Schweiz

Valser Bürger fechten Thermen-Verkauf gerichtlich an

Aktualisiert am 19.04.2012 13 Kommentare

Im März hatte die Gemeindeversammlung beschlossen, die Therme Vals an den Unternehmer Remo Stoffel zu verkaufen. «Besorgte Stimmbürger» sehen im Entscheid einen Rechtsbruch.

«Bundes-, Kantons- und Gemeinderecht verletzt»: Der Verkauf der Therme Vals sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. (Archivbild)

«Bundes-, Kantons- und Gemeinderecht verletzt»: Der Verkauf der Therme Vals sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Poker um Valser Therme

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Die Bürger im Bündner Bergdorf wollen das Bad an den Einheimischen Remo Stoffel verkaufen. Die Diskussion war lang und emotional gewesen.

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Der Verkauf der bekannten Therme Vals in Vals GR beschäftigt das Verwaltungsgericht Graubünden. Eine «Gruppe besorgter Stimmbürgerinnen und Stimmbürger» hat Beschwerde gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 9. März erhoben.

Die Gemeindeversammlung in Vals entschied im März, den Therme-Komplex dem Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel zu verkaufen. Gegen den Versammlungsbeschluss hat nun eine Gruppe von rund zwei Dutzend Personen Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden erhoben, wie deren Sprecher, der Valser Publizist und Theaterautor Peter Schmid, heute mitteilte.

Zehn juristische Anfechtungsgründe

Der Entscheid der Gemeindeversammlung verletze Bundes-, Kantons- und Gemeinderecht und sei somit undurchführbar, heisst in der Mitteilung. Die Gruppe hat eigenen Angaben zufolge zehn Anfechtungsgründe juristisch feststellen lassen.

Nach Ansicht der Beschwerdeführer hätte insbesondere die Privatisierung eines öffentlichen Unternehmens vorher eines Grundsatzentscheides der Stimmbürgerschaft bedurft. Zudem seien die Reglemente der Gemeinde für die Hotel und Thermalbad AG nicht eingehalten und statutarische Zuständigkeiten nicht beachtet worden.

Der gebürtige Valser Remo Stoffel, der neue Eigentümer der Therme, hatte im Übernahmepoker den Schöpfer der Therme, den Architekten Peter Zumthor, ausgestochen. Die Gemeindeversammlung beschloss mit 287 zu 219 Stimmen, die berühmte Therme dem 35-jährigen Immobilienunternehmer zu verkaufen.

(fko/sda)

Erstellt: 19.04.2012, 15:55 Uhr

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13 Kommentare

Fred Büchi

19.04.2012, 19:41 Uhr
Melden 47 Empfehlung 0

Dem Bündner Verwaltungsgericht traue ich eine rechtlich haltbare Stellungnahme zu und hoffe, dass der Deal in eine gute Richtung wechselt. Die Befürworter dürften damit kaum zufrieden sein. Der Komplex gehört in die Hände des glaubwürdigen Peter Zumthor und seiner Getreuen. Antworten


Gerhard Dollenmeier

19.04.2012, 19:40 Uhr
Melden 13 Empfehlung 0

Ich finde es lustig, dass die Therme Vals immer menschenleer oder höchstens mit zwei, drei Deko-Menschlein abgebildet wird. In der Realität ist sie meistens voll und im Innenbereich grauenhaft laut, so dass man fast froh ist, wenn der time slot abgelaufen ist. Antworten



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