Schweiz

Ueli Maurer

Von Erik Ebneter, Martin Furrer. Aktualisiert am 07.12.2011 12 Kommentare

«Er hat fast hellseherische Fähigkeiten.» Der VBS-Vorsteher gibt viele Rätsel auf. Die etwas andere Bilanz.

«Er hat fast hellseherische Fähigkeiten.» Ueli Maurer gibt viele Rätsel auf. (Bild: Keystone )

Die etwas andere Bilanz

Am 14. Dezember treten sechs Bundesräte zur Wiederwahl an. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch dieses Jahr ein amtierendes Regierungsmitglied nicht im Amt bestätigt wird. Die «Basler Zeitung» hat deshalb Bilanz gezogen und das Wirken der Bundesräte analysiert. Wer verdient die Wiederwahl? Wer nicht? Wir definierten vier Kategorien, die für erfolgreiches Politisieren wichtig sind:

1. Politische Inhalte
2. Rhetorik
3. Kleidung/Aussenwirkung
4. Gunst des Schicksals

Unsere Experten

Wo wir nicht weiterwussten, haben wir uns Hilfe geholt. Die Rhetorik der Magistraten bewertete Marcus Knill, ein schweizweit bekannter Kommunikationsexperte. In Sachen Schicksal vertrauten wir auf Mike Shiva, das berühmteste Medium des Landes. Ursula Schneider, die in der «Basler Zeitung» die Lifestyle-Seiten verantwortet, hat sich der Kleidung der Bundesräte angenommen. Die Würdigung der politischen Inhalte übernahm das Politik-Ressort.

Entstanden ist das Notenblatt der Bundesräte. Gute Unterhaltung.

Rang Name Note

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Politische Inhalte Note: 5
Er bleibt das grosse Rätsel im Bundesrat: Was will Ueli Maurer? Vor zwei Jahren beantragte er seinen Kollegen, auf den geplanten Kampfjetkauf zu verzichten, es fehle das Geld dafür. Ausgerechnet er, der aus der Schweizer Armee die beste Armee der Welt machen will, versuchte das wichtigste Rüstungsprojekt zu stoppen. Das Parlament reagierte und erhöhte das Budget des Militärs. War es Kalkül? Ist Maurer ein gewiefter Taktiker, der Alarmstimmung verbreitet, um mehr Geld für sein Departement zu bekommen? Vor einigen Tagen verkündete er, der Bundesrat wolle den schwedischen Kampfjet Gripen kaufen, obschon die Konkurrenzmodelle in der Evaluation besser abgeschnitten haben. Maurer verteidigte den Entscheid durch alle Böden, denn die Schweiz könne sich ein teureres Flugzeug nicht leisten. Ist es Kalkül? Verbreitet Maurer Alarmstimmung, um am Ende das Geld zu bekommen für den besseren Rafale? In seiner SVP rumort es jedenfalls. Verschiedene Exponenten haben erklärt, den Gripen-Entscheid nicht mitzutragen. Und Maurer? Er schweigt. Der Wechsel vom polternden Parteipräsidenten zum kollegialen Bundesrat ist ihm bestens gelungen. Der Mann gibt Rätsel auf.

Rhetorik Note: 5
Als er noch SVP-Präsident war, hat er rhetorisch oft übertrieben, zum Beispiel indem er das Rütli als «Wiese mit Kuhfladen» bezeichnete. Und als er Bundesrat wurde, hat er gesagt, er wolle die «beste Armee der Welt». Das war natürlich ironisch gemeint, nur haben das nicht alle so empfunden. Der Einsatz von Ironie als Stilmittel ist riskant, weil man falsch verstanden werden kann. Mittlerweile ist Maurer mit seinen Aussagen diplomatischer geworden, auch staatsmännischer. Er redet einfach, strassengängig, nie abgehoben, er ist sehr gewandt im Umgang mit den Medien. Maurer beherrscht die Technik, ein Gespräch zu lenken, indem er auf Fragen zunächst eingeht, dann aber seine Botschaft platziert – unabhängig von der Frage, die gestellt wurde.

Kleidung/Aussenwirkung Note: 3–4
Erster Eindruck: Die Krawatte dominiert den Mann! Der Verteidigungsminister wollte mit dem zu breiten, zu auffälligen und zu langen Binder wohl den Bauchansatz kaschieren. Tarnung aufgeflogen! Selbst beim dicksten Schmerbauch kann man den Binder auf Idealmass trimmen. Die Spitze endet immer auf Höhe des Gürtels. Unser Tipp: Besser kleiden würde es Ueli Maurer, wenn er beim Fototermin zumindest den mittleren Kittelknopf schliessen würde.

Gunst des Schicksals Note: 5–6
Eine starke Persönlichkeit. Er wird weitermachen wie bisher und kommt erst Ende 2013 in ein Schicksalsjahr. Man darf ihm vertrauen, denn er will im Prinzip Gutes bewirken. Er ist ein Mensch mit starker Intuition und hat fast hellseherische Fähigkeiten. Wenn er Schwierigkeiten bekommt, dann deshalb, weil er die Wahrheit sagt. Er durchschaut seine Kollegen und weiss, was um ihn herum vor sich geht. (Basler Zeitung)

Erstellt: 07.12.2011, 14:19 Uhr

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12 Kommentare

Marcel Pfister

08.12.2011, 00:55 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Hinwil-City. Say no more. Die groesste Peinlichkeit in unserer Landesregierung. Antworten


Juerg Schwaller

08.12.2011, 10:20 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Frau Leuthard ist die Primadonna assoluta der CH- Politszene. Sie setzt gekonnt alle Mittel der Kommunikation zwischen Fussvolk und Regierung und den ihr eigenen hohen Charmebonus ein, um zu Ihren ureigenen Zielen zu kommen. Dass D.L. obendrein noch eine äusserst attraktive Frau ist, die ihr human capital virtuos,effizient und unzimperlich einsetzt,macht Ihre Machtdemos zu sehr ästhetischen Events Antworten



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