Schweiz
Warum die Schweizer Castor-Transporte verheimlicht werden
Aktualisiert am 07.03.2011 40 Kommentare
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Beim Transport von vergangener Woche habe es sich nicht um Brennstäbe gehandelt, sondern um mittelaktive Abfälle - «verpresste metallische Strukturelemente von Brennstäben», wie Bundesrätin Doris Leuthard in der Fragestunde des Nationalrats auf Fragen der Nationalrätin Franziska Teuscher (Grüne/ BE), Beat Jans (SP/BS) und Eric Nussbaumer (SP/BL) erklärte.
Diese forderten Informationen zu einem Castor-Transport durch die Schweiz im Februar, zu der gemessenen Strahlenbelastung und zur Anzahl stattgefundener und geplanter Transporte sowie zur Informationspolitik des Bundesrates.
Informiert werde gemäss internationalen Abkommen und schweizerischen Gesetzen erst nach abgeschlossenem Transport, erklärte die Umweltministerin. Sie bestätigte den Transport und kündigte für dieses Jahr einen weiteren an.
Transporte mit erhöhten Sicherheitsanforderungen
Die Behörden informierten die Öffentlichkeit jeweils nicht über geplante Transporte. «Da es sich um Transporte mit erhöhten Sicherheits- und Sicherungsanforderungen handelt, erfolgt die Geheimhaltung nicht zuletzt aus Gründen des Schutzes vor möglichen Terrorakten», sagte Leuthard.
Erst nach erfolgtem Transport veröffentliche die ZWILAG, das Zwischenlager Würenlingen AG, eine Medienmitteilung. Die Route werde jeweils vom Bundesamt für Energie bewilligt. Der Bundesrat sehe keinen Anlass, diese Geheimhaltungspraxis zu ändern.
Bisherige Transporte
Bisher hätten drei vergleichbare Transporte mit mittelaktivem Material stattgefunden, bei welchen acht Transportbehälter mit 156 Transportgebinden nach Würenlingen ins Zwischenlager gebracht worden seien. Bei diesen Transporten betrage die Strahlung für einen Betriebsmitarbeiter ein Bruchteil der jährlich zugelassenen Strahlendosis.
Die Behälter würden bei der Umladestation Würenlingen vom Zug auf Lastwagen umgeladen. Die letzten zwei Kilometer bis zum Zwischenlager liessen sich nur auf der Strasse bewältigen, sagte Leuthard. Bisher hätten auch sieben Transporte mit stark radioaktivem Material von La Hague nach Würenlingen stattgefunden. Die dabei gemessenen Strahlenwerte hätten das 1000fache derjenigen der mittelaktiven Abfälle betragen, erklärte Leuthard. Doch auch bei diesen Transporten seien die Grenzwerte eingehalten worden.
Proteste von Grünen und SP
Nachdem der Castortransport von Anfang März in den Medien veröffentlicht wurde, forderten Politikerinnen und Politiker der Grünen und der SP umgehend mehr Transparenz. Die Grünen forderten vom Bundesrat die Einsetzung einer Gruppe mit Vertretern von Umweltorganisationen, um Sicherheitsmassnahmen und ein Katastrophenszenario auszuarbeiten.
Aus Sicht der Grünen kann nur ein Ausstieg aus der Atomenergie die Transporte beenden. Der Schweizer Atommüll müsse jedoch zurückgenommen und im Land gelagert werden. Deshalb bänden sich die Grünen nicht wie in Deutschland bei den Castor-Transporten an die Eisenbahnschienen.
Das Zwischenlager in Würenlingen ist als Aktiengesellschaft der Schweizer Atomkraftwerkbetreiber organisiert. Das Aktienkapital ist im Verhältnis zur thermischen Leistung der Atomkraftwerke aufgeteilt. (pbe/sda)
Erstellt: 07.03.2011, 23:59 Uhr
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40 Kommentare
Obwohl ich nicht uneingeschränkt für A-Werke bin und die damit verbundenen Risiken und Transprote. Finde ich die bisherige Praxis des Bundesrates gut.; dass diese Transporte in die Schweiz nicht "an die grosse Glocke" gehängt werden. Ich möchte keine Zustände wie wir diese aus Deutschland kennen. Diese sogenannten Demos der "Ultras" (egal welcher politischer Couleur) sind nicht zielführend. Antworten
@Hr. Murer - Bin genau Ihrer Meinung! Rege mich seit je über die Oeko-Fundis bei den Gorleben-Transporten in D auf. 10'000 Polizisten, z. T. aus allen Landesteilen angekarrt schlägern sich mit gewaltbereiten Ultras, damit die ihr Happening zelebrieren und am Ende doch scheitern. Lege mich in Brig auch nicht auf die Schienen, wenn ein 50-Wagen-Zug Stammholz aus D/CH nach I zum Pelletieren bringt. Antworten
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