Ungereimtheiten und Widersprüche bleiben
Von Andreas Möckli, Angela Barandun. Aktualisiert am 06.01.2012 144 Kommentare
Kein Rücktritt: Philipp Hildebrand nahm gestern erstmals selbst Stellung.
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Klar ist: Kashya Hildebrand hat am 15. August über das Konto ihres Mannes Dollar gekauft. Klar ist auch: Hätte Kashya Hildebrand den Kauf über ihr eigenes Konto abgewickelt, wäre die Transaktion vom Reglement über Eigengeschäfte der Direktoriumsmitglieder gar nicht erfasst worden – und somit gemäss den Regeln unproblematisch gewesen. Denn: Das Reglement gilt nicht für Familienangehörige, wie SNB-Sprecherin Silvia Oppliger bestätigt. Nur weil Kashya Hildebrand den Dollarkauf über das Konto ihres Mannes abgewickelt hat, kam Philipp Hildebrand in Bedrängnis – und meldete die Transaktion am nächsten Morgen dem Leiter Recht und Dienste der Nationalbank.
Wieso aber hat Kashya Hildebrand den Kauf ausgerechnet über das Konto ihres Mannes abgewickelt? Zumal sie die Transaktion vorwiegend mit ihrer Tätigkeit als Galeristin begründet, wie sie in einer Erklärung vom Dienstagabend schreibt: 70 bis 80 Prozent der finanziellen Transaktionen der Galerie fänden in Dollar statt. Und: Ihr Interesse am Kauf sei dadurch motiviert gewesen, dass der Dollar auf einem Rekordtief «fast lächerlich billig» war. Dafür stünden ihr allerdings mehrere Fremdwährungskonten auf eigenen Namen zur Verfügung. Kommt hinzu, dass die offizielle Begründung für den Kauf in den Unterlagen der Revisionsgesellschaft PricewaterhouseCoopers sowie von Philipp Hildebrand selbst eine andere war: Demnach ging es um das Ziel der Familie, rund die Hälfte der flüssigen Mittel in Dollar zu halten.
Standard bei Doppelbürgern
Ein möglicher Grund, wieso Kashya Hildebrand auf das Konto ihres Mannes zurückgriff, könnte auch sein, dass auf ihren eigenen Konti schlicht zu wenig Geld für die Transaktion vorhanden war. Möglich ist auch, dass Hildebrands für solche Transaktionen grundsätzlich die auf ihn lautenden Konten bei der Bank Sarasin nutzen – etwa um die Steuersituation zu optimieren. Kashya Hildebrand ist schweizerisch-amerikanische Doppelbürgerin. Wer einen amerikanischen Pass besitzt, muss lebenslang in den USA Steuern zahlen – auch wenn er längst nicht mehr dort lebt. Insbesondere fallen amerikanische Abgaben an, die es in der Schweiz nicht (mehr) gibt – etwa Kapitalgewinnsteuern.
Daher ist bei gemischten Paaren wie den Hildebrands üblich, dass ein grosser Teil des Vermögens, auf das Kapitalgewinne anfallen können, auf den Konten des Partners ohne amerikanischen Pass lagern, wie ein erfahrener Anwalt für US-Steuerrecht sagt, der für eine renommierte Kanzlei in Zürich tätig ist. Denn so weit reicht der Arm der US-Steuerbehörde nicht – selbst wenn die Partnerin mit zwei Pässen eine Vollmacht für die Konten des Gatten besitzt wie im Falle der Hildebrands. Gemäss dem Anwalt entspricht die Aufteilung dem Standard-Arrangement, das Banken vorschlagen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 05.01.2012, 21:16 Uhr
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144 Kommentare
Hört endlich mit dem Theater auf und schreibt mal in aller Klarheit darüber, welche Interessen hinter einer Demontage von Hildebrand stecken. Vielleicht wird dann auch dem einen oder andern Wähler der $VP klar, dass es C.B. und Konsorten (inkl. den Hintermännern aus der "Finanzindustrie") nicht um Moral sondern einen möglichst regulationsfreien Finanzplatz mit allen damit verbundenen Risiken geht. Antworten
Ich finde man muss jetzt mal aufhören Fragen zu stellen. Der Auftritt von Herrn Hildebrand war ehrlich und überzeugend. Der Wille so eine Situation in Zukunft zu vermeiden und Transparenz zu schaffen ist da. Ganz anders bei denjenigen welche immer noch Druck machen und dem Land so schaden. Ich möchte den Namen nicht mehr nennen, Zeit dieser Person die Plattformen zu entziehen. Antworten
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