Schweiz

Viel mehr Schienen als Strassen

Aktualisiert am 04.01.2011 24 Kommentare

Land der Pendler: Das Eisenbahnnetz in der Schweiz ist dreimal so lang wie das Autobahnnetz – und teurer im Unterhalt.

Auf jeden Strassenkilometer kommen drei Schienenkilometer: Bahn, hier vor dem Gotthard (Archivbild).

Auf jeden Strassenkilometer kommen drei Schienenkilometer: Bahn, hier vor dem Gotthard (Archivbild).

Das nationale Eisenbahnnetz erstreckt sich über die dreifache Länge des Autobahnnetzes. Das Nationalstrassennetz weist demnach eine Länge von 1790 Kilometern auf. Zum Schienennetz trägt das SBB- Netz 3011 Kilometer bei, 2137 Kilometer entfallen auf die privaten Bahngesellschaften. Dies geht aus einem Bericht des Bundesrats hervor, welcher erstmals einen Blick auf die sechs grossen Infrastrukturnetze mit nationaler Bedeutung erlaubt.

Das umfangreichste Infrastrukturnetz der Schweiz ist aber das Elektrizitätsnetz. Es entspricht der Länge aller Schienen- und Autobahnkilometer zusammen. Der Hochspannungsnetz der Schweiz entspricht einer Länge von 6696 Kilometern. Es transportiert den Strom, welcher aus fünf Atomkraftwerken und 532 mit Wasserkraft betriebenen Zentralen gewonnen wird. Das Elektrizitätsnetz ist damit dreimal so lang wie jenes der Hochdruckgasleitungen, welches 2277 Kilometer umfasst.

Mineralöl-Steuer wird erhöht

Der Netto-Wert der Gesamtheit der Infrastrukturnetze beläuft sich laut Bericht auf 450 Milliarden Franken. Ihr ökonomischer Wert werde tendenziell unterschätzt, heisst es weiter. Das gesamte Infrastrukturnetz trage 5,3 Prozent zum Bruttoinlandprodukt (BIP) bei und vereine 4,5 Prozent aller Vollzeitstellen auf sich.

Im Bericht wird weiter der Finanzbedarf des Strassennetzes zwischen 2010 und 2030 taxiert. Er beläuft sich demnach auf 64,3 bis 68,3 Milliarden Franken. Der Bundesrat setzt bei der Bewältigung dieser Kosten auf eine Erhöhung der Mineralöl-Steuer von 18 auf 22 Rappen pro Liter.

Für das Schienennetz werden im gleichen Zeitraum Kosten von 85,8 bis 94,8 Milliarden Franken veranschlagt. Mittel zur Begleichung der Rechnung (Erhöhung der Mehrwertsteuer, neue Verteilung der LSVA) sind in Prüfung.

Kritische Engpässe

Laut Bericht befinden sich die nationalen Infrastrukturnetze im internationalen Vergleich in einem guten Zustand. Dieser Umstand trage zur Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz bei, sei auf lange Sicht aber keinesfalls garantiert.

Die Mehrzahl der Netze weist kritische Engpässe und Schwachpunkte auf, wie es im Bericht heisst. Beim Schienen- sowie beim Hochspannungsnetz bestehe Nachholbedarf bei der Qualitätssicherung, was sich bislang noch nicht auf Sicherheit und Betrieb ausgewirkt hätte, schreibt der Bundesrat. (oku/sda)

Erstellt: 04.01.2011, 10:39 Uhr

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24 Kommentare

Mike Hugi

04.01.2011, 11:31 Uhr
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Um so schlimmer das der Individualverkehr das ganze auch noch mitfinanzieren muss. Die Kosten sollten von den Leuten getragen werde die das Netz auch benutzen. Es ist einfach nicht richtig das die Allgemeinheit via MWST mitbezahlt, oder das Gelder die eigentlich für die Strassen eingesetzt werden sollten (LSVA) misbraucht werden. Antworten


Markus Kobel

04.01.2011, 11:36 Uhr
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Der Vergleich zwischen Schienen und Autobahnen hinkt, da auf der Strassenseiten die Hauptstrassen fehlen. Der Finanzbedarf 2010-2030 für alle Strassen ist darum massiv höher als die hier erwähnten rund 65 Mrd Franken. Antworten



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