Ermotti sieht den Steuerstreit als Wirtschaftskrieg: Die gegenwärtigen politischen Auseinandersetzungen um Steuerstreit und Einwanderungsbeschränkung wogen heftig und treiben mitunter seltsame Blüten. Muss die Schweiz deswegen auch langfristig um ihr Image im Ausland bangen? Ja, sagt Urs Zenhäusern, Direktor von Wallis Tourismus. In einem «offenen Brief an die politischen Verantwortungsträger der Schweiz» kritisiert er die «politischen Speerwürfe» der vergangenen Tage.
Zenhäusern beklagt in dem Brief den momentanen Verlauf der politischen Debatte in der Schweiz. «Neben dem langen Steuerstreit und den damit verbundenen gegenseitigen Anschuldigungen und jetzt mit dem Anrufen der Ventilklausel vergraulen wir unsere Handelspartner und Gäste aus der EU definitiv», schreibt Zenhäusern.
Schweiz ist abhängig von der EU
Zenhäusern betont die Bedeutung des Exporthandels für die Schweiz. Die EU mit insgesamt 500 Millionen Einwohnern sei ein wichtiger Handelspartner. Aus der EU stammten auch rund 40 Prozent der Feriengäste in der Schweiz. Zenhäusern will damit die EU-Abhängigkeit des Schweizer Tourismussektors unterstreichen, in dem knapp 150'000 Menschen arbeiten.
«Was gegenwärtig politisch in der Schweiz abläuft, ist höchst imageschädigend», so Zenhäusern weiter. Als Argument führt er unter anderem Aussagen des UBS-Chefs Sergio Ermotti auf, welche dieser in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» gemacht hatte. Ermotti verglich darin den aktuellen Steuerstreit mit einem Wirtschaftskrieg.
Ricklis «bizarrer» Auftritt
Vor allem die Aussagen der Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli stossen dem Walliser sauer auf. Rickli forderte in der Sendung «SonnTalk» des Fernsehsenders TeleZüri eine Ventilklausel für Deutsche. Dies als Reaktion auf die eben erst ausgerufene Ventilklausel gegen acht osteuropäische Staaten, für die ab dem 1. Mai Zuwanderungskontingente gelten werden.
Laut Rickli übten aber vor allem die deutschen Einwanderer einen Riesendruck auf den Schweizer Arbeitsmarkt, auf die Infrastruktur, auf die Strassen und die Schulen aus. In der TV-Diskussionsrunde entbrannte daraufhin eine heftige Debatte. GLP-Präsident Martin Bäumle betonte die Abhängigkeit der Wirtschaft von deutschen Einwanderern: «Diese Anti-Deutschen-Stimmung ist eine ganz miese Tour der SVP.» Zuspruch erhielt er vom Wirtschaftsberater Kaspar Loeb. Das deutsche Magazin «Focus» betitelte den Auftritt Ricklis als «bizarr».
Auch Zenhäusern stellt sich gegen die Aussagen Ricklis. «Das darf doch nicht wahr sein», schreibt er in seinem Brief und schliesst mit einem «Appell an das Verantwortungsbewusstsein der Schweizer Politik». Anstelle von Wirtschaftskrieg und politischen Speerwürfen brauche die Schweiz eine Abwertung des Schweizer Frankens und angepasste wirtschaftliche Rahmenbedingungen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.04.2012, 12:37 Uhr
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504 Kommentare
herr zenhäuser, was frau rickli von sich gab ist leider tatsache! es gibt leute die nennen das problem beim nahmen und dann gibt es leute die machen die augen zu! kann es sein dass da jemand angst um die tourismusregion wallis hat, dass man vielleicht einbussen erleidet! nichts desto trotz wird das problem nicht gelöst wenn man alles totschweigt. Antworten
Hauptsache, die SVP findet für alles einen Sündenbock. Dass Reduit-Mentalität in einem globalisierten Umfeld nicht funktionieren kann, leuchtet jedem halbwegs vernünftig denkenden Menschen ein. Aber Frau Rickli hat ja mit ihren einfältigen Aussagen schon des öfteren bewiesen, dass sie nicht über den eigenen Nasenspitz hinaus sieht. Antworten
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