Schweiz

Von Despoten und politischen Scharfmachern

Aktualisiert am 26.02.2012 159 Kommentare

Kritik am Blocher-Clan aus den eigenen Reihen: Die Schwester des SVP-Übervaters, Judith Giovannelli-Blocher, legt ihre Autobiographie vor. Darin geht sie nicht nur mit den Eltern hart ins Gericht.

Eines von elf Kindern: Alt Bundesrat Christoph Blocher tritt als Gast bei einer Basler Fastnachtsveranstaltung auf.

Eines von elf Kindern: Alt Bundesrat Christoph Blocher tritt als Gast bei einer Basler Fastnachtsveranstaltung auf.
Bild: Keystone

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Kritische Schreiberin: Judith Giovannelli-Blocher. (Bild: Keystone )

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Judith Giovannelli-Blocher, die Schwester von SVP-Nationalrat Christoph Blocher, legt ein neues Buch vor. Die noch unveröffentlichte Autobiografie mit dem Titel «Der rote Faden», die der «SonntagsZeitung» vorliegt, schildert Blochers Elternhaus als streng religiös. Es habe eine Atmosphäre des «allgemeinen Schuldigseins» geherrscht, schreibt Giovanelli-Blocher.

Der Vater Wolfram Blocher, ein evangelisch-reformierter Pfarrer, habe mit «strengen Hausregeln» und «kleinlichen Erziehungsmethoden» auf die Kinder «eingedroschen», zitiert die Zeitung das Buch.

Schläge auf das Hinterteil

Gefühlsregungen seien mit Kälte quittiert worden. Bei Unbotmässigkeiten habe der Vater die dafür vorgesehene Strafe vollzogen: Die Kinder mussten sich über den Tisch beugen, damit die Schläge das Hinterteil fanden. Die Mutter Ida Blocher wird als herrschsüchtige Despotin geschildert, die das Familienleben mit «religiösen Gehorsamsproben» belastete. «Alle mussten sich immer wieder ihrer Knute beugen», schreibt Giovannelli-Blocher.

In ihrem Buch kritisiert sie auch politische «Scharfmacher», die hinter jedem Sozialhilfebezüger einen Schmarotzer wittern würden und ganze Ethnien pauschal verurteilten mit Aussagen wie «Die vom Balkan sind gewalttätig». Die 79-jährige Judith Giovannelli-Blocher ist die Zweitälteste von elf Kindern, der acht Jahre jüngere Christoph Blocher ist das siebte Kind in der Geschwisterreihe. Das Buch ist ab nächster Woche im Buchhandel erhältlich. (kpn)

Erstellt: 25.02.2012, 23:50 Uhr

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159 Kommentare

Linus Huber

26.02.2012, 00:27 Uhr
Melden 153 Empfehlung 0

Das ist wohl eine Person, die Blochers Prominenz ausnützt und darum mit einem guten Gewinn für ihr Buch rechnet. Es handelt sich ansonsten wohl um ein eher belangloses Buch. Antworten


Alois Brandenberg

26.02.2012, 02:00 Uhr
Melden 129 Empfehlung 0

Endlich jemand, der wichtige Tatsachen ans Licht bringt. Es wurde Zeit und so kann man nur hoffen, dass die Schweizer aufwachen. Danke Frau Giovanelli ! Antworten



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