Schweiz

Steuerstreit: Schäuble spricht von billiger Polemik

Aktualisiert am 21.11.2012 37 Kommentare

Wolfgang Schäuble greift noch einmal an, um das Steuerabkommen mit der Schweiz durch den Bundesrat zu bringen. Der Opposition gehe es ausschliesslich um Parteipolitik, poltert der deutsche Finanzminister.

Setzt sich vehement für das Steuerabkommen ein: Wolfgang Schäuble bei seiner Rede im Bundestag. (20. November 2012)

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Chronologie: Steuerstreit mit Deutschland

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Wenige Tage vor der Abstimmung der deutschen Bundesländer über das Steuerabkommen mit der Schweiz hat Finanzminister Wolfgang Schäuble SPD und Grüne erneut vor einem Scheitern gewarnt. «Es gibt kein rational nachvollziehbares Argument» gegen das Abkommen, sagte er.

«Vor dem Hintergrund, dass wir auch knappe Einnahmen bei den Ländern und bei den Kommunen haben, finde ich es völlig inakzeptabel, wenn der Bundesrat seine Zustimmung zu dem Steuerabkommen mit der Schweiz verweigern sollte», sagte Schäuble im Bundestag weiter.

Billige Polemik und pure Parteipolitik

Damit gingen Bund und Ländern auf Dauer Milliardeneinnahmen verloren, da Steueransprüche verjährten. Auch für künftige Kapitalerträge und für Erbschaften scheitere dann eine Lösung, sagte Schäuble.

Der Opposition gehe es ausschliesslich um billige Polemik und pure Parteipolitik. Ohne das Abkommen werde sich zum 1. Januar 2013 der jetzige Zustand fortsetzen, dass Vermögensanlagen von deutschen Bürgern in der Schweiz nicht wie diejenigen in Deutschland besteuert werden.

«Wenn Sie sich für die Steuereinnahmen von Bund und Ländern verantwortlich fühlen: Geben Sie die ausschliesslich parteipolitisch motivierte Blockade auf», appellierte Schäuble an SPD und Grüne in den Ländern.

Abstimmung am Freitag

Über das Steuerabkommen wird an diesem Freitag im Bundesrat abgestimmt. Halten die von SPD und Grünen geführten Länder an ihrer Ablehnung fest, gäbe es noch die Chance einer Einigung im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat.

Das Abkommen soll eigentlich zum 1. Januar in Kraft treten. Auf das bei Schweizer Banken liegende Schwarzgeld deutscher Anleger soll einmalig eine Pauschalsteuer zwischen 21 und 41 Prozent an den deutschen Fiskus überwiesen werden – anonym und rückwirkend für zehn Jahre.

Künftige Erträge sollen ab 2013 genauso besteuert werden wie in Deutschland. Auch für Erbschaften gibt es eine Lösung.

(ses/sda)

Erstellt: 20.11.2012, 16:23 Uhr

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37 Kommentare

georg guntern

20.11.2012, 16:40 Uhr
Melden 154 Empfehlung 35

Bin auch für mehr transparenz. Sollten Grüne und SP nicht unterschreiben, dann währe dies ein Eigentor. Denn rechtlich hat Deutschland keine Chance, was bis jetzt geschehen ist, ist Gutwill um den guten Namen zu Schützen. Östereich hat auch ein Bankgeheimniss, die Deutschen Banken liefern auch keine Daten. Ich bin auch kein Freund der Banken, aber nur auf CH-Banken los zu gehen, ist rassistisch Antworten


René Schumacher

20.11.2012, 16:43 Uhr
Melden 118 Empfehlung 52

Wo er Recht hat, hat er Recht. Die SPD geht es doch nur darum, von den richtigen Problemen abzulenken, für welche sie keine Lösung anzubieten haben. Dem Volk hat es schon immer Gefallen, wenn man ihm einen Sündenbock für "alle Probleme" liefern konnte. Macht die SVP hier bei uns doch auch nicht anders. Antworten



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