Schweiz

Uri erklärt seinen Bevölkerungsschwund

Aktualisiert am 26.04.2012 150 Kommentare

Als einziger Kanton hat Uri im letzten Jahr einen Rückgang der Wohnbevölkerung verzeichnet. Der Urner Staatsschreiber nennt die Neat als Grund. Schon in wenigen Jahren könnte der Kanton aber stark wachsen.

Alles in allem bleiben die Urnerinnen und Urner ihrem Kanton treu: Ein Urner studiert in Altdorf die Resultate der Landratswahlen. (11. März 2012)

Alles in allem bleiben die Urnerinnen und Urner ihrem Kanton treu: Ein Urner studiert in Altdorf die Resultate der Landratswahlen. (11. März 2012)
Bild: Keystone

Uri attraktiver machen: Roman Balli, Kanzleidirektor des Kantons. (Bild: Kanton Uri)

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Blog

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Während die Bevölkerung 2011 in den Nachbarkantonen Schwyz (0,8 Prozent) und Glarus (1,6 Prozent) wuchs, nahm sie in Uri um 0,1 Prozent ab. Dieser Bevölkerungsrückgang entspricht aber nur 41 Personen, erklärt Roman Balli gegenüber DerBund.ch/Newsnet.

Der Urner Kanzleidirektor (Staatsschreiber) vermutet, dass ein Grossereignis die Zahlen verzerrt hat: Im Mai 2011 gingen die Arbeiten für den Vorschub des Gotthardtunnels zu Ende. 280 Arbeiter haben daraufhin den Kanton verlassen. Es habe sich vornehmlich um Ausländer gehandelt, die teilweise seit vier Jahren im Kanton gemeldet waren. Das Bundesamt für Statistik zählt zur «ständigen Wohnbevölkerung», wer seit einem Jahr an einem Ort angemeldet ist.

Rechnet man den Effekt der Neat-Baustelle heraus, ergibt sich ein Zuwachs der Bevölkerung von bis zu 0,5 Prozent. Gesamtschweizerisch würde Uri damit immer noch zu den Kantonen mit dem kleinsten Bevölkerungswachstum gehören, läge aber immerhin gleichauf mit Bern.

Kanton stemmt sich gegen Abwanderung

«Wir vom Kanton sind eigentlich davon ausgegangen, dass wir die Abwanderung gestoppt haben», sagt Balli denn auch. Dafür habe man in den letzten Jahren einiges unternommen. 2006 und 2009 hat Uri die Steuern gesenkt; gemäss Balli «in erster Linie, um die Einheimischen zu halten». Der Kanton gehört nun zu den steuergünstigsten. Die billigeren Tarife wirkten aber erst seit 2011 voll. Es sei deshalb noch verfrüht, zu beurteilen, ob die Massnahme auch eine nennenswerte Zahl von Neuzuzügern anlockt.

Der Kanton war auch beim Verkehr und der Raumplanung aktiv. «Wir haben die Pendlerverbindungen in die Nachbarkantone verbessert», erklärt Balli. Insbesondere Luzern sei mit der neuen Buslinie viel besser erreichbar. Und beim Bund haben sich die Urner dafür stark gemacht, dass nach der Eröffnung des neuen Gotthardtunnels einige Züge in Altdorf Halt machen. In der Kantonshauptstadt selber habe man ein grösseres Areal in der Nähe des Bahnhofs für die Überbauung ausgeschieden und vorbereitet. Auch das dürfte es für Leute mit Jobs in Nachbarkantonen attraktiver machen, in Uri zu wohnen.

Wachstum kommt mit Andermatt

Denn nach wie vor seien die Stellen für höher Qualifizierte in Uri dünn gesät, gesteht Balli ein. Das sei auch der Hauptgrund für die Abwanderung von Urnerinnen und Urnern. «Einige bleiben nach dem Studium in Zürich hängen», sagt der Kanzleidirektor. Die meisten ziehe es aber nach Luzern und Zug.

Bei einer Gesamtbevölkerung von 35'381 Personen per Ende 2011 dürften auch in Zukunft Grossprojekte einen grossen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung haben. Hier steht das in Andermatt im Bau befindliche Resort des ägyptischen Investors Samih Sawiris im Vordergrund. Die Urner Kantonalbank rechnete in einer Studie mit bis zu 3000 Neuzuzügern, die im Rahmen des Projekts längerfristig in Uri wohnen könnten. Das wäre ein Bevölkerungswachstum von fast 8,5 Prozent. (rub)

Erstellt: 26.04.2012, 16:40 Uhr

150

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

150 Kommentare

Berta Müller

26.04.2012, 10:11 Uhr
Melden 264 Empfehlung 0

Man könnte auch sagen Deutschland produziert mit seienen tiefen Löhnen Wirtschaftsflüchtlinge. Antworten


Dragan Pilic

26.04.2012, 10:53 Uhr
Melden 256 Empfehlung 0

Eine äusserst bedenkliche Entwicklung, die wir alle teuer bezahlen mit einer ganzen Reihe von Problemen, die wir ohne dieses Bevölkerungswachstum nicht hätten. Die einst schöne Natur wird zubetoniert, mehr Menschen = mehr Stress und Konkurrenzkampf, um den Arbeitsplatz, die Wohnung, den Platz im Bus..., mehr Kosten für Infrastruktur, soziale Probleme etc. Wir müssen endlich den Riegel schieben... Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Jetzt wechseln und sparen

Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Fernstudentin an der FFHS

Award für beeindruckende Weiterbildungsbiografie

Nicht von dieser Welt!

Entdecken Sie die arabische Märchenwelt aus 1001 Nacht!

Genusswelt

Besuchen Sie unsere Genusswelt und entdecken Sie die Welt des Genuss!