Schweiz
«Tschümperlin oder Stümperlin?»
Von Chantal Hebeisen. Aktualisiert am 24.07.2012 135 Kommentare
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«Ueli Maurer, so wie er sich bis jetzt verhält, ist nicht die richtige Besetzung für das Bundespräsidium.» Mit diesem Satz im «SonntagsBlick» am vergangenen Wochenende brachte SP-Fraktionspräsident Andy Tschümperlin bereits fünf Monate im Vorfeld die Wahl zum Bundespräsidenten ins Gespräch. Weiter sagte er: «Die SP muss deshalb gut überlegen, ob Maurer 2013 die Regierung leiten soll. Ich finde nein – und werde mich dafür einsetzen.»
Doch will die SP nun tatsächlich Ueli Maurers Wahl zum Bundespräsidenten verhindern? Oder war das Ganze ein taktischer Kunstgriff der SP, um sich während der Sommerferien im Gespräch zu halten? Weder noch, berichtet die «Aargauer Zeitung» heute (Artikel online nicht verfügbar). Äusserte Tschümperlin gegenüber dem «SonntagsBlick» noch, dass parteiinterne Gespräche bereits laufen würden, dementieren dies SP-Fraktionsvorstand und Geschäftsleitung gegenüber der «Aargauer Zeitung». Die Aussagen im «SonntagsBlick» widerspiegelten alleine Tschümperlins Meinung, sagte die SP-Geschäftsstelle in Bern: «Herr Tschümperlin hat klar gesagt, dass es sich um seine Idee handelt, die er mit der Partei diskutieren will.»
Taktik oder Fehleinschätzung
Auch von Exponenten aus der eigenen Partei erhält Tschümperlin vorerst keine Rückendeckung: «Ich kritisiere meine Kollegen nicht über die Medien», sagte etwa der Zürcher Nationalrat Daniel Jositsch gegenüber der «Aargauer Zeitung». Auch Jacqueline Fehr, die Anfang Jahr bei der Wahl zur Fraktionspräsidentin gegen Tschümperlin unterlag, möchte sich nicht äussern. Als «fragwürdig» und «wenig geschickt» bezeichneten es Kollegen hinter den Kulissen, fünf Monate vor der Wahl einen solchen Plan öffentlich zu machen.
Tschümperlin habe sich schlicht ins Gespräch bringen wollen oder vom «SonntagsBlick» über den Tisch ziehen lassen, wird parteiintern hinter vorgehaltener Hand gesagt. Aber könnte es dennoch sein, dass der 50-Jährige eine bestimmte Taktik verfolgt? Oder hat er die Situation als neuer Fraktionschef schlicht falsch eingeschätzt? Gemäss Vertretern aus Bundesbern sei eher Letzteres der Fall: Dort kursiere bereits das Wortspiel «Tschümperlin oder Stümperlin?», berichtet die «Aargauer Zeitung».
Ob Tschümperlins Taktik aufgeht, bleibt abzuwarten
Der Freiburger Nationalrat Jean-François Steiert, der den jetzigen Bundesrat Alain Berset bei seiner Wahl unterstützte, zeigte sich «überrascht» von Tschümperlins Vorpreschen. Doch er fügt an, dass Strategie und Taktik keine exakten Wissenschaften seien. «Ein guter Taktiker ist der, der am Ende das gewünschte Resultat erreicht.» Im Fall von Tschümperlin bleibe dies abzuwarten. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.07.2012, 10:08 Uhr
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135 Kommentare
Wenn's gegen den Erzfeind SVP geht, wirft die SP auch gerne mal sämtliche demokratischen Gepflogenheiten über Bord, um sich gleich danach wieder als Gutmenschen zu brüsten. Ein Demokratieverständnis, das auf einer Erbse Platz hat. Antworten
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