Schweiz

«Daten sind auf der Strecke geblieben»

Aktualisiert am 29.04.2012 148 Kommentare

Die Armee weiss von 27'000 Ehemaligen nicht, ob sie ihre Waffe je abgegeben haben. Das VBS verschwieg dies tunlichst, als es letzte Woche über 733 nicht zurückgegebene Schusswaffen informierte.

«Man hat uns belogen»: Waffenrückgabe in Dübendorf. (Archivbild)

«Man hat uns belogen»: Waffenrückgabe in Dübendorf. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Nicht nur hat es die Armee bisher nicht geschafft, alle Waffen von Ausgemusterten einzusammeln. Vielmehr fehlen ihr auch die gesamten Daten über die Waffenrückgabe von 27'000 ehemaligen Soldaten.

Armeesprecher Walter Frik bestätigt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Die Armee hat 27'000 Datensätze zur Rücknahme der persönlichen Ausrüstung verloren.» Die Armee weiss also von 27'000 ehemaligen Wehrmännern nicht, ob diese ihre Waffe je ordnungsgemäss zurückgegeben haben. «Wir können derzeit nicht sagen, bei wie vielen die Angaben über die persönliche Waffe fehlen», sagt Frik.

Die Daten seien höchstwahrscheinlich bei der Migration von Computersystemen «auf der Strecke geblieben», wird Frik von der «SonntagsZeitung» weiter zitiert.

Die verlorenen Daten verschwiegen

Die Daten seien aber in den Dienstbüchlein eingetragen, weshalb die Armee diese von den betreffenden ehemaligen Angehörigen der Armee einfordert. Wie viele von ihnen dem Aufruf folgen und ihr Büchlein einschicken werden, sei allerdings fraglich.

Letzte Woche bereits hat die Armee über 733 nicht zurückgegebene Waffen informiert, die sie noch einziehen muss – die verlorenen Daten hat sie bei dieser Gelegenheit aber verschwiegen.

«Das ist eine Katastrophe»

Sicherheitspolitiker sind ob der neuen Hiobsbotschaft aus dem Verteidigungsdepartement (VBS) empört. «Das ist eine Katastrophe», sagt die Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission, Chantal Galladé. Die Armee habe ihr Waffenproblem offensichtlich nicht im Griff. «Man hat uns also im Abstimmungskampf zur Waffeninitiative belogen», so Galladé. GLP-Nationalrat Beat Flach spricht gegenüber der «SonntagsZeitung» von einer «Laisser-faire-Haltung», die bei der Armee offenbar nach der Waffenabstimmung eingetreten sei.

Bei der schleppenden Einsammelaktion der verbleibenden 733 nicht zurückgegebenen Armeewaffen schlägt der Kanton St. Gallen nun vor, die Kantone sollten dem Verteidigungsdepartement helfen.

Erstellt: 28.04.2012, 23:40 Uhr

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148 Kommentare

Hans Manser

29.04.2012, 02:31 Uhr
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Wenn ich nicht wüsste das es die selben sind, die über Kampfjets, Granatwerfer, Panzer, usw. wachen, würde ich mich kaputt lachen, wenn ich von diesem Schildbürgerstreich hörte. Schaffen wir doch bitte endlich mal diesen grünen Dilletantenverein ab, denn wenn sie Datensätze so verlieren, wie sollten die uns denn bitte verteidigen? Mal schnell 27000 Dienstbüchlein einsammeln, kein problem. Lachhaft Antworten


Frank Zuffnik

29.04.2012, 01:08 Uhr
Melden 226 Empfehlung 0

Wo Sprengstoff verlorengeht, da koennen ja auch mal ein paar Flinten abhandenkommen. Und jetzt ist auch jedem klar, warum die neue Flieger brauchen. Die alten sind ja wahrscheinlich bald alle auch unauffindbar und keiner weiss etwas genaueres nicht. Aber das ist ja kein grosses Problem, denn keiner kann doch den unter dem Pulli heimgeschmuggelten Flieger so einfach schwarzmarktmaessig verkaufen. Antworten



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