Waren einige der HIV-positiven Opfer Blutsbrüder?
Von Dario Venutti. Aktualisiert am 11.06.2010 5 Kommentare
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Bislang schienen die Rollen eindeutig verteilt zu sein: Ein Berner Musiklehrer und «Heiler» steht unter Verdacht, 19 Personen mit dem HI-Virus angesteckt zu haben. Der Mann soll den Krankheitserreger seinen Opfern mit Spritzen eingeführt haben. Für sie ist er ein Scharlatan, der sie mit perfiden Methoden schwer schädigte. Der Angeschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Weitere Recherchen ergaben, dass die Dinge komplizierter liegen: Der «Heiler» steht nicht allein unter Verdacht. Wie dessen Anwalt Ernst Reber gegenüber dem TA sagte, ermitteln die Behörden auch gegen einen zweiten Mann. Welche mutmasslichen Delikte diesem vorgeworfen werden, war nicht herauszufinden. Sein Anwalt, Rolf Röthlisberger, wollte nichts sagen. Der Untersuchungsrichter verwies an den Staatsanwalt, und dieser war am Donnerstag nicht erreichbar.
Laut dem Anwalt des «Heilers» existieren handschriftliche Briefe des zweiten Angeschuldigten. Darin ist die Rede von einer Blutsbrüderschaft, die einige HIV-Opfer miteinander eingegangen waren. An wen die Briefe gerichtet sind und wie genau die Blutsbrüderschaft vollzogen wurde, wollte Anwalt Reber nicht beantworten.
«Heiler» ist kein Blutsbruder
Die Blutsbrüderschaft ist eine weitere mögliche Erklärung für die Verbreitung des HIV-Erregers. Mit diesem Ritual geloben sich beispielsweise Satanisten gegenseitige Treue bis zum Tod und wollen dunklen Mächten zum Durchbruch verhelfen.
Laut Aussagen von zwei Nachbarn des «Heilers» gegenüber der «Berner Zeitung» vom Mittwoch sollen in dessen Wohnung schwarze Messen veranstaltet worden sein. Seinem Anwalt ist davon aber nichts bekannt, wie er gegenüber dem TA sagte. Er habe auch bei seinen Besuchen beim «Heiler» nichts bemerkt, was auf satanistische Rituale oder auf eine Sekte schliessen liesse. Wo die Blutsbrüderschaft vollzogen wurde, weiss er nicht. Sein Mandant habe sich daran sicher nicht beteiligt.
Guter Ruf in Berner Musikszene
Der «Heiler» liess über seinen Anwalt ausrichten, dass diese Bezeichnung nicht den Fakten entspreche. Er arbeite seit dreissig Jahren als freischaffender Musiklehrer. Diese Tätigkeit sei seine einzige Einnahmequelle. In der Berner Musikszene geniesse er einen guten Ruf. Und die HIV-Opfer seien ausschliesslich wegen des Musikunterrichts zu ihm gekommen. Der «Heiler» ist nicht HIV-positiv.
Laut einem Informanten, der über die Geschehnisse gut unterrichtet ist, hat sich dagegen der zweite Angeschuldigte mit dem Virus angesteckt. Bei ihm handelt es sich um eine Person, die man bisher zu den 19 Opfern zählte. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.06.2010, 07:39 Uhr
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5 Kommentare
Typisch. Zuerst wird Einer vorverurteilt, einen ganzen Berufszweig verunglimpft und zu Quaksalbern degradiert. Es werden härtere Massnahmen gefordert, mehr Kontrollen und Verbote. Schlussendlich stellt sich dann evt. heraus, dass das alles nicht stimmt. Auch wenns stimmt, ist der Mann zu bestrafen, nicht seine andern 99,99% Berufskollegen die ja nichts verbrochen haben. Antworten
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